Von: apa
Der LASK ist erstmals seit 1965 österreichischer Fußball-Meister. Die Linzer feierten am Sonntag in der letzten Runde der Bundesliga-Meistergruppe einen 3:0-Auswärtssieg gegen die Wiener Austria und setzten sich damit zwei Punkte vor dem entthronten Titelverteidiger Sturm Graz durch, der daheim gegen Rapid 2:0 gewann. Dadurch müssen die Hütteldorfer als Fünfter ins Europacup-Play-off. Salzburg holte trotz eines Heim-1:3 gegen Hartberg Endrang drei, die Austria wurde Vierter.
Für den LASK, der sich bereits am 1. Mai zum Cupsieger krönte, ist es der zweite Meistertitel der Vereinsgeschichte und gleichzeitig das zweite Double. Dieses war auch 1965 gelungen. 61 Jahre später sorgten Tore von Xavier Mbuyamba (38.), Samuel Adeniran (49.) und Melayro Bogardo (76.) dafür, dass das Team von Trainer Dietmar Kühbauer in der letzten Runde nichts mehr anbrennen ließ. Schon ein Punktegewinn in Wien-Favoriten hätte den Linzern zum Titel gereicht.
LASK-Kapitän Sascha Horvath durfte den Meisterteller nach einer überragenden Saison um 16.46 Uhr in den Himmel stemmen. Danach ging es zum Jubel in die bis auf den letzten Platz gefüllte Kurve der Auswärtsfans. Kühbauer hatte den Traditionsclub, den er bereits 2022/23 ein Jahr betreut hatte, im Oktober auf dem vorletzten Tabellenplatz übernommen. Seither gab es für den LASK nur zwei Niederlagen – und in der Meistergruppe zum Abschluss in der entscheidenden Phase vier Siege in Folge.
Demirs Schuhwurf und späte Tore in Graz
Sturm musste sich nach zwei Meisterschaften in Folge mit dem Vizemeistertitel begnügen. Daran änderte auch der nach langer numerischer Überlegenheit durch zwei “Joker”-Tore spät eingefahrene Heimsieg gegen Rapid nichts mehr. Gizo Mamageishvili traf mit einem Distanzschuss genau ins Eck (88.), der ebenfalls eingewechselte Kapitän Stefan Hierländer setzte in seinem letzten Spiel für die Grazer einen direkten Freistoß ins Kreuzeck (91.).
Rapid-Rückkehrer Yusuf Demir war bereits in der 22. Minute ausgeschlossen worden, weil er seinen kaputten Fußballschuh im Affekt in Richtung des vierten Offiziellen geschleudert hatte. Die Grün-Weißen müssen nun weiter um ihre Europacup-Teilnahme kämpfen. Im Play-off-Finale um einen Platz in der Conference-League-Qualifikation treffen die Hütteldorfer auf den Sieger des Duells SV Ried gegen WAC, das am Dienstag stattfindet. Das Finale wird in Hin- und Rückspiel am Freitag und nächsten Montag (25. Mai) ausgetragen.
Salzburgs erste Pleite gegen Hartberg
Salzburg darf, weil auch die Wiener Clubs nicht bzw. nicht voll punkteten, trotz der schlechtesten Saison der Red-Bull-Ära als Dritter in der Europa-League-Qualifikation antreten. Im Sommer steht allerdings ein großer personeller Umbruch bevor. Auch Trainer Daniel Beichler, im Februar eingesetzt, dürfte trotz eines bis 2028 laufenden Vertrages gehen müssen. Die Niederlage gegen Hartberg, die erste der Salzburger Clubgeschichte gegen die Oststeirer, war kein Empfehlungsschreiben.
Die Tore für den Außenseiter erzielten Marco Hoffmann (22.), Fabian Wilfinger (42.) und Damjan Kovacevic (90.). Salzburg gelang durch Kerim Alajbegovic in seinem Abschiedsspiel vor der Rückkehr zu Bayer Leverkusen lediglich der zwischenzeitliche Anschlusstreffer (83.). Die Bullen holten aus den vier abschließenden Partien nur einen Punkt. Auf den LASK fehlten letztlich ganze zehn Zähler. Der Sechste Hartberg bescherte dem scheidenden Trainer Manfred Schmid nach zuvor drei Niederlagen in Folge noch einen gelungenen Abschied.




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