20. Abfahrtssieg

Dominik Paris siegt in Kvitfjell

Samstag, 21. März 2026 | 14:57 Uhr

Von: apa

Dominik Paris hat die letzte Saisonabfahrt in Kvitfjell gewonnen. Der bald 37-jährige Südtiroler aus Ulten setzte sich an einem seiner Lieblingsorte vor Olympiasieger Franjo von Allmen (+0,19 Sek.) und dem Oberösterreicher Vincent Kriechmayr (+0,60) durch. Kriechmayr holte noch einen dritten Podestplatz in der Abfahrt und ließ danach mit einer “Message an den Verband” aufhorchen, indem er seine Zukunft an die Rückkehr seines Vertrauenstrainers knüpfte.

Paris raste zum 20. Abfahrtssieg

Mit 20 Abfahrtssiegen ist Paris nun die alleinige Nummer zwei im Weltcup hinter Franz Klammer (25). “Das ist weit weg und ich werde nicht jünger”, sagte der Sieger, dessen Zukunft ebenfalls offen ist. “Fahren wir das hier fertig und dann schauen wir.” Er feierte seinen ersten Saisonsieg, den insgesamt bereits siebenten in Kvitfjell. In Norwegen und in Bormio ist er nun Rekordhalter. “Bei beiden Abfahrten muss das Gewicht schieben, ich lasse das Gewicht schieben.”

Für Kugelgewinner Marco Odermatt hingegen ist die Piste “Olympia-Bakken” weiter kein Erfolgspflaster, er wurde Siebenter (+0,92). Auch Kitzbühel-Gewinner Giovanni Franzoni (11.) vermochte seine technischen Fähigkeiten nicht auszuspielen. Am Sonntag steht ein Super-G auf dem Programm.

Kriechmayr erhöht den Druck

Wenn Konditionstrainer Peter Meliessnig in sein Team zurückkehre, “dann mache ich weiter”, sagte Vincent Kriechmayr. Dieser war bereits zwischen 2015 und 2024 Kriechmayrs Vertrauensmann in Sachen Kondition und wurde dann von Red Bull verpflichtet, um Lindsey Vonn Beine zu machen. “Er ist ein herausragender Typ. Genau so einen braucht man, damit man im Sommer die letzten Meter geht. Schade, er ist im Skiverband nicht so wertgeschätzt worden, deshalb hat er den Hut draufgehaut”, erklärte Kriechmayr im ORF. Um sich im Sommer zu quälen, brauche er die besten Leute. “Und deshalb brauche ich ihn.”

Das fanden einst bereits Michael Walchhofer und später auch Anna Veith, die sich im offen ausgetragenen Zwist mit dem ÖSV ebenfalls Meliessnig als Konditionstrainer und Physiotherapeut gewünscht hatte. Ob die Szenegröße selbst einer Rückkehr zu Kriechmayr offen gegenübersteht, wollte der Athlet nicht sagen. “Die Firma, die ihn sich geschnappt hat, wird nicht so blöd sein und so einen Mann gehen lassen. Ich hoffe, dass ich mit der Message – und ich hoffe, sie (der Verband, Anm.) werden es mir verzeihen – ein bisschen Druck ausübe”, sagte Kriechmayr.

Der seit knapp einem Jahr als ÖSV-Alpinchef arbeitende Christian Mitter rollte dem “super Typ und Fachmann” Meliessnig daraufhin den roten Teppich aus. “Ich würde irrsinnig gern mit ihm zusammenarbeiten, er kann uns als ganzer Verband helfen. Umso besser, wenn so ein Topathlet wie der Vinc mit ihm gern zusammenarbeitet”, sagte Mitter. “Wir sind dran, aber es ist natürlich auch seine persönliche Entscheidung, wieder mit dem Verband zusammenzuarbeiten.”

Die Saison beendete Kriechmayr als Vierter der Abfahrtswertung – hinter Odermatt, Von Allmen und Paris sowie gerade noch vor Franzoni. Der 34-jährige ÖSV-Teamleader durfte am Samstag sogar kurz mit einem dritten Saisonsieg liebäugeln, indem er den Hundertstelfight mit dem zuvor führenden Alexis Monney auf den letzten Metern für sich entschied. Doch dann kam Paris. “Ich finde maximal drei Zehntel, Domme war herausragend – das hätte ich bei Gott nicht geschafft”, sagte Kriechmayr.

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