Von: apa
Österreichs Skeleton-Piloten haben im Kampf um die Olympia-Medaillen im Eiskanal von Cortina keine Rolle gespielt. Die Tiroler Samuel Maier und Florian Auer landeten nach vier Läufen auf den Rängen 14 und 17. Maier war mit deutlich höheren Erwartungen angetreten, hofft aber noch auf den Mixed-Teambewerb mit Medaillenkandidatin Janine Flock. Gold ging am Freitag an den britischen Topfavoriten Matt Weston, der von Flocks Lebensgefährten Matthias Guggenberger betreut wird.
Weston hatte in der abgelaufenen Weltcupsaison fünf von sieben Rennen gewonnen und war zweimal Zweiter geworden. Seiner Favoritenrolle wurde der 28-Jährige, der zuletzt dreimal in Folge den Gesamtweltcup gewonnen hat, auch bei Olympia in eindrucksvoller Manier gerecht. Der Dominator der vergangenen Jahre setzte sich nicht weniger als 0,88 bzw. 1,07 Sekunden vor den beiden Deutschen Axel Jungk und Christopher Grotheer durch. Im letzten Lauf fuhr Weston noch einmal Bahnrekord.
Bei Maier war “der Wurm drinnen”
Beim Weltcup-Auftakt im November hatte sich Maier auf der neuen Olympia-Bahn in Cortina nur Weston geschlagen geben müssen. “Ich bin ehrlich gesagt sehr enttäuscht”, sagte der 26-Jährige, der bei seinem Olympia-Debüt 2022 in Peking 13. geworden war. “Es ist von Anfang an ein bisschen der Wurm drinnen gewesen. Die Leistung im Rennen war weit von dem entfernt, was ich mir erwartet hab.” Schon zur Halbzeit war der Weltcup-Gesamtfünfte nur auf Rang 14 gelegen. Auch in den Läufen drei und vier erwischte er keine saubere Fahrt.
“Im November ist es recht gut gelaufen beim Training, daran habe ich versucht anzuschließen. Das hat nicht ganz funktioniert”, erklärte Maier. Die Temperaturen seien anders gewesen als bei der Generalprobe, auch das Profil der Bahn durch die davor anwesenden Rodler. “Ich habe gewusst, dass das Material passt”, betonte Maier. Die Routine habe ihm aber gefehlt. “Ich war ein bisschen unruhig am Schlitten.” Das Vertrauen sei nicht so da gewesen. “Wir haben dann ein paar Dinge probiert, die ich dann am Sonntag im Teamrennen vielleicht umsetzen kann.”
Auer als Nicht-Profi auf Leistung stolz
Deutlich positiver bilanzierte Auer, der nach Tag eins 18. gewesen war und im letzten Lauf noch eine Position gutmachte. “Ich bin sehr stolz auf mich, was ich geschafft habe”, sagte der 31-Jährige. Mit seiner Olympia-Premiere sei ein Traum in Erfüllung gegangen. “Es ist sehr emotional, weil ich weiß, was ich die letzten Jahre habe geben müssen, damit ich überhaupt dastehen kann”, erklärte Auer. “Vollzeit arbeiten am Bau und Sport machen auf höchstem Niveau, das ist einfach Leben am Limit. So fühle ich mich heute auch, mir tut alles weh.”
Nicht am Start war der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch. Der 27-Jährige wollte sich trotz mehrerer Vermittlungsversuche nicht davon abbringen lassen, mit einem Helm zu fahren, auf dem die Porträts von im russischen Angriffskrieg getöteten Sportkollegen abgebildet sind. Der Weltverband IBSF schloss Heraskewytsch aus, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) das Tragen des Helmes beim Rennen mit Verweis auf sein Regulativ verboten hatte. Der Internationale Sportgerichtshof bestätigte die Entscheidung in einem Eilverfahren am Freitag.




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