Regionale Produkte stehen für kurze Wege und Biodiversität. PUR Südtirol möchte auch in der Logistik neue Akzente setzen und hat bereits erste Erfahrungen mit Brennstoffzellen- und Batterie-Fahrzeugen gesammelt.

Kurze Wege sind die besseren Wege

Mittwoch, 28. März 2018 | 00:00 Uhr

Wir, das greenmobilitybz-Team, spüren bereits nach den ersten Minuten in der Firmenzentrale von PUR Südtirol den Tatendrang des gesamten Unternehmen. Zwischen der Hektik des Arbeitsalltags und den vielen regionalen Spezialitäten scheint sich in den Hallen und Räumen eine Energie zu verbreiten, die im wahrsten Sinne Lust auf eine nachhaltige Zukunft macht.

“Als wir vor einigen Jahren unseren ersten PUR Südtirol Shop in Meran eröffnet haben staunten so manche nicht schlecht. Die Verwunderung über die Fülle an regionalen Produkten, die Südtirol bieten kann, hat uns dann als Unternehmen auch stark motiviert.”, berichtet uns Günther Hölzl, einer der beiden Geschäftsführer von PUR Südtirol.

Aus einer kleinen Nische gelang es den beiden findigen Unternehmern einen wahren Trend zu etablieren, der auch auf andere Regionen übergesprungen ist. “Regionale Produkte bringen viele Vorteile mit sich und dies nicht nur für die Produzenten und für uns als Händler. Regionale Produkte schaffen sicheres Einkommen für die Bauern, stärken die heimische Wirtschaft und den ländlichen Raum und leisten einen wertvollen Beitrag für mehr Biodiversität. Zudem erhält der Konsument ein hochwertiges, gesundes Produkt!”

Regionale Produkte haben eine bessere CO2-Bilanz

Auf unsere Frage, ob die Mobilität bzw. Logistik für die ganzheitliche Qualität bei regionalen Produkten eine wichtige Rolle einnimmt, kommt die Antwort vom PUR Südtirol Gründer unmittelbar: “Eindeutig, denn regionale Produkte und Saisonalität bedeuten auch kurze Wege. Es ist mit Sicherheit für alle besser, wenn Produkte eine kurze Lieferkette von 10, 15 oder 50 km Entfernung zwischen Produzent und Endkonsument aufweisen, als wenn die Lebensmittel hundert oder mehr Kilometer transportiert werden müssen. Regionale Produkte sind auch ein Gegenpol zu globalen Massenprodukten!”

Eine ‘grünere’ Logistik ist möglich

Dennoch räumt unser Gesprächspartner ein, dass die Herausforderungen in Sachen Logistik und Mobilität im Kontext von regionalen Produkten nicht zu unterschätzen sind. “Wir arbeiten mit vielen kleinen, dezentralen Produzenten zusammen und die Liefermengen sind dementsprechend oftmals sehr klein, was sich negativ auf die CO2-Bilanz auswirkt. Als PUR Südtirol sind wir kontinuierlich bemüht, unsere Logistik und unser Mobilitätsverhalten in Richtung green mobilityzu optimieren und arbeiten hier an unterschiedlichen Fronten!”

PUR Südtirol wird zukünftig vermehrt auf saubere Technologien setzen und hat bereits eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit dem H2 Wasserstoffzentrum in Bozen begonnen. Der Außendienst wird heute mit zwei PKWs mit Brennstoffzellen ausgeführt und auch für kurze Botengänge setzen die innovativen Unternehmer seit einige Jahren auf E-Mobility. “Eine Umstellung der gesamten Warenlogistik ist aktuell noch nicht möglich aber wir sind sehr zuversichtlich. Für uns war es wichtig jetzt schon Erfahrungen mit Alternativen zum Verbrennungsmotor zu sammeln, denn wir werden mit Sicherheit in diese Richtung weiterdenken!”, ist sich der Unternehmer gewiss. Dennoch, nicht nur bei den Fahrzeugen sieht PUR Südtirol Potenzial für eine Reduzierung des Verkehrs und CO2-Ausstoßes. In Zusammenarbeit mit dem eigenen Weingroßhandel werden Leerfahrten so gut als möglich reduziert, denn Verkehrsvermeidung ist eine der besten Strategien.

Die Politik hat eine große Verantwortung

Zu guter Letzt aber ist für Günther Hölzl das Engagement der Politik entscheidend, um die Mobilität im Sinne der Nachhaltigkeit zu verbessern: “Für ein Unternehmen ist die Logistik heute ein sehr knapp kalkulierter Posten und die Spielräume sind sehr eng.” Die Politik sollte laut Hölzl unterstützend eingreifen, damit alternative Mobilitätslösungen schnell die kritische Masse erreichen und die Kosten passen. Norwegen hat gezeigt, dass hier einiges machbar ist.

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Das #greenmobilitybz-Team porträtiert Menschen in Südtirol, die nachhaltige Mobilität aktiv leben. Jeder vermeidet, verlagert oder verbessert den Verkehr auf seine eigene Art und Weise – wir alle können dazu beitragen. Das Land Südtirol unterstützt den Umstieg auf die Elektromobilität mit einer Ankaufprämie für E-Fahrzeuge und Heimladestationen. Mehr dazu unter www.greenmobility.bz.it #greenmobilitybz #101argumente

Von: suedtirolonline

Kommentare

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2 Kommentare auf "Kurze Wege sind die besseren Wege"


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Landschaftspfleger
27 Tage 4 h

Ein lobenswertes Engagement von Pur Südtirol. Leider werden aber vielfach, bewusst und unbewusst Massenproduktion und Importe gefördert.

anders
anders
Neuling
25 Tage 9 h

Regionale Produkte heißt: Produkte aus Europaregion Tirol kaufen

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