Hunde und Katzen auf der Suche nach einem neuen Dach

Wie geht es weiter mit dem Tierheim?

Mittwoch, 08. Mai 2024 | 09:00 Uhr

Von: mk

Meran/Dorf Tirol/Naturns – Seit nunmehr sechs Jahren ist der Freiwilligenverein, der das Tierheim in Naturns geführt hat, auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Da sich damals bereits angekündigt hatte, dass die ehemalige Besitzerin der Immobilie in Naturns, dem Verein den Mietvertrag mit 2020 kündigen wird, sind die Verantwortlichen proaktiv gleich auf den damals zuständigen Landesrat Arnold Schuler zugegangen und blieben seit März 2018 in dauerhaftem Kontakt mit ihm. Seit nun fast vier Jahren (Juni 2020) befindet sich die EO Tierheim Naturns, in ihrer anfangs als Zwischenlösung gedachten Unterkunft im Ultental. Doch auf Dauer ist das keine Lösung, wie der Verein auf einer Pressekonferenz erklärt.

„In Vergangenheit haben wir des Öfteren davon berichtet, dass wir konkrete Grundstücke bereits gefunden hätten, gegen die prinzipiell nichts gesprochen hätte – jedoch war es immer wieder die Politik zentral von Bozen aus oder die lokale Gemeindepolitik, die unsere Vorhaben gestoppt haben“, erklären die Verantwortlichen der Organisation. Bereits im Juni 2023 hat der Verein deshalb kommuniziert: Es braucht die Unterstützung der Politik – vor allem auch in Anbetracht der vielen bürokratischen Hürden, die sich der ehrenamtlichen Organisation in den Weg stellen. Bisher jedoch sei man jedoch immer auf eine Mauer gestoßen, erklärten die Verantwortlichen auf der Pressekonferenz.

In der Zwischenzeit hat sich die Zusammensetzung der Landesregierung geändert, damit einhergehend auch der Landesrat. Nun scheint die Politik aufgewacht zu sein und zeigt ein aufrichtiges Interesse für die Situation des Tierheimes. „Bisher hatten wir zwar noch nicht die Möglichkeit uns mit dem neuen Landesrat Luis Walcher persönlich zu treffen, er hat aber bisher auf alle unsere Anfragen immer sehr schnell geantwortet und reagiert“, so die Verantwortlichen des Tierheims. Dadurch habe die Kommunikation mit den für den Verein sehr wichtigen Ämtern, wie z.B. dem Tierärztlichen Dienst in Bozen und Meran, aber auch mit der Bezirksgemeinschaft Meran, allen voran mit Reinhard Bauer, sehr gut funktioniert.

„Dafür möchten wir uns bereits jetzt bedanken, denn es sieht aktuell wirklich danach aus, als würde ein neuer Wind wehen.“ Man sehe vonseiten der Landespolitik mehr „Bewegung“. Die Grundstücke, die nun in Frage kommen, sind teilweise wieder dieselben, die bereits in den vergangenen fünf bis sechs Jahren in Frage gekommen wären. Momentan stehen zwei davon im Fokus, bei denen der Verein bereits offiziell eine Anfrage um Zuweisung des Grundstückes an die jeweiligen Landesämter gestellt hat: das Grundstück (Ex-Schießstand) im Gemeindegebiet Meran bei der Naif und das Grundstück (ehem. Munitionslager des ital. Heeres) im Gemeindegebiet Dorf Tirol.

„Dank der Anfragen der Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer erhielten wir nicht nur schwarz auf weiß die Antworten, dass prinzipiell bei beiden Grundstücken nichts dagegensprechen würde, sondern auch, dass das Landestierheim Sill effektiv an seinen Grenzen gekommen ist“, erklären die Verantwortlichen des Vereins.

Dementsprechend wurde auch kürzlich ein Lokalaugenschein auf dem Grundstück in Meran gemacht. „Aus technischer Sicht sehen wir hier für unsere Vorhaben keine Probleme.“ Auf Meraner Gebiet steht auch ein Termin mit dem Bürgermeister Dario Dal Medico bevor, wobei auch die Vizebürgermeisterin Katharina Zeller seit ihrer Amtszeit ihr Interesse in der Sache Tierschutz/Gnadenhof/Tierheim von Anfang an gezeigt hat.

Man habe auch auf Dorf Tiroler Gebiet den Antrag aus dem Jahre 2019 erneuert, obwohl man damals mit der Gemeindeverwaltung auf eine harte Mauer gestoßen sei, erklären die Vertreter des Vereins. „Während wir also in der Landespolitik mit Landesrat Walcher momentan zuversichtlich sind, ist nun wieder einmal die lokale Politik gefragt.“

Es sind auch Beschlussanträge in der Gemeinde Lana und Meran deponiert worden, und zwar von der Grünen Dorfliste Lana und der Fraktion Grüne Meran. Der Antrag in Lana wurde bereits abgelehnt – mit der Begründung, dass die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt mit Rainhard Bauer sich gerade aktiv darum kümmert. Der Beschlussantrag der Gemeinde Meran wurde vertagt und wird in der nächsten Woche im Gemeinderat besprochen.

„Bei dieser Gelegenheit möchten wir daran erinnern, dass per Regionalgesetz jedes Kerngebiet mit mehr als 20.000 Einwohnern verpflichtet wäre, ein Tierheim zu errichten. Aus diesem Grund wurde dazumal die Sill in Bozen zentral als Landestierheim errichtet“, so die Vertreter der ehrenamtlichen Organisation. Mittlerweile sei diese Struktur jedoch selbst mit der aktuellen Situation überfordert und gerade deshalb möchte man daran erinnern, dass dass ein Zusammenspiel von Land und Gemeinden dringend notwendig sei.

„Wir sind sehr froh, dass uns der neue Landesrat Luis Walcher seine Aufmerksamkeit geschenkt hat und sich seiner Verantwortung gestellt hat. Nun sind die Gemeinden Meran und Dorf Tirol gefragt“, so die Vertreter des Vereins.

Die Zeit des Wartens sei vorbei. „Wir sind hier, mit der Aufforderung, dass den Parolen auch Taten folgen.“

Die Struktur in Ulten sei von vornherein nur eine Zwischenlösung gewesen. Auf lange Sicht frisst sie zu viel Geld, ist logistisch zu abgelegen und zudem findet man auch kaum Freiwillige zur Unterstützung. „In dieser kleinen Struktur schaffen wir es auch nicht, die lange Anfrageliste an Hunden, aber auch an Katzen abzuarbeiten.“

Werden bis Ende des Sommers 2024 keine konkreten Schritte in die Wege geleitet, will der Verein Mitte September eine landesweite Bürgerpetition starten. Im schlimmsten Fall – für die Tiere – wird dann wie angekündigt, die Struktur im Ultental schließen.

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

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29 Kommentare auf "Wie geht es weiter mit dem Tierheim?"


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Kinig
20 Tage 9 h

So grosser Wohlstand und Keiner von Denen ein Herz für Tiere.Was sagt DAS über die Menschen aus?

Dagobert
Dagobert
Kinig
20 Tage 8 h

Viechr de koan Profit brengen, giehn der Wohlstandsgesellschaft am Arsch vorbei, isch leider asou!

Homelander
Homelander
Universalgelehrter
20 Tage 8 h

Sag mal@ es geht nicht nur um ein Herz für Tiere, man sollte auch die Zeit dafür haben… nur ein Tier sich anschaffen und dann sich nicht drum kümmern, wäre total verantwortungslos… und solche Menschen gibt es genug…

Sag mal
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Kinig
20 Tage 8 h

@Dagobert dabei macht Uns Gutes tun am reichsten im Herzen.Das werden solche nie erfahren.

N. G.
N. G.
Kinig
20 Tage 6 h

Würden Menschen nicht aus ner Laune raus Tiere kaufen oder ihre Tiere sterilisieren, kastrieren dann bräuchte man fast keine Tierheime! Hierbei werden wieder einmal nur Auswirkungen bekämpft anstatt die Ursachen!

N. G.
N. G.
Kinig
20 Tage 6 h

Genau wie mit dem Hundekot! Anstatt den Dreck zu untersuchen wärs besser die Halter zu untetsuchen!

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
20 Tage 6 h

@Homelander
Ich selbst habe 6 Katzen,alles nur Findlinge und junge Streuner,die teilweise schon mehr tot als lebendig als wir sie als kleine Kätzchen gefunden und aufgepäppelt haben,leben jetzt nur noch im Haus…..kennen es auch nicht anders und die sind sooooo dankbar,anhänglich und verschmust….😍♥️

Sag mal
Sag mal
Kinig
20 Tage 6 h

@Homelander Klar könnte man das so angehn aber wie willst das den Menschen beibringen?Viele Sind unbelehrbar und herzlos.

Homelander
Homelander
Universalgelehrter
20 Tage 5 h

Roby74@ ich hätte sehr gerne einen Hund oder eine Katze❤, aber ich bin von morgens bis abend ausser Haus… und da kann ich mir kein Tier anschaffen, das wäre verantwortungslos…

Sag mal
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Kinig
20 Tage 3 h

@N. G. Da stimme ich voll und ganz zu.

N. G.
N. G.
Kinig
20 Tage 1 h

@Roby74 Hab meine Katzen auch fast ausnahmslos aus Tierheimen geholt. Eine vom Bauern da der zu viele hatte. Denn genau die sind es oft die Katzen nicht sterilisieren um ein paar Cent zu sparen.

N. G.
N. G.
Kinig
20 Tage 1 h

@Homelander Tja, man sollte sich schlau machen. 2 Katzen und es funktioniert wunderbar.
Die brauchen dich dann gar nicht unbedingt. Grins

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
19 Tage 23 h

@Homelander
Hauskatzen sind da schon ziemlich selbständig,wollen eine saubere Toilette,Nass- und Trockenfutter,immer frisches Wasser,einige Kartons und Kratzbäume zum toben,ein paar Spielsachen und einige Schlaf- und Ruheplätze.😉Wenn man dann nach Feierabend Heim kommt
natürlich auch Streicheleinheiten und “Leckerlis”.
Da unsere Katzen zu 6 sind,unterhalten sie sich während unserer Abwesenheit bestens auch unter sich und freuen sich um so mehr,wenn man nach Hause kommt.😍♥️

Rückzugsmöglichkeiten….

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
19 Tage 23 h

@N.G.
🔝💯👏🏻👍🏼Genau!Das ist auch eine sehr gute Lösung!😉

ebbi
ebbi
Kinig
19 Tage 12 h

Sehr viele Menschen haben ein Herz für Tiere. Das Katzen- und Hundeproblem würde sich durch ein konsequentes und kostenloses (!!) Programm zur Sterilisation dieser Tiere gut lösen können, dann wäre auch das Tierheim in der Sill ausreichend.

elvira
elvira
Universalgelehrter
19 Tage 12 h

@Roby74 ebn do fongs schun un, des kling nch animalhording..6 kotzn im haus zu homtn konn a nit wirklich guat sein a wenn mir menschn ins inbildn mir tian in die viecher wos guats. kotzn sein drausn tiere gleich wia hund nit darfir gmocht sein im wagele ummergschobn zu werdn..wenn mens nit schoft tiere artgerecht zu holtn soll mens lossn

elvira
elvira
Universalgelehrter
19 Tage 12 h

@Homelander bravo, wenn lai olle so denkn tatn wia du

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
19 Tage 7 h

@elvira
Animalhording ist schon mal was anderes,nur mal so zum Thema❗☝🏻
Unsere Katzen kennen schon von klein auf nur unsere 140 m² Wohnung,auf 2.Stöcke aufgeteilt plus gesicherten Balkon!!!
Das solche Katzen im Freien gehören ist ein Witz!
Denn meine Schwiegermutter,die im Nachbarhaus wohnt hatte auch schon einige Freigängerkatzen(die wurden aber leider alle überfahren🙄😭🤦🏼‍♂️),da wir nur 20 Meter von der Vinschgauer Strasse entfernt wohnen!
Unsere Katzen kennen schon von klein keinen Freigang und wenn sie nur bei der Haustür mal rausschnuppern und ein Auto oder ein anderes für sie unbekanntes Geräusch hören,sind sie schnell wieder drinnen.
P.S.Unsere bis jetzt älteste Katze wurde 22 Jahre alt!😉

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
19 Tage 7 h

@elvira
Es wäre besser nicht von artgerechte Tierhaltung mit mir zu reden,
denn ich selbst bin auf einem Bergbauernhof im Sarntal auf 1.500 Mt. aufgewachsen und dort haben wir,mit Hilfe der Forstbehörde und der Jagdaufsicht schon einige Wildtiere und Vögel versorgt und gerettet.😉

Faktenchecker
10 Tage 19 h
sophie
sophie
Kinig
20 Tage 8 h

Ich denke dass es wirklich an der Zeit ist, beim Tierheim, Nägel mit Köpfen zu machen, so viele Jahre wird nur geredet, es braucht dringend auch eine Unterkunft für diese Tiere…🐶🐱

Sag mal
Sag mal
Kinig
20 Tage 8 h

sophie und TIERRETTUNG rund um die Uhr .Wie lange dauert das noch?

So ist das
20 Tage 4 h

Da kann man nur zustimmen.
Das Geld für DNA Analysen des Hundekots sollte besser für ein Tierheim ausgegeben werden.

elvira
elvira
Universalgelehrter
20 Tage 6 h

i hoff es findet a geeignetn plotz, danke für enkern unermüdlichn einsatz. enkre orbeit isch sehr wichtig

Reinhard_Bauer
Reinhard_Bauer
Grünschnabel
19 Tage 21 h
Ich wurde im Bericht erwähnt, da nehme ich gerne Stellung dazu. Mir ist das Thema sehr wichtig und werde auch weiterhin versuchen, das Tierheim zu unterstützen. Landesrat Walcher ist ebenso motiviert und hat ein offenes Ohr für das Anliegen, also denke und hoffe ich, dass wir das hinbekommen. Als SVP-Meran haben wir uns dafür seit geraumer Zeit starkt gemacht (Gnadenhof z.B.) Das Tierheim ist nicht nur für herrenlose Tiere da. Es ist eine Einrichtung im öffentlichen Interesse. Es gibt die Zusammenarbeit mit dem Frauenhaus und andere Strukturen. Es kann aber auch eine Syniergie mit Schulklassen u.w. entstehen. Praktika für ÖberschülerInnen… Weiterlesen »
elvira
elvira
Universalgelehrter
19 Tage 12 h

genau das wäre wunderbar. praktikas für oberschüler/innen geschützte arbeitsplätze, freiwilliges soziales jahr, integration. dies alles könnte das tierheim,neben dem schutz der tiere noch fördern würde dieses projekt endlich unterstützt und endlich ausgebaut.

ebbi
ebbi
Kinig
19 Tage 12 h

Die Landesregierung sollte eine mobile Tierarztpraxis einrichten, welche von Hof zu Hof fährt und dort die Katzen und Hunde gratis sterilisiert. Das würde mal nachhaltig dazu beitragen, die Katzenpopulation einzuschränken und Katzenelend zu minimieren. Den Bauern sind ja oft die Kosten und der Aufwand für eine Sterilisation zu hoch. Dann lieber die Kätzchen ihrem Schicksal überlassen, abmurk*** oder aussetzen. Die Kleintierarztpraxen verdienen sich eh schon mit verantwortungsbewussten Tierhaltern genügend.

Sag mal
Sag mal
Kinig
19 Tage 12 h

Noch immer gibt es die Tötung von Katzenjungen auf Höfen.Und Frauen das erstaunt mich noch mehr machen das auch!!!.Unfassbar wenn eine Katzenmutter mit Ihren Kindern flüchten muss und auch dann noch verjagt wird wenn Sie irgendwo Zuflucht sucht!Ich habe nur ausgestossene od.vom Tierheim Tiere .Niemals würde ich Zucht unterstützen u.ein Tier kaufen.

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
19 Tage 7 h

@Sag mal
💯🔝👏🏻👍🏼Bravo!
😍♥️Ich unterstütze diese Zuchten ebenfalls nicht!
Nebenbei gesagt füttern wir in unserem Garten auch Igel(vor allem im Herbst),im Winter auch die Vögel,streunende Katzen und sogar Füchse die manchmal nachts zu Besuch kommen.😉

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