Zverev besiegte den Local Hero Fery glatt

Sinner und Zverev mit Dreisatz-Siegen ins Wimbledon-Finale

Freitag, 10. Juli 2026 | 21:00 Uhr

Von: APA/dpa/sda

Die beiden Topgesetzten Jannik Sinner und Alexander Zverev stehen im Finale des Tennis-Grand-Slams in Wimbledon. Der Weltranglisten-Erste Sinner ließ am Freitag im Halbfinale dem siebenfachen Champion Novak Djokovic beim 6:4,6:4,6:4 ebenso keine Chance wie Zverev dem Lokalmatador Arthur Fery. Der Deutsche beendete den märchenhaften Erfolgslauf des 23-jährigen Briten in drei Sätzen 7:6(0),6:2,6:4.

Damit kommt es am Sonntag (17.00 Uhr) beim dritten Major des Jahres zum Showdown zwischen der Nummer eins und zwei des Turniers. Sinner greift als Favorit nach der Titelverteidigung und seinem insgesamt fünften Grand-Slam-Titel. Der Italiener konnte die letzten neun Duelle mit Zverev, darunter auch das Australian-Open-Finale 2025, für sich entscheiden. Zverev möchte sich mit dem Selbstvertrauen eines amtierenden French-Open-Champions nun auch auf den Wimbledon-Thron hieven.

Sinner dominierte Generationsduell

Das Generationenduell zwischen dem 24-jährigen Sinner und dem 39-jährigen Djokovic erinnerte stark an das Halbfinale des Vorjahres. Der Südtiroler präsentierte sich gegen den “Djoker” von Beginn an in Topform, packte in den entscheidenden Momenten seine besten Schläge aus und setzte sich letztlich klar durch. “Ich freue mich sehr, hier erneut im Finale zu stehen. Es ist das bedeutendste Turnier, das wir haben”, sagte Sinner. Kontrahent Djokovic bezeichnete er als “echte Inspiration. Nicht nur für euch Fans, sondern auch für die neue Generation.” Was er leiste, sei einfach unglaublich.

Im zwölften Duell der beiden Tennis-Giganten nahm Sinner dem Serben jeweils einmal pro Satz den Aufschlag ab. Weil er selbst seine beste Turnierleistung zeigte und keinen einzigen Breakball zuließ, stürmte er im Eiltempo von 2:21 Stunden ungefährdet in sein erstes Grand-Slam-Finale 2026. “Er war auf Hochtouren, und ich hatte ihm nichts entgegenzusetzen”, meinte Djokovic. Den tausenden Fans am Center Court versprach er, nächstes Jahr nochmals zurückzukommen.

Zverev beendete britisches Märchen

Der 23-jährige Fery, aktuell noch die Nummer 114 der Welt, war keine fünf Minuten von seinem früheren Zuhause entfernt sensationell bis ins Semifinale gestürmt. Dort war aber Zverev, der in Paris nach langem Warten seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen hatte, für den neuen Stolz der Briten aber eine Nummer zu groß.

“Es ist erstaunlich. Dieser Grand Slam war immer das, mit dem ich am meisten gekämpft habe”, sagte Zverev, “und plötzlich bin ich im Finale von Wimbledon. Ich bin unglaublich glücklich und stolz”, sagte Zverev, der mit seinem Aufschlag und seiner Grundlinienpower überzeugen konnte. “99,999 Prozent wollten, dass Arthur gewinnt. Aber es war eine tolle Atmosphäre, ein faires Publikum, ich habe jede Sekunde genossen”, erklärte Zverev.

Auf Beckers Spuren

Mit einem Meisterstück im Finale am Sonntag würde Zverev zum erst dritten deutschen Wimbledon-Sieger im Männer-Einzel in der Profi-Ära seit 1968 aufsteigen – neben Boris Becker (1985, 1986, 1989) und Stich (1991). Becker, ein einstiger Kritiker von Zverev, rechnet fest damit. “Das ist die Chance seines Lebens, und das meine ich im Ernst, Wimbledon zu gewinnen”, sagte Becker.

Fery verpasste es, als erster Wildcard-Spieler seit Goran Ivanisevic 2001 ins Wimbledon-Finale einzuziehen. Nach einem engen ersten Satz machten sich die Klassenunterschiede im zweiten und dritten Satz immer deutlicher bemerkbar. Nach knapp zweieinhalb Stunden war sein Ausscheiden besiegelt. “Heute war der Gegner einfach noch einmal eine Klasse stärker”, sagte Fery, der auf unvergessliche zwei Wochen zurückblickt: “Es war alles neu für mich – so viel Unterstützung, so viele Fans, so viel Zuspruch. Es ist großartig. Es motiviert mich, noch besser zu werden und auf dem Platz immer mein Bestes zu geben.”

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