Das Objekt der Begierde: Die Claret Jug

Golf-Elite kämpft bei British Open um Claret Jug

Mittwoch, 19. Juli 2023 | 12:51 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa

Ab Donnerstag wird bei den 151. British Open wieder um die legendäre Trophäe Claret Jug sowie um 16,5 Mio. Dollar Preisgeld gegolft. Abgesehen von Tiger Woods ist im Royal Liverpool Golf Club im englischen Hoylake alles am Start, was im Golfsport Rang und Namen hat. Die Favoritenrolle wird von Buchmachern und Medien Rory McIlroy zugeschoben, der zuletzt bei den Scottish Open triumphierte. Österreichs Beitrag ist Sepp Straka, der ebenfalls mit einem Sieg im Gepäck anreiste.

Der 30-Jährige hatte vor gut zehn Tagen mit dem Erfolg beim John Deere Classic seinen zweiten PGA-Titel eingelocht, die vergangene Woche nutzte er zur Vorbereitung auf seine zweite Teilnahme beim ältesten Golfturnier der Welt. Straka hatte im Vorjahr im schottischen St. Andrews bei seiner Open-Premiere den Cut verpasst. Diese Hürde will der gebürtige Wiener, der im Mai bei der PGA Championship mit Rang sieben das beste Major-Resultat eines Österreichers überhaupt schaffte, nun meistern.

Die Aufgabe im 156er-Starterfeld wird aber nicht leichter. Der in den Dünen gelegene Par-71-Golfkurs westlich von Liverpool gilt als anspruchsvoll und als Paradebeispiel für einen Links-Platz: sehr windanfällig, uneben, tiefe Sandbunker, schmale Fairways sowie Roughs, die jeden Fehler bestrafen. Zuletzt fanden hier die British Open 2014 statt. Der Sieg ging an den damals 25-jährigen McIlroy.

“Es gibt ein paar Dinge, an die ich mich erinnere. Es ist schön, auf den Platz zu gehen und mich sozusagen wieder mit ihm vertraut zu machen”, erklärte der Nordire, der in bestechender Form ist. “Wenn ich sehe, wie ich letzte Woche gespielt habe und in der Lage war, meinen Ball unter schwierigen Bedingungen zu kontrollieren, habe ich ein gutes Gefühl, wenn ich in diese Woche gehe”, so der Weltranglisten-Zweite, der seit neun Jahren auf seinen fünften Major-Titel wartet.

In den ersten beiden Runden schlägt McIlroy in einem illustren Flight mit dem spanischen Masters-Champion John Rahm und der ehemaligen Nummer eins, Justin Rose, ab. Rahm gehört genauso zum Favoritenkreis wie der Weltranglisten-Erste Scottie Scheffler aus den USA. Titelverteidiger ist Cameron Smith, der im vergangenen Jahr kurz nach seinem Sieg in die LIV-Serie wechselte.

Der Australier brachte zu Wochenbeginn wie üblich die Claret Jug zurück und war dabei leicht emotional. “Hoffentlich kann ich sie wieder bekommen. Ich will das Ding unbedingt zurück”, sagte der 29-Jährige über die silberne Weinkaraffe. “Ich habe all meinen Freunden gesagt, es dauert nur eine Woche, und wir werden wieder daraus trinken.” Den passenden Tropfen wird sich der Sieger jedenfalls leisten können, schließlich erhält der Gewinner drei Millionen Dollar.