Last-Minute-Tor zu Hause

FCS im Pech

Sonntag, 18. November 2018 | 17:43 Uhr

Bozen – Zweite Heimniederlage in Folge für die Mannen von Mister Zanetti: Nachdem man vor zwei Wochen im Drususstadion gegen FeralpiSalò unterlag, setzte es auf dem heimischen Rasen ein unglückliches 0:1 gegen Vis Pesaro. Unglücklich deshalb, weil das Siegtor in der 92. Minute fiel und wohl nicht hätte zählen dürfen, weil in der Aktion zum Treffer ein Foul an Della Giovanna nicht geahndet wurde. Zudem waren die Weiß-Roten über weite Strecken die überlegene Mannschaft und trafen in Person von De Cenco und De Rose je einmal pro Halbzeit das Aluminium.

MATCH PREVIEW

Nach dem Unentschieden auswärts gegen Giana Erminio – welches das sechste positive Resultat (ein Sieg und fünf Remis) aus den letzten sieben Spielen bedeutete, von denen Kapitän Fink und Co. lediglich das Heimspiel vor zwei Wochen gegen FeralpiSalò verloren – trifft der FC Südtirol im heimischen Drususstadion auf Vis Pesaro, welches in der Tabelle einen Punkt vor den Weiß-Roten liegt (Vis Pesaro hält zurzeit bei 16 Zählern, der FCS bei 15) und dank zweier Siege und ebenso vieler Unentschieden seit vier Spielen ungeschlagen ist. Die Weiß-Roten hingegen sind seit vier Spielen ohne Sieg, in denen man drei Punkte holen konnte.

Zuhause konnte der FCS acht seiner bisherigen 15 Punkte holen: Im Drususstadion gab es bis zu diesem Zeitpunkt zwei Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage.
Vis Pesaro ergatterte ganze zehn seiner 16 Zähler in der Ferne: Auswärts holte man drei Siege und ein Remis und erlitt zudem zwei Niederlagen.

Gegen Vis Pesaro muss Mister Zanetti auf die verletzten Crocchianti und Vinetot verzichten, letzterer nimmt nur auf der Bank Platz und wird von Della Giovanna in der Startformation ersetzt. Im Mittelfeld agiert Berardocco als Spielmacher, während De Cenco und Costantino das Sturmduo bilden – für die Nummer neun der Weiß-Roten ist es ein besonderes Spiel, stand er doch einst in den Reihen von Vis Pesaro.

LIVE MATCH

Energischer und überzeugender Beginn der Weiß-Roten: Die Mannen von Zanetti nisteten sich anfangs in der gegnerischen Hälfte ein und ließen den Ball gut laufen.

Ein erstes, wenn auch sehr kleines, Warnzeichen kam aber vom Team aus den Marken: Hadziosmanovic zog in der 15. Minute von rechts in die Mitte und mit links ab, doch sein Abschluss war schwach und ging deutlich neben den Kasten von Offredi.

Nur zwei Minuten später kamen dann aber die Weiß-Roten zum ersten Mal auf – und das sofort gefährlich: Morosini führte einen Eckball kurz auf Berardocco aus, der daraufhin in die Mitte flankte. Dort stieg De Cenco gut hoch, jedoch kam Briganti in extremis vor ihm an den Ball und klärte über den eigenen Kasten.

Mit der Zeit schien Vis Pesaro immer besser in die Partie zu kommen und bereitete dem Team von Zanetti die eine oder andere Schwierigkeit. In der 22. Minute stand jedoch nur das Aluminium zwischen dem FCS und der Führung: Nach einer maßgenauen Flanke von Morosini von der linken Seite in die Mitte schraubte sich De Cenco erneut hoch und feuerte einen guten Kopfball ab. Das Spielgerät klatschte aber hinter dem bereits geschlagenen Tomei an den linken Pfosten.

Die Hausherren waren feldüberlegen, der eigene Spielfluss wirkte jedoch noch ein wenig mühsam – auch weil die Gäste die Räume im Zentrum zustellten.

Exakt zehn Minuten später (32.) dann eine Schrecksekunde für den FCS: Casale traf im eigenen Sechzehner mit dem Kopf den Ball nicht richtig, weshalb das Spielgerät mitten in der Gefahrenzone blieb, doch weder Olcese noch Balde im zweiten Anlauf konnten den Fehler ausnutzen.

Die Gäste blieben am Drücker: Hadziosmanovic spielte in Spielminute 38 einen klasse Lochpass im Strafraum der Weiß-Roten zu Balde, der – fast alleine vor Offredi und aus aussichtsreicher Position – das Leder einfach mal direkt nahm. Sein Abschluss ging aber über die Latte.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit waren die Weiß-Roten bemüht, das Zepter der Partie wieder an sich zu reißen und kamen wieder gefährlicher auf: In der 43. Minute fand ein Morosini-Eckball von der rechten Seite in der Mitte Casale, dessen Kopfball fiel jedoch zu schwach aus und landete in den Armen von Tomei.
Dann ging die erste Halbzeit zu Ende – mit einem 0:0 begaben sich die Teams in die Kabinen.

