Embolo bescherte den Algeriern den Anfang vom Ende

Schweiz nach 2:0 über Algerien im Achtelfinale

Freitag, 03. Juli 2026 | 07:48 Uhr

Von: APA/sda

Mit einem 2:0-Sieg über Algerien ist die Schweiz Freitagfrüh (Ortszeit) in Vancouver ins Achtelfinale der Fußball-WM eingezogen. Die favorisierten Eidgenossen siegten durch Tore von Breel Embolo (10.) und Dan Ndoye (46.). Algerien präsentierte sich über weite Strecken als zu harmlos. Die Schweiz trifft nun am Dienstag (22.00 Uhr MESZ) erneut in Vancouver auf den Sieger der Begegnung Kolumbien gegen Ghana, die in der Nacht auf Samstag in Kansas City über die Bühne geht.

Das Spiel stand von Anfang an im Zeichen des Duells der Trainer: Vladimir Petkovic war bis 2021 Coach der Eidgenossen, der aktuelle Trainer Murat Yakin folgte ihm damals nach und setzte dessen erfolgreichen Weg fort. Zahlreiche Spieler im Schweizer Kader spielten bereits unter Petkovic in der Nati, allen voran Kapitän Granit Xhaka, der gegen Algerien sein 150. Länderspiel im Dress der Schweizer bestritt. Für die Schweiz begann Denis Zakaria als rechter Außenverteidiger, Flügel Ndoye kehrte in die Startformation zurück.

Petkovic ließ seine “Fennecs” (Wüstenfüchse), die sich am vergangenen Sonntag durch das dramatische 3:3 gegen Österreich als Dritte der Gruppe J qualifiziert hatten, betont defensiv auflaufen und verzichtete zunächst auf Stürmer Amine Gouiri. Für ihn verstärkte Ramiz Zerrouki das Mittelfeld. Im Tor kehrte Luca Zidane, Sohn der französischen Fußballlegende Zinedine Zidane, in die Startformation zurück. In der Abwehr begann Rayan Ait-Nouri.

Algerien harmlos, Schweiz effizient

Algerien erspielte sich zunächst ein optisches Übergewicht, gefährlich wurden die Nordafrikaner nicht. Die Schweiz sah sich in den ersten Minuten an, was die Wüstenfüchse zu bieten hatten. Doch in der 10. Minute war damit Schluss: Jungstar Johan Manzambi tankte sich nach schnellem Gegenstoß links im Strafraum durch und gab zur Mitte, wo Breel Embolo vollendete. Die algerische Defensive offenbarte einmal mehr ihre Schwächen.

Die Nati bekam das Spiel immer mehr unter Kontrolle und blieb durch schnelle Angriffe gefährlich. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit wurden die Algerier beim Schweizer Torhüter Gregor Kobel vorstellig. Fares Chaibi kam in der 43. Minute in aussichtsreicher Position zum Abschluss, zwei Minuten später setzte Jungstar Ibrahim Masa den Ball nach Mahrez-Flanke rechts neben das Tor.

Kalte Dusche für Nordafrikaner nach Wiederbeginn

Was immer sich die Algerier für die zweite Halbzeit vorgenommen hatten, in der 46. Minute war dies obsolet: Die Defensive präsentierte erneut ihre Schwächen, der zweite von zwei Fehlpässen beim Herausspielen landete bei Ndoye, der trocken und präzise ins lange Eck einschoss. Petkovic reagierte, brachte nun doch Gouiri und wechselte auch den über weite Strecken blass gebliebenen Mahrez aus.

Chancen ergaben sich dadurch nicht. Im Gegenteil: Die Schweiz vergab in der 81. Minute durch Fabian Rieder das 3:0, der den Ball aus drei Metern nicht im Tor des eigentlich schon geschlagenen Zidane unterbrachte. Was auch egal war, die Eidgenossen spielten sich ungefährdet zum Achtelfinaleinzug.

“Der Anfang war schwierig”

Von einem einfachen Match wollte Embolo, der zum Mann des Spiels gewählt wurde, dennoch nichts wissen: “Algerien ist eine starke Mannschaft, der Anfang war schwierig. Dann eine super Aktion von Johan (Manzambi). Das Tor gehört wahrscheinlich zu 95 Prozent ihm. Kompliment, wie wir in der Halbzeit ehrlich mit uns waren. Wir wir etwas umgestellt haben und alle zehn bis fünfzehn Prozent mehr gemacht haben. Das war die Schweiz, wie wir sie von der 1. bis zur 90. Minute sehen wollen. Leider war es erst ab der zweiten Halbzeit, aber die war stark. (…) Die Mannschaft ist klar im Kopf, die weiß, dass es noch nicht vorbei ist.”

Manzambi sprach vor allem die Chemie zwischen ihm und Embolo an: “Der Traum wird immer schöner, weil wir immer weitergehen. Ich hoffe, dass wir noch weiter gehen. Am Anfang waren sie gut, aber wir wissen, wir haben gute Qualität, die haben wir gezeigt und 2:0 gewonnen. Ich verstehe mich mit Breel (Embolo) auf und neben dem Platz gut. Egal, wann, wenn wir das 1:0 machen, pusht uns das. Wenn wir es immer so machen können, (dass wir uns gegenseitig Tore auflegen) wäre das sehr schön.”

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