Zehnte Auflage des Challenger-Turniers von 11. bis 17. November

„Sinnermania“ in Gröden

Donnerstag, 24. Oktober 2019 | 15:42 Uhr

Bozen/St. Ulrich – „Spielt Jannik Sinner in Gröden, oder spielt er nicht?“ Diese Frage mussten die Veranstalter des Sparkasse Challenger Val Gardena Südtirol in den letzten Wochen x-mal beantworten. Heute wurde das Geheimnis bei der Pressekonferenz in der Sparkasse Academy in Bozen von OK-Präsidentin Ellis Kasslatter und Turnierdirektor Ambros Hofer gelüftet und die Antwort lautet: „Ja“.

Jannik Sinner wird bei der zehnten Auflage des größten Tennisturniers in Südtirol (Gesamt-Preisgeld 46.600 Euro) von 11. bis 17. November in der Tennishalle in St. Ulrich mit dabei sein. Gleichzeitig wurde auch das Raiffeisen ITF-Damen-Turnier vorgestellt (Preisgeld 15.000 Dollar), das von 27. Oktober bis 2. November zum fünften Mal in Gröden ausgetragen wird.

Jannik Sinner beendet Saison in Gröden

Für Sinner stand die Teilnahme an seinem Heimturnier zum Abschluss einer langen Saison nicht zur Diskussion. Schon bei der Premiere im letzten Jahr stand Sinner im Rampenlicht. Mit 17 Jahren feierte er in Gröden gegen Luca Giacomini (7:6, 6:1) seinen ersten Sieg auf der Challenger-Tour überhaupt, musste sich erst im Achtelfinale nach hartem Kampf dem Franzosen Constant Lestienne mit 7:6, 5:7, 5:7 geschlagen geben. Sinner hat in diesem Jahr die Tennis-Welt verblüfft. Er hat das Jahr im Januar auf Rang 550 begonnen und steht jetzt vor dem Einzug in die Top 100 der Weltrangliste. Nach dem Halbfinale letzte Woche in Antwerpen liegt er auf Platz 101. Der Titel des „Aufsteiger des Jahres“ ist dem 18 Jahre alten Sextner schon sicher. Kein anderer Spieler seines Jahrgangs (2001) steht in der Weltrangliste so weit oben und direkte Qualifikation für die Australian Open im Januar 2020 ist praktisch geschafft.

Sinner will sich mit seiner Rückkehr nach Gröden auch für die Wild Card im letzten Jahr bedanken und er will zumindest einmal im Jahr vor heimischer Kulisse antreten. Zudem will er das Turnier gewinnen und seinen dritten Challenger-Titel holen nach Bergamo im Februar und Lexington im August.

Andreas Seppi verzichtet wegen Davis-Cup auf Heimturnier

„Natürlich sind wir überglücklich, dass wir Jannik Sinner wieder bei uns haben, auch wenn wir ein wenig gehofft haben, dass auch Andreas Seppi in diesem Jahr dabei ist“, gibt Turnierdirektor Ambros Hofer zu. „Das wäre perfekt gewesen, aber es gibt einen erfreulichen Grund, warum Andreas dieses Jahr nicht nach Gröden kommt“. „Ich bin zu Beginn der Woche in das italienische Davis-Cup-Team einberufen worden. Die Finals in Madrid beginnen am 18. November. Ich denke, wir werden sicher schon einige Tage vorher nach Madrid fliegen, deshalb kann ich dieses Jahr leider nicht in Gröden“, sagt Seppi.

Der Kalterer kann bei seinem Heim-Turnier drei Finalteilnahmen vorweisen. Er hat in St. Ulrich (2013 und 2014) als einziger Spieler zweimal gewonnen.

Sinner spielt am Dienstag und Mittwoch jeweils um 18.00 Uhr

Jannik Sinner wird in Gröden nicht nur das Einzel spielen. „Jannik bekommt auch die Wild Card im Doppel, in dem er mit dem jungen Lorenzo Ferri antreten wird. Der ist 15 Jahre alt und trainiert mit ihm in Bordighera“, erklärt Hofer. „Sinner wird sein erstes Match im Doppel am Dienstag, 12. November um 18.00 Uhr bestreiten und sein erstes Spiel im Einzel am Mittwoch, 13. November ebenfalls um 18.00 Uhr. So ist es auch mit seinem Coach Riccardo Piatti abgesprochen“, sagt Hofer.

Travaglia führt die Entry List an – Wild Cards im Hauptfeld für zwei Grödner

In dieser Woche hat die ATP die Entry List für das Challenger in Gröden veröffentlicht. Zwei Spieler aus den Top 100 sind aktuell mit dabei. Angeführt wird die Liste von Stefano Travaglia. Der Italiener, der im Dezember 28 Jahre alt wird, hat die beste Saison seiner Karriere hinter sich und liegt auf Platz 83 der Weltrangliste. Salvatore Caruso scheint diese Woche auf Platz 100 auf. Gleich dahinter liegt Jannik Sinner (101). Insgesamt sind derzeit 13 Spieler aus den Top 200 der Weltrangliste gemeldet und zwölf „Azzurri“. Darunter auch Stefano Napolitano, der das Turnier in St. Ulrich 2016 gewonnen hat. „Natürlich sind wir hochzufrieden mit der Meldeliste, es wird ein interessantes Turnier mit vielen Favoriten“, sagt Hofer. Fünf Wild Cards sind im Hauptfeld mit 48 Spielern zu vergeben. Drei davon vergibt der italienische Tennisverband, zwei die Organisatoren. „Unsere Wild Cards gehen an zwei Grödner. An Patric Prinoth, der seit 30. September in der Weltrangliste aufscheint, und an Erwin Tröbinger, auch weil wir keine anderen Anfragen aus Südtirol erhalten haben“, sagt Hofer.

