Danny Röhl übernimmt mit vielen Vorschusslorbeeren in Salzburg

Salzburg präsentiert Deutschen Röhl als neuen Cheftrainer

Mittwoch, 17. Juni 2026 | 17:12 Uhr

Von: apa

Red Bull Salzburg hat am Mittwoch rechtzeitig zum Trainingsauftakt für die neue Saison seinen neuen Cheftrainer präsentiert. Wie erwartet übernimmt Danny Röhl beim kriselnden Fußball-Bundesligisten die Nachfolge von Daniel Beichler, der nach drei Monaten und Endrang drei in der Liga gehen musste. Der 37-jährige Deutsche wechselt für eine kolportierte Zwei-Millionen-Euro-Ablöse von den Glasgow Rangers nach Salzburg und erhält dort einen Vertrag bis 2029.

Sportchef Marcus Mann bezeichnete Röhl als “Wunschtrainer”. “Danny hat im Lauf seiner Karriere schon jede Menge Erfahrung auf hohem Level und bei sehr prominenten Mannschaften im europäischen Profifußball gesammelt”, erklärte Mann. Er zeigte sich überzeugt, dass Röhls Spielphilosophie “und seine Art, Spieler zu entwickeln, auch sehr gut zu dem Stil passen, den wir mit Salzburg spielen möchten.” Der neue Trainer sprach von einem “perfect match” zwischen sich und dem Club. “Salzburg stand immer für offensiven, mutigen Fußball. Das ist genau der Weg, den wir einschlagen wollen.” Formationstaktisch legte sich Röhl – entgegen dem Trend der Liga – auf eine defensive Viererkette fest. “Ob es dann mit einem oder zwei Sechsern ist, lassen wir uns offen.”

Die Verpflichtung Röhls hatte sich schon vor Tagen abgezeichnet. Seit einer Woche sei man sich mit dem Trainer einig gewesen, eigentlich auch mit den Rangers – doch dann seien “noch ein paar Punkte aufgekommen”, schilderte Salzburgs Sportdirektor schwierige Verhandlungen. “Da waren ein paar Sachen dabei, das können die Schotten auch hören, die nicht hätten sein müssen”, sagte Mann. Letztlich ging es sich aus, dass der neue Coach am Mittwoch beim ersten Training bereits in Taxham weilte und erste Worte an sein neues Team richtete. “Es ging gar nicht so viel um Taktik und inhaltliche Sachen, sondern darum, dass wir Verantwortung übernehmen für unseren Nebenmann”, sagte Röhl. “Dass wir jeden Tag mit Energie am Platz stehen.”

Röhl übernimmt Mannschaft im Umbruch

Für die Glasgow Rangers war Röhl seit vergangenem Oktober tätig gewesen. Vor seinem Engagement beim schottischen Spitzenclub, mit dem er in der abgelaufenen Saison Ligadritter wurde, war der Deutsche zwei Jahre Chefcoach von Sheffield Wednesday in der zweiten englischen Liga. Davor hatte er als Co-Trainer unter anderem für die DFB-Nationalmannschaft und den FC Bayern (jeweils unter Hansi Flick) sowie RB Leipzig und Southampton (jeweils unter Ralph Hasenhüttl) gearbeitet. Für den Red-Bull-Club war er auch als Videoanalyst und Nachwuchstrainer tätig. Insgesamt neun Jahre verbrachte er bereits im Red-Bull-Kosmos.

An der Salzach übernimmt Röhl eine Mannschaft im Umbruch, die seit Sommer 2023 unter den Trainern Gerhard Struber, Onur Cinel, Pepijn Lijnders, Thomas Letsch und Beichler titellos geblieben ist. “Unser Anspruch muss es sein, wieder Titel nach Salzburg zu holen und den Club auch auf internationaler Bühne erfolgreich zu vertreten. Dafür werden wir jeden Tag hart arbeiten”, versprach Röhl. “Nach den letzten drei Jahren ist auch viel Hunger wieder hier an diesem Standort. Diesen Erfolgshunger verspüre ich auch.”

Detailverliebter Talente-Entwickler

Röhl hat den Ruf als Talente-Entwickler. Er wolle die Spieler auf das nächste Level bringen, betonte der Neue auch sogleich. “Es geht nicht nur darum, Follower zu entwickeln, sondern auch Leader. Dann geht es darum, im richtigen Moment den richtigen Ton zu treffen.” Detailverliebtheit wird ihm ebenfalls nachgesagt. Er werde die Spieler im Training bestmöglich auf jede Aufgabe vorbereiten, sagte Röhl. “Ich werde sie fordern, hin und wieder vielleicht überfordern – mit Provokationsregeln und Spielformen.”

Mit den Rückkehrern ließen sich aktuell mehr als drei Salzburger Startformationen basteln. Mann erinnerte an den im Moment großen Kader und einen Transfermarkt, der in vielen Ländern noch gar nicht richtig angelaufen ist. Salzburg hat noch Verstärkungen im Sinn, könne aber “nicht blind drauflos verpflichten”, meinte Mann. Das Transferfenster in Österreich schließt erst Anfang September. Mann: “Diesen Spagat, dass wir sicher noch im Laufe der Vorbereitung Änderungen – sowohl in die eine als auch die andere Richtung – haben werden, müssen wir annehmen.” Kapitän Mads Bidstrup und Tim Trummer fehlten am Mittwoch im Training, weil sie in Verhandlungen mit anderen Vereinen sind.

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