Mister Zanetti tätigte in der Halbzeitpause einen Wechsel: Berardocco blieb in den Katakomben, für ihn kam De Rose. Die Gäste blieben zunächst unverändert.
Die Weiß-Roten ließen im Vergleich zu Halbzeit eins den Ball schneller und vertikaler in den eigenen Reihen laufen, De Rose versuchte, De Cenco und Costantino in die Tiefe zu schicken. Jedoch gehörte auch die erste Chance in dieser zweiten Hälfte den Gästen: Olcese kontrollierte das Spielgerät, legte es sich auf seinen rechten Fuß und feuerte aus 20 Metern einen Diagonalschuss ab, der nicht weit am langen Eck vorbeiging.

Was dem FCS bei den eigenen Offensivbemühungen ein wenig fehlte, war die Lebhaftigkeit und ein Überraschungsmoment. Deshalb reagierte Coach Zanetti: Er nahm Fink in der 60. Minute runter und setzte auf die Ideen von Turchetta, der nun hinter den beiden Spitzen De Cenco und Costantino agierte. Die Weiß-Roten spielten nun also in einem 3-4-1-2-System.

Eine Viertelstunde später (75.) machte sich dieser Wechsel zum ersten Mal richtig bemerkbar: Turchetta setzte sich auf der linken Seite durch und brachte eine Flanke in die Mitte. Dort versuchten mehrere Südtiroler Spieler, den Ball mit der Brechstange im Tor unterzubringen, jedoch war immer ein Fuß oder Körper der Gäste dazwischen. Schließlich kam das Leder zu De Rose, der – wie zuvor De Cenco in Halbzeit eins – den Pfosten traf. Anschließend wurde die Situation bereinigt.

In Spielminute 78 wurde Vis Pesaro aber wieder gefährlich: Rizzato drang von der linken Seite in den Strafraum der Weiß-Roten ein und servierte in der Mitte mustergültig Hadziosmanovic, dessen Volley mit rechts ging aber aus aussichtsreicher Position über den Kasten von Offredi.

Coach Zanetti warf in der Schlussphase alles nach vorne und brachte in der 88. Minute für Tait in Mazzocchi einen vierten nominellen Stürmer.

Der FCS brachte den Ball aber nicht im Tor der Gäste unter und somit komplettierte sich das Unheil in der 92. Minute: Nach einer Aktion, in der ein Foul an Della Giovanna nicht geahndet wurde, kam der Ball auf der rechten Außenbahn zu Diop, der mit hoher Geschwindigkeit in den Strafraum der Weiß-Roten eindrang und per Diagonalschuss ins lange Eck zum unverdienten 0:1-Siegtor für Vis Pesaro traf. Die Ironie, dass der linke Pfosten bei diesem Treffer mithalf, ging dabei keinem verloren.

Unmittelbar danach pfiff Schiedsrichter Giordano die Partie ab und die unverdiente wie unglückliche Heimniederlage für die Mannen von Mister Zanetti war Tatsache. Am nächsten Sonntag, den 25.11., treffen die Weiß-Roten auswärts auf Lanerossi Vicenza.

 

FC SÜDTIROL – VIS PESARO 0:1 (0:0)
FC SÜDTIROL (3-5-2): Offredi; Ierardi, Casale, Della Giovanna; Tait (88. Mazzocchi), Morosini, Berardocco (46. De Rose), Fink (60. Turchetta), Fabbri; De Cenco, Costantino
Auf der Ersatzbank: Ravaglia, Costigliola, Antezza, Vinetot, Boccalari, Procopio, Zanon, Oneto
Trainer: Paolo Zanetti
VIS PESARO (3-4-3): Tomei; Pastor, Briganti, Gennari; Hadziosmanovic (86. Rossoni), Botta, Paoli, Rizzato; Petrucci (67. Diop), Olcese, Baldé (67. Kirilov)
Auf der Ersatzbank: Bianchini, Gianola, Boccioletti, Romei, Cuomo, Di Nardo, Buonocunto, Gabbani, Tessiore
Trainer: Leonardo Colucci
SCHIEDSRICHTER: Michele Giordano aus Enna (Die Assistenten: Gabriele Bertelli aus Busto Arsizio und Nicola Tinello aus Rovigo)
TOR: 0:1 Diop (90. + 2)
ANMERKUNGEN: sonniger Nachmittag, milde Temperaturen für diese Jahreszeit.
Gelbe Karten: Paoli (VP, 27.), Briganti (VP, 45.), De Rose (FCS, 61.), Turchetta (FCS, 66.), Fabbri (FCS, 75.), Rizzato (VP, 81.), Gennari (VP, 90.)

Von: luk

Bezirk: Bozen

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