Am Bergisel geht ein Licht auf

Grünes Licht für Flutlichtanlage am Innsbrucker Bergisel

Sonntag, 04. Januar 2026 | 15:00 Uhr

Von: apa

Der Bau einer Flutlichtanlage am Innsbrucker Bergisel ist im Rahmen der Vierschanzentournee endgültig fixiert worden. Das teilte der ÖSV am Sonntag mit. Die Kosten belaufen sich auf voraussichtlich 4,8 Mio. Euro, die zu je einem Drittel vom Bund und vom Land Tirol getragen werden. Das letzte Drittel teilen sich die Stadt Innsbruck und der Österreichische Skiverband. Eine endgültige Entscheidung über die erstmalige Durchführung der Frauen-Tournee 2026/27 gibt es nach Olympia.

“Damit ist der Grundstein gelegt, um im kommenden Jubiläumsjahr der Vierschanzentournee erstmals auch die Frauen in das Programm aufzunehmen”, wurde FIS-Renndirektor Sandro Pertile in einer Aussendung zitiert. Der Internationale Ski- und Snowboardverband werde sich “zeitnah” nach den Olympischen Spielen in Italien (6. bis 22. Februar) mit dem österreichischen sowie deutschen Skiverband, den vier Austragungsorten und allen weiteren Stakeholdern zusammensetzen, um alle Details und die dafür notwendigen Reglement-Anpassungen zu klären, sagte Pertile.

Zuversicht beim ÖSV groß

Beim ÖSV ist die Zuversicht über die Realisierung der ersten Frauen-Tournee groß. “Mit dem Flutlicht sollte der Weg endlich frei sein”, sagte Christian Scherer. Der ÖSV-Generalsekretär erklärte nach Gesprächen mit den Partnerorten, dass der geschützte Markenname “Vierschanzentournee” auch für mögliche Frauenbewerbe beibehalten werden könne. Diese müssten allerdings an den vier Orten in der Reihenfolge der Männer ausgetragen werden. “Das ist ein Gewinn für den Skisprungsport, für die Athletinnen und für die gesamte Tournee”, betonte Scherer. Die Frauen-Bewerbe sollen in Zukunft jeweils am Quali-Tag der Männer stattfinden.

ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher hatte tags zuvor in einer Medienrunde das “voreilige Hinausposaunen” der Veranstaltungsorte moniert. Diese hatten Ende November die Fixierung der erstmaligen Frauen-Tournee in der kommenden Saison vermeldet. “Es geht uns noch darum, dass wir Villach und Hinzenbach weiter im Weltcup-Kalender haben”, betonte Stecher erneut. “Das ist für den Nachwuchs wichtig. Diese Schanzen können nur auf dem neuesten Stand gehalten werden, wenn Weltcups dort stattfinden. Ich bin guter Dinge, dass es in diese Richtung geht.”

Bewerbe in Innsbruck sichergestellt

Es würde alles nichts bringen, ergänzte Stecher, “wenn wir jetzt eine Frauen-Tournee rausstampfen und in 20 Jahren gibt es keine Skispringerinnen mehr, weil wir keine Schanzen mehr haben.” Mit der Flutlichtlichtanlage am Bergisel ist nun die Sicherstellung der Bewerbe in Innsbruck verbessert worden, sagte Stecher.

ÖSV-Topspringerin Lisa Eder würde sich über die Umsetzung der Frauen-Tournee nach jahrelangen Diskussionen freuen. “Es würde schon Spaß machen und wäre auf jeden Fall mal cool, wenn bei uns mehr Zuschauer sind”, sagte die Gesamtweltcupfünfte im APA-Gespräch. “Ich möchte auch mal einen Bewerb in Innsbruck und Bischofshofen haben.” Teamkollegin Julia Mühlbacher sah es ähnlich. “Wie man bei den Männern sieht, ist es das Highlight des Jahres, wenn nicht gerade Olympia oder eine WM vor der Tür steht.” ÖSV-Frauentrainer Thomas Diethart, Tourneesieger 2013/14, betonte: “Sie haben es sich verdient, eine Vierschanzentournee zu bekommen.”

Sportminister Andreas Babler (SPÖ) freute sich über “fantastische” Neuigkeiten. “Die Integration der Frauenwettkämpfe in das Programm der Vierschanzentournee ist gelebte Gleichstellung im Spitzensport. Dass Bund, Land, Stadt und Verband hier gemeinsam an einem Strang ziehen, zeigt, dass Frauensport heute endlich den Stellenwert einnimmt, den er verdient”, sagte der Vizekanzler. Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) sieht einen historischen Schritt. “Dem Tourneespringen im Jänner 2027 könnte dann bereits ein Licht aufgehen.”

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