Von: APA/dpa
Der Fußball-Weltverband treibt eine mögliche Revolution der Abseitsregel voran. Mit Beginn der Saison der Canadian Premier League am Samstag startet dort ein Pilotprojekt, teilte die FIFA mit. Dabei wird die bisherige Regel für Abseits zugunsten der Angreifer geändert. Dies hatten die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) genehmigt. Als Teil von Tests in der CPL wird auch ein Überprüfungssystem von Schiedsrichterentscheidungen für Trainer eingeführt.
Der frühere Spitzentrainer Arsene Wenger setzt sich als Leiter der Abteilung für globale Fußballentwicklung bei der FIFA bereits seit sechs Jahren für eine geänderte Abseitsregel ein. Dabei soll ein Spieler nicht im Abseits stehen, solange sich noch ein Körperteil, mit dem ein Tor erzielt werden kann, auf gleicher Höhe mit dem vorletzten gegnerischen Spieler befindet. Ein Spieler wird nur als im Abseits gewertet, wenn zwischen ihm und dem Verteidiger eine Lücke besteht. Dies bezeichnet die FIFA als “Daylight”, also Tageslicht-Abseits. Bisher steht ein Spieler schon im Abseits, wenn nur eines dieser Körperteile näher am Tor ist als der vorletzte Gegner.
Die neue Abseitsregel soll laut FIFA für mehr Tore sorgen. “Indem wir diese neue Auslegung in einem professionellen Wettbewerb testen, können wir ihre Auswirkungen besser verstehen, unter anderem im Hinblick auf mehr Klarheit und einen flüssigeren Spielverlauf sowie die Förderung des Angriffsspiels”, sagte der Franzose Wenger zu den Tests in Kanada. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich bereits Ende 2025 offen für eine mögliche Änderung der Abseitsregel gezeigt. “Wie können wir das Spiel offensiver und attraktiver machen?”, fragte Infantino damals. Unter anderem in Italien liefen seit April 2022 bereits Tests, dort in den beiden höchsten Ligen der U18.
Trainer dürfen Entscheidungen überprüfen lassen
In der höchsten rein kanadischen Liga gibt es keine speziellen Videoschiedsrichter, stattdessen dürfen die Trainer eine begrenzte Anzahl von Anträgen stellen, Entscheidungen überprüfen zu lassen. Dies ist bei Toren, Elfmetern, Roten Karten und Verwechslungen gestattet. Dazu überreichen die Trainer dem Vierten Offiziellen an der Seitenlinie eine Karte. Die strittigen Entscheidungen werden dann am Monitor angeschaut. Das System solle keinen Ersatz für den Video-Assistenten (VAR) sein, sondern den Schiedsrichtern Unterstützung bei kritischen Entscheidungen bieten, teilte die FIFA weiter mit.




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