Von: apa
Alessandro Hämmerle ist Doppel-Olympiasieger im Snowboard Cross. Der Vorarlberger wiederholte im Livigno Snow Park am Donnerstag seinen Coup von vor vier Jahren in Peking und sicherte sich erneut Gold. Hämmerle raste dank eines starken Finishs noch auf Platz eins vor dem Kanadier Eliot Grondin. Bronze ging durch Ex-Weltmeister Jakob Dusek ebenfalls an Österreich. Für das Österreichische Olympische Komitee waren es die Medaillen zehn und elf im Rahmen dieser Winterspiele.
“Es ist komplett surreal, heute in der Früh hätte ich es mir nicht gedacht. Die Krankheit hat mich so viel gekostet, ich wusste nicht, wie ich die Energie aufbringen kann”, sagte Hämmerle. Er hatte sich zuletzt mit einer Erkältung herumgeschlagen. Die Energie sei im Verlauf des Bewerbs zurückgekehrt. “Als ich im Finale gestartet bin, habe ich gemerkt, das Adrenalin kickt, das läuft. Ich habe an den richtigen Stellen Energie reingehaut. Ich kann es nicht glauben, dass sich das wieder ausgegangen ist.”
Österreicher im Fotofinish weiter
Hämmerle hatte es bei Wind und Schneefall in Livigno schon im Halbfinale spannend gemacht. Im Fotofinish gegen US-Routinier Nick Baumgartner gelang dem 32-Jährigen als Zweiter hinter Grondin der Aufstieg. Im Achtel- und Viertelfinale hatte er davor jeweils souverän den Aufstieg fixiert. Auch Dusek kam in seinem Halbfinale im Fotofinish gegen den Franzosen Jonas Chollet weiter. Aus dem österreichischen Quartett hatten sich David Pickl und Lukas Pachner davor schon im Achtelfinale als jeweils Dritte ihrer Läufe verabschiedet.
Für Dusek hätte es “nicht viel besser laufen können. Es war extrem anstrengend auf dem langen Kurs so viele Läufe zu fahren und bis zum Schluss zu fighten.” Der 29-Jährige erinnerte an Finali, die nicht nach dem Geschmack der Österreicher verlaufen waren: “Jetzt haben wir es endlich geschafft nach fünf großen Events, wo immer zwei Österreicher im großen Finale waren, dass keiner Vierter wird.” Bei der WM 2025 in St. Moritz lieferten sich Hämmerle und Dusek einen harten Zweikampf. Profiteur des rot-weiß-roten Duells war damals der siegreiche Kanadier Grondin.
Hämmerle dachte schon an Karriereende
“Wir haben gesagt, dieses Mal machen wir es besser”, meinte Hämmerle im ORF im Rückblick. Der Vorarlberger wandelte in Italien in den Fußstapfen seiner beiden Vorgänger. Seitdem Snowboard Cross olympisch ist, haben nur der US-Amerikaner Seth Wescott, der Franzose Pierre Vaultier und nun der Vorarlberger jeweils zweimal Gold gewonnen. “Dem Nächsten wünsche ich viel Glück”, meinte Hämmerle.
Dass er sich nun Doppel-Olympiasieger nennen kann, war nicht immer sicher. Hämmerle dachte schon einmal dran, seine Karriere zu beenden. “Es ist immer ein Auf und Ab mit den Verletzungen in unserem Sport. Es kann schnell passieren”, erklärte er. Nun sei eigentlich ein guter Zeitpunkt, das Handtuch zu werfen. “Aber im nächsten Jahr ist eine Heim-WM, da probieren wir es noch einmal.”
Für Dusek ist es neben WM-Gold 2023 der größte Erfolg. Vor vier Jahren hatte sich der Niederösterreicher bereits im Achtelfinale aus dem Medaillenrennen verabschiedet. In seiner Saisonvorbereitung auf den Olympia-Winter lief einiges schief. Beim Mountainbiken in Livigno zog sich Dusek im vergangenen September einen Teilabriss des Kreuzbandes zu. “Gleich da hinten” sei es passiert, deutete der Bronze-Gewinner im Zielstadion. “Dass ich jetzt so dastehe, ist schon speziell.”




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