Salzburg-Coach Röhl war nur mit dem Ergebnis zufrieden

“Nicht unser Anspruch”: Salzburg trotz Sieges unzufrieden

Freitag, 21. August 2026 | 15:11 Uhr

Von: importer

Mit “kritischer Haltung” haben siegreiche Salzburger in Schweden die Koffer gepackt. Trainer Danny Röhl fiel die Einordnung des glücklichen Last-Minute-Erfolgs im Play-off-Hinspiel zur Fußball-Europa-League bei Mjällby AIF leicht. “Ergebnis ja, die Performance müssen wir verbessern”, forderte Röhl nach dem 1:0 gegen den schwedischen Sensationsmeister von 2025. Im Heimspiel in einer Woche wollen die “Bullen” die Teilnahme am zweitwichtigsten Europacup-Bewerb fixieren.

Vor malerischer Küstenkulisse und Dorfclub-Ambiente spielten sich am Donnerstag in Südschweden zwei gänzlich verschiedene Halbzeiten ab. Zunächst verpasste es ein dominantes Salzburg, vorzulegen. Dann kam Mjällby auf und hatte sogar die besseren Chancen, um am Ende doch zu verlieren. Am deutlichsten bekam dieses Kalt-Warm Innenverteidiger Tom Pettersson zu spüren, der nach einer Stunde per Kopf die Latte traf und in der Nachspielzeit ein unglückliches Eigentor fabrizierte.

Langer Atem

Karim Konate, der Salzburg bereits gegen Hartberg spät zu einem erfolgreichen Bundesliga-Auftakt geschossen hatte, erzwang den einzigen Treffer mit einem Energieanfall. Kurz darauf stand der fünfte Sieg im siebenten Pflichtspiel unter Röhl fest. “Es ist nicht das erste Spiel, das wir spät entscheiden, sondern das dritte. Das spricht für das Team. Und trotzdem müssen wir in der kritischen Haltung mit uns selbst sein, dass das nicht unser Anspruch sein kann”, sagte der Sachse darauf.

Mjällby, das nach dem Coup in Schweden mittlerweile 22 Punkte hinter der Spitze im unteren Tabellenmittelfeld liegt, zeigte sich gut organisiert, aber fußballerisch limitiert. Salzburg war von Beginn weg tonangebend, ließ die Mannschaft aus dem Fischerdorf aber auch zur Überraschung von Röhl nach dem Seitenwechsel vom Haken. Man habe “aus der Dominanz ein 50:50-Spiel gemacht”, stellte der Coach kopfschüttelnd fest. “Das ist nicht gut genug. Da müssen wir besser werden.” Er ließ Versäumnisse im Pressingverhalten durchklingen. “Kontrolle schaffst du nur mit einem guten Netz.”

“Haben den Gegner eingeladen”

Mannschaftskapitän Nikolas Veratschnig tadelte sich und seine Mannen ebenfalls. “Sicher sind wir glücklich, dass wir in allerletzter Sekunde noch das Tor gemacht haben. Aber mit der Performance sind wir nicht so zufrieden. Wir haben schon in der Kabine besprochen, dass das nicht unsere Messlatte sein sollte und wir uns steigern müssen.” Warum es nach dem eigentlich guten Start nicht geklappt habe, wisse er nicht. “Ich hatte das Gefühl, der letzte Pass hat gefehlt.”

Christian Zawieschitzky sah das Spiel aus anderer Position. “Wir haben den Gegner zu oft eingeladen. Bei Ballverlusten hatten sie die Möglichkeit, sehr schnell unser Tor anzugreifen”, meinte der 19-jährige Stammgoalie nach seinem vierten Zu-null-Spiel in der noch jungen Saison. Er weiß, dass nächste Woche noch Arbeit zu verrichten ist. Bis dorthin hat Salzburg Pause. Das Ligaduell vom Wochenende mit Rapid wurde auf Antrag der Wiener für eine bessere Europacup-Vorbereitung verschoben. “Wir müssen im Rückspiel unsere Aufgaben erledigen, nicht künstlich irgendwas Neues erfinden. Das, was wir immer tun – und mit Spaß Fußball spielen”, meinte Zawieschitzky.

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