Challenger-Tour – was hat sich 2019 geändert?

2019 stand im Zeichen einer Revolution der Challenger-Tour. Die Turniere der zweiten Kategorie der ATP-Tour bringen den Spielern in diesem Jahr mehr Geld und mehr Weltranglistenpunkte. Im Hauptfeld spielen seit diesem Jahr nicht mehr nur 32 Spieler, sondern 48 und es gibt nur mehr eine Mini-Qualifikation mit vier Spielern, die um zwei Plätze im Hauptfeld kämpfen. St. Ulrich gehört zu den sogenannten Challenger 80-Turnieren. Das heißt, der Sieger kassiert 80 Weltranglistenpunkte. Das Preisgeld beträgt 46.600 Euro, davon gehen 6.190 Euro an den Turniersieger, 225 Euro kassiert jeder Verlierer in der ersten Runde. „Mit mehr Spielern im Hauptfeld steigen auch die Kosten für die Veranstalter. Wir haben mit dem Hotel Albion seit Jahren einen verlässlichen Partner an unserer Seite, deshalb haben wir uns auch dazu entschieden, dass wir nach zwei Challenger-Turnieren im Oktober wieder vier Wochen nach hinten in den November rücken“, erklärt OK-Chefin Kasslatter.

„Wir müssen uns auch bei der Gemeinde Wolkenstein bedanken, die in ihrer Tennishalle zwei neue Felder mit dem identischen Hallenboden verlegt hat, auf dem in St. Ulrich gespielt wird. Mit mehr Spielern brauchen wir auch mehr Trainingsplätze. In St. Ulrich haben wir nur zwei Felder und einen Trainingsplatz zum Einschlagen. Ein Shuttle-Dienst wird die Spieler von Wolkenstein nach St. Ulrich befördern und umgekehrt. Dies ist nur dank der guten Zusammenarbeit mit dem TC Gherdëina möglich, denn beim ITF Turnier im August in St. Christina können die Spieler auf unseren Sandplätzen trainieren und beim Challenger im November können die Spieler nun in der Halle in Wolkenstein trainieren“.

Termine für Halbfinale und Finale stehen schon fest

Das Turnier in St. Ulrich beginnt mit den zwei Spielen der Qualifikation am Montag, 11. November um 10.00 Uhr. Die 16 Spiele der ersten Runde finden am Montag und Dienstag statt, die zweite Runde mit ebenfalls 16 Spielen wird am Dienstag und Mittwoch ebenfalls ab 10.00 Uhr gespielt. Am Donnerstag steht das Achtelfinale ab 10.00 Uhr auf dem Programm, das Viertelfinale am Freitag ab 11.00 Uhr. Die Halbfinalspiele am Samstag, 16. November beginnen um 12.00 Uhr, danach steht noch das Doppel-Finale auf dem Programm. Das Einzel-Finale am Sonntag, 17. November ist für 11.00 Uhr angesetzt.

Verena Hofer beendet beim Damen-Turnier ihre Karriere

Als Appetitanreger vor dem Challenger der Herren findet in der kommenden Woche (27. Oktober bis 2. November) zum fünften Mal ein mit 15.000 Dollar dotiertes Damenturnier statt. Beim ITF Raiffeisen Val Gardena Südtirol wird Verena Hofer ihre Profi-Karriere endgültig beenden. Die einstige U14- und U16-Italienmeisterin ist seit Ende Mai nicht mehr auf der Tour aktiv, steht aber noch direkt im Hauptfeld. In Gröden hat sie 2017 das Halbfinale und im Vorjahr das Viertelfinale erreicht. In ihrer Karriere hat sie es bis auf Platz 667 der Weltrangliste geschafft. Neben Hofer werden zwei weitere Südtirolerinnen im Hauptfeld aufschlagen, das am Montag beginnt. Die erst 16-jährige Laura Mair aus Gröden und Silvia Saccani aus Gais, die in den letzten Wochen ihre ersten Spiele im Hauptfeld auf der ITF-Tour gewonnen hat, bekommen die Wild Cards der Veranstalter. Nicht dabei ist Südtirols Nummer 1. Verena Meliss aus Kaltern ist in der kommenden Woche zweimal mit dem TC Rungg in der Serie A2-Meisterschaft im Einsatz und kann deshalb nicht in Gröden spielen. Das Hauptfeld wird von der Italienerin Claudia Giovine (WTA-Nummer 436) angeführt. Ebenfalls zu den Favoritinnen gehören die Slowenin Veronika Erjavec (WTA 505) und Xenia Knoll aus der Schweiz (WTA 750). Auch in der Qualifikation, die am Sonntag beginnt, werden mindestens zwei Südtirolerinnen zu sehen sein. „Wir haben entschieden, unsere Wild Cards an die 15-jährige Lara Pfeifer vom TC Rungg und an die Grödnerin Alessia Piccoliori zu vergeben“, sagt Turnierdirektor Hofer.

Von: mk

Bezirk: Salten/Schlern

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