Von: importer
ÖLV-Rekordlerin Julia Mayer ist in einem starken Marathonrennen bei der Leichtathletik-EM in 2:28:23 Stunden an die zehnte Stelle gelaufen. Auf dem Bergauf-Bergab-Kurs in der Innenstadt von Birmingham präsentierte sich die Niederösterreicherin in Topverfassung und taktisch gut eingestellt. Einen Start-Ziel-Sieg landete die Finnin Alisa Vainio im Championshiprekord von 2:22:26, eine EM-Bestleistung erreichte mit 2:09:11 auch der deutsche Sieger Amanal Petros.
Der Lauf über 42,195 km mit 700 Höhenmetern und vielen Kurven auf der achtmal zu absolvierenden 5-km-Schleife war eine muskuläre Herausforderung für die Athletinnen und Athleten, der eine spezielle Vorbereitung erforderte. Mayers Plan nach wochenlangem Training in der Höhe und mit entsprechend Höhenmetern war gewesen, defensiv in das Rennen zu gehen und sukzessive aufzuholen – was gut gelang.
Anfangs im Hintergrund, übernahm sie vor der 20-km-Marke die Führung der Verfolgergruppe. Nach 1:17 Stunden war das 40 Minuten hinter den Frauen gestartete Männerfeld erstmals an Mayer vorbeigegangen und das Event bekam den Charakter eines Citylaufes. Die Gruppe von zehn Läuferinnen rund um Mayer hielt lange zusammen, bei Kilometer dreißig büßte die 33-Jährige ein paar Sekunden ein, lag aber in Schlagdistanz.
“Das war cool so an zweiter Position”
“In den ersten zwei Runden habe ich mir gedacht, vielleicht wird es doch zu defensiv, aber es ist sehr gut aufgegangen, ich bin sehr zufrieden”, sagte Mayer, die eine Runde lang das Verfolgerfeld anführte. “Da wollte niemand vorlaufen, ich habe mir gedacht, ich bin in meinem Rennen, ich gehe nicht von meinem Tempo runter. Das war cool so an zweiter Position, ich habe das von allen Seiten gehört.” Es sei ihr aber klar gewesen, dass das Tempo nochmals verschärft werden würde, da die Läuferinnen von der Papierform her schnellere Zeiten hatten.
Mit dem zehnten Platz sei sie sehr zufrieden, das sei das oberste Ziel gewesen. “Und langsam war es auch nicht”, meinte Mayer, deren Bestmarke – auf einem flachen Kurs wohlgemerkt – bei 2:26:08 Stunden liegt. “Es war wie erwartet schwer, die letzten zwei Runden waren muskulär zäh. Aber ich habe es mir richtig gut einteilen können, sodass ich hintenraus das Tempo halten und auf den letzten 800 m noch ein bisschen schneller werden konnte.” Silber gab es für Lili Anna Vindics-Tóth (HUN/2:27:21), Bronze für Abbie Donnelly (GBR/2:27:33). Eva Wutti klassierte sich als 45. (2:47:29).
Über seinen Erwartungen lief Andreas Vojta, der in 2:15:34 an die 26. Stelle kam. “Diese Zeit hätte ich im Vorfeld nicht annähernd geschätzt, eher fünf Minuten mehr. Ich habe meinen Plan relativ gut umgesetzt, ab der Hälfte hat es begonnen, dass ich teilweise die Gruppen eingesammelt habe und einige Plätze gut gemacht habe.” Wenn er so etwas auch in einem flachen Marathon zusammenbringe, dann habe er seine 2:10 und sei zufrieden. “Von der Einteilung her war das sicher mein bester Marathon.” Auf Platz zwei landete der Italiener Pietro Riva (2:09:18), auf drei der Israeli Gashau Ayale (2:09:21).
Marathon künftig nicht mehr bei Freiluft-EM
Für Österreich war es das fünfte Top-Ten-Ergebnis in England. In Birmingham hatte es zuvor als Topleistungen Platz fünf für Hürdensprinter Enzo Diessl, sechs für Dreispringer Endiorass Kingley, neun für die Frauen-Sprintstaffel und zehn für Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger gegeben.
Es war das letzte Mal, dass Marathonbewerbe im Rahmen von Freiluft-Europameisterschaften stattfanden. Die EM-Medaillen werden künftig in eigenen Veranstaltungen vergeben, das nächste Mal bereits am 17./18. April 2027 in Belgrad und damit am Wochenende des Vienna City Marathons. “Ziemlich cool, wir haben unsere eigene Bühne, eigene Zuschauer, wir haben wahrscheinlich einen geilen Kurs. All eyes on us.” In Birmingham ließ das Publikum aus: “Auf den ersten fünf Runden habe ich gedacht, die schlafen noch alle. Erst zum Schluss kam Stimmung auf”, meinte Mayer.




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