Von: apa
Tennis-Jungstar Lilli Tagger begeistert beim WTA-500-Turnier in Linz weiter und steht bereits im Viertelfinale. In diesem trifft die Osttirolerin auf die seit einigen Monaten für Österreich spielende Russin Anastasia Potapova. Die 18-jährige Tagger besiegte am Donnerstag im Achtelfinale die als Nummer drei gesetzte Russin Ljudmila Samsonowa 6:2,7:6(11). Dadurch wird sie sich erstmals in die Top 100 der Weltrangliste verbessern und steht fix im Hauptfeld der French Open.
Potapova fertigte die Deutsche Tamara Korpatsch 6:2,6:1 ab und fixierte beim größten heimischen Frauenturnier für Freitag (3. Spiel nach 13.00 Uhr) erstmals ein rot-weiß-rotes Duell um das Halbfinale. Tagger und Potapova haben noch nie gegeneinander gespielt. Im Achtelfinale gegen die Weltranglisten-21. Samsonowa startete Tagger mit einem Break und einem makellosen Auftaktspiel perfekt. Durch das Break zum 5:2 war die Vorentscheidung im ersten Durchgang gefallen, den sie mit der Verwertung ihres zweiten Satzballes nach 38 Minuten beendete. Auch im zweiten Satz war Tagger in der ausverkauften Halle lange die bessere Spielerin und es dauerte nicht lange bis zu ihrem ersten Break zum 2:1. Danach hielt der Teenager seinen Aufschlag sehr souverän, Samsonowa war bei eigenem Service hingegen mehrmals in Gefahr, rettete sich aber jeweils.
Zweiter Satz als Nervenschlacht
Ausgerechnet beim Servieren auf das Match musste Tagger das erste Break zum 5:5 hinnehmen. Wenig später wehrte sie bei eigenem Aufschlag vier Satzbälle der Russin ab. Tagger kämpfte sich ins Tiebreak, das zu einer Nervenprobe geriet. Samsonowa vergab erneut vier Möglichkeiten auf den Satzausgleich, Tagger ließ ihrerseits zunächst drei Matchbälle ungenutzt, verwertete den nächsten nach 2:02 Stunden Spielzeit aber zum viel umjubelten Sieg. “Ehrlicherweise fühlt es sich wie ein Traum an, in Österreich mein bisher bestes Turnier auf diesem Level zu spielen. Ich bin sehr, sehr glücklich. Das ist unglaublich”, sagte Tagger.
Tagger erleichtert und stolz
Das Spiel sei aufgrund der hart umkämpften Schlussphase eines ihrer bisher schwierigsten gewesen. “Das war vor allem am Ende ein verrücktes Match. Es war teilweise sehr schwierig, aber ich habe es sehr gut gelöst. Die Situation im zweiten Satz war nicht leicht, ich bin froh, dass ich es nochmal umgedreht habe. Und natürlich hat mir das Publikum sehr geholfen, danke dafür”, sagte Tagger, berichtete von einigen Gänsehautmomenten und bat ihren Anhang um Verzeihung für die Nervenschlacht. “Ich glaube, ich muss mich bei meiner Familie entschuldigen, die drehen durch. Ich werde mich das nächste Mal bemühen, dass es nicht so spannend wird zum Schluss.”
Der auch für das Ranking und die Paris-Teilnahme so wichtige Erfolg bedeute ihr sehr viel. