Fahrgemeinschaften können das allmorgendliche Stauproblem lindern. Der Mehrwert: nette Gespräche, gespartes Geld und ein gutes Gewissen. Das ist Carpooling.

Carpooling – Pendeln mit Köpfchen

Donnerstag, 21. Juni 2018 | 08:45 Uhr
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Der Morgentau klebt noch an den Blättern als Michael Lechner um 7.15 Uhr in Rodeneck vor die Haustür tritt. Sein Blick schweift kurz über den Brixner Talkessel, bevor er in sein Auto steigt. Routiniert fährt er Richtung Hauptstraße, um nach zwei Kilometern Kollegin Katharina Blasbichler ins Auto steigen zu lassen. Gemeinsam fahren sie weiter nach Mühlbach. Dort steigt Kollege Lorenz Leitner zu, der mit der Seilbahn von Meransen pünktlich ins Tal pendelt. Das gemeinsame Ziel: Der Arbeitsplatz in der Zentrale der Raiffeisenkasse Eisacktal am Großen Graben in Brixen.

Arbeitgeber können Anreize schaffen

Die Raiffeisenkasse Eisacktal stellt ein bestimmtes Kontingent an Parktickets für ein nahe gelegenes Parkhaus zur Verfügung, aber nicht alle Anfragen können mit diesem Kontingent bedient werden. Die Alternativen: ein eigenes Parkticket kaufen oder eine Fahrgemeinschaft bilden; so wie Michael, Katharina und Lorenz das machen. “Jeder Mitarbeiter, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrgemeinschaften zum Arbeitsplatz kommt, bekommt bei uns Punkte. Am Ende des Jahres kann man einen Preis gewinnen,” so Lorenz Leitner, Personalverantwortlicher der Raiffeisenkasse Eisacktal.

Kombinationsmöglichkeiten sind entscheidend

Die Fahrt nach Hause gestaltet sich bei der Carpooling Truppe aus dem Eisacktal ein wenig komplexer. “Wir beginnen unsere Arbeit alle zur selben Zeit, je nach Situation arbeiten wir aber unterschiedlich lange,” so Leitner. Dennoch, der mittlerweile gut ausgebaute öffentliche Nahverkehr in Südtirol erleichtert das Carpooling erheblich. “In Südtirol fährt zu den Stoßzeiten jede halbe Stunde ein Bus in die Dörfer und die Bushaltestelle ist nur einen Steinwurf von unserem Firmensitz entfernt,” argumentiert Leitner. Die Carpooling Gruppe der Raiffeisenkasse Eisacktal stimmt sich gegen 16.30 Uhr kurz ab, um die Rückfahrt zu planen. Anschließend fahren dann entweder alle gemeinsam mit dem PKW nach Hause oder ein Kollege nimmt den Bus – wenn es die Situation erfordert.

Die Fahrt mit dem Bus oder mit der Fahrgemeinschaft hat für Leitner aber noch weitere Vorteile. “Ich habe während der Fahrt Zeit, Berufliches oder Privates zu organisieren.” sagt Leitner.

Carpooling ist auf jeden Fall eine effektive Methode, um den Individualverkehr und die damit verbundenen Emissionen und Staubildungen zu reduzieren. Den Arbeitgebern stehen dabei viele Möglichkeiten offen, um für das tägliche Pendeln der Mitarbeiter neue Lösungen gemeinsam zu erproben. Dabei ist eine Kombination aus Anreizen und Hindernissen ein bewährtes Mittel, um das Pendelverhalten im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie zukunftsorientiert zu gestalten.

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Das #greenmobilitybz-Team porträtiert Menschen in Südtirol, die nachhaltige Mobilität aktiv leben. Jeder vermeidet, verlagert oder verbessert den Verkehr auf seine eigene Art und Weise – wir alle können dazu beitragen. Das Land Südtirol unterstützt den Umstieg auf die Elektromobilität mit einer Ankaufprämie für E-Fahrzeuge und Heimladestationen. Mehr dazu unter www.greenmobility.bz.it #greenmobilitybz #101argumente

Von: suedtirolonline