Von: apa
Österreichs Basketball-Nationalteam hat ohne NBA-Legionär Jakob Pöltl auch sein drittes Gruppenspiel in der WM-Qualifikation verloren. Die ersatzgeschwächte ÖBV-Auswahl musste sich am Freitag vor 1.950 Zuschauern in der Sport Arena Wien in einer bis in die Schlussminute offenen Partie den Niederlanden mit 71:81 (34:40) geschlagen geben. Um noch ins Aufstiegsrennen der Gruppe F eingreifen zu können, ist am Sonntag (14.30 Uhr) im Rückspiel in Den Haag wohl ein Sieg notwendig.
Neben Topscorer Sylven Landesberg wegen dessen langwieriger Ellbogenprobleme musste kurzfristig auch Luka Brajkovic passen. Der ÖBV-Center war mit einer Knöchelverletzung eingerückt, die im Training neuerliche Schmerzen verursachte. Nach einer MRT-Untersuchung sind weitere Abklärungen notwendig, Brajkovic wird laut Verbandsangaben auch in Den Haag fehlen. Der 26-Jährige von Olimpija Ljubljana war in Abwesenheit von Pöltl von Naglic als zentraler Anspielpunkt in der Offensive vorgesehen gewesen.
“Uns haben zu viele Spieler gefehlt. Wenn wir nur Brajkovic gehabt hätten, wäre es eine andere Geschichte gewesen”, erklärte der vor Quali-Start eingesetzte ÖBV-Teamchef Aramis Naglic. “Ich kann nicht unzufrieden sein, weil alle Spieler 150 Prozent gegeben haben. Wir können Details besser machen, aber uns hat in der Offensive Talent gefehlt. Das war unser Problem.”
Vujosevic und Schott stark
Spielmacher-Routinier Bogic Vujosevic nahm das Team auf seine Schultern. Der 33-Jährige erzielte als ÖBV-Topscorer 15 seiner insgesamt 23 Punkte vor der Pause. Teenager Fynn Schott überzeugte mit 15 Punkten und 15 Rebounds. Der Steirer wechselt im Sommer mit den Utah Utes an dasselbe US-College, aus dem es Pöltl vor zehn Jahren als erster und bisher einziger Österreicher in die NBA geschafft hat. “Wir haben offensiv größtenteils gut exekutiert”, meinte Schott. “Wir müssen aber in der Defense noch solider sein – auch ich, da war ich nicht auf meinem Standard.”
Heidelberg-Legionär Erol Ersek kam ebenfalls auf 15 Zähler. Viel Spielzeit erhielt auch der wie Schott erst 19-jährige Benjamin Schuch. Dazu gab Aron Stazic, der Sohn des früheren Liga-Topscorers Stjepan Stazic, mit 18 Jahren sein Nationalteam-Debüt. “Sie haben uns einiges gegeben, das ist die Zukunft des österreichischen Basketballs”, sagte Naglic über seine Youngsters. “Diese Spiele bringen Erfahrung. Wir haben noch keine Erfahrung, das ist die Realität.”
Die jungen Österreicher hielten das Spiel dennoch lange offen. Nach dem ersten Viertel fehlten vier Zähler (13:17), zur Pause sechs. Im dritten Abschnitt zogen die Niederländer bis auf elf Punkte davon. Die ÖBV-Auswahl kämpfte sich aber zurück, und Vujosevic verkürzte mit einem Dreier unmittelbar vor der Viertelpause auf 53:55. Dreieinhalb Minuten vor Schluss brachte Schott die Gastgeber mit einem Dunk bis auf einen Punkt heran (66:67), die Führung übernahmen sie aber nicht mehr.
Entscheidung erst im Finish
Rot-Weiß-Rot bekundete in der entscheidenden Phase am Defensivrebound Probleme. “Oranje”-Spielmacher Keye van der Vuurst traf 22 Sekunden vor Schluss einen Sprungwurf mit Foul und versenkte auch den folgenden Bonusfreiwurf zum 77:71 für die Niederlande. Der “Oranje”-Spielmacher kam als Topscorer der Partie auf 25 Punkte. “Wir haben das Maximum gegeben, aber es hat knapp nicht gereicht”, erklärte Vujosevic. “Wir können nicht angefressen sein, nur traurig, dass wir noch nie in Bestbesetzung zusammengespielt haben.”
Mit Pöltl hatten die Österreicher im Sommer in der WM-Vorqualifikation in den Niederlanden eine knappe Niederlage kassiert (64:65). Zu Hause gab es aber einen 83:70-Erfolg. Die besten drei Teams der Vierergruppe schaffen es in die nächste Runde. Im Juli stehen für die Rot-Weiß-Rot noch ein Heimspiel gegen den nach drei Partien ungeschlagenen EM-Sechsten Polen und ein Gastspiel in Lettland auf dem Programm. Polen setzte sich am Freitag in Lettland mit 84:82 durch und führt die Gruppe mit drei Siegen aus drei Spielen und sechs Punkten an. Dahinter folgen die Niederlande (5), Lettland (4) und Österreich (3).




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