Österreich jubelte über WM-Sieg gegen Ungarn

ÖEHV-Team nach 4:2 gegen Ungarn vor WM-Klassenerhalt

Sonntag, 17. Mai 2026 | 20:12 Uhr

Von: apa

Österreichs Eishockeyteam hat erstmals bei einer A-WM die ersten zwei Spiele gewonnen und praktisch schon jetzt den Klassenerhalt geschafft. Einen Tag nach dem 5:3-Erfolg über Großbritannien besiegte die ÖEHV-Auswahl am Sonntag in Zürich Ungarn mit 4:2 (1:1,0:0,2:1) und damit auch den zweiten direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. Mit der nächsten Partie am Dienstag (16.20 Uhr/live ORF 1) gegen Lettland können sich die Österreicher schon höheren Zielen widmen.

Zwei Powerplay-Tore durch Vinzenz Rohrer (6.) und Dominic Zwerger (47.) ebneten in dem umkämpften und lange ausgeglichenen Nachbarschafts-Duell den Weg zu den nächsten drei Punkten. 44 Sekunden nach dem Treffer zum 2:1 wurde ein Schuss von Thimo Nickl von einem Ungarn ins eigene Tor abgefälscht. Ungarn gelang noch der Anschlusstreffer (54.), in den letzten Sekunden schnürte Nickl mit einem Treffer ins leere Tor den Doppelpack.

“Wir haben einen harten Fight erwartet. Ich habe der Mannschaft in der zweiten Pause gesagt, wegen solcher Spiele spielt man Eishockey. Jetzt geht es darum, wer kämpft mehr, wer kann das Glück auf seine Seite ziehen”, erzählte Teamchef Roger Bader. Seine Mannschaft setzte es um, die Tabelle der Gruppe A ergibt daher nach dem ersten WM-Wochenende eine einzigartige Momentaufnahme: Das ÖEHV-Team führt das Achter-Feld vor Finnland und der Schweiz an. Was sagt der nüchterne Schweizer dazu? “Weltmeister werden wir wahrscheinlich nicht.”

Frühes Tor in Überzahl

Wie am Vortag gelang den Österreichern ein früher Treffer, im ersten Powerplay war Rohrer zur Stelle. Der Stürmer, der in dieser Saison für die ZSC Lions gespielt hat, bugsierte in seiner “Heimhalle” einen Abpraller nach einem Schneider-Schuss ins Tor (6.). Doch auch die Ungarn verwerteten ihr erstes Überzahlspiel (12.). Ferencvaros-Altstar Istvan Sopron bezwang mit einem Schlagschuss Atte Tolvanen, der diesmal im Tor den Vorzug gegenüber David Kickert erhalten hatte. Es wurde ein Geduldsspiel. Die Bader-Truppe hatte einige kritische Phasen zu überstehen, konnte selbst hochkarätige Chancen und im Mitteldrittel sechs Minuten Überzahl nicht nutzen.

3:1-Führung durch Doppelschlag

Im Schlussdrittel steigerten sich die Österreicher, spielten geradliniger und schlugen im Powerplay zu. Zwerger traf zur neuerlichen Führung ins kurze Eck. Die Vorarbeit zu beiden Treffern leistete Schneider, der damit zum besten rot-weiß-roten Scorer bei A-Weltmeisterschaften wurde. Der Kapitän hält nun bei 36 Punkten (14 Tore, 22 Assists) und überholte Dieter Kalt (34 – 22 Tore, 12 Assists). Nur 44 Sekunden später jubelten die Hunderten lautstarken österreichischen Fans neuerlich, als der Puck bei einem Nickl-Schuss von Roland Kiss ins Tor sprang.

Doch nach einem Doppelausschluss wurde es noch einmal kritisch. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis gelang Peter Vincze der Anschlusstreffer (54.). Den knappen Vorsprung brachten die Österreicher aber trotz Unterzahl und einem sechsten ungarischen Spieler im Finish über die Zeit. “Es hat zur Dramaturgie bei so einem Spiel gehört. Wenn man es so über die Runden bringt und man am Schluss noch so fighten muss, das macht auch was mit einer Mannschaft. Ich glaube, dass wir enorm gestärkt aus diesem Spiel rausgehen und neue Ziele anstreben können”, erklärte Bader.

Verteidiger Nickl setzte den Schlusspunkt. Zwei Tore von ihm “sind ewige Zeiten her. Ich hätte mir nicht erträumen können, dass ich das bei einer WM mache und der Mannschaft helfe, so einen wichtigen Sieg einzufahren”. “Es war eine geile Partie, genauso haben wir es erwartet”, sagte Clemens Unterweger. “Ich bin megastolz auf jeden Einzelnen, wir haben eine junge Truppe, wo jeder für jeden kämpft. Wir haben sechs Punkte nach zwei Spielen, genauso haben wir uns das vorgenommen. Jedem fällt ein riesengroßer Stein von den Schultern.”

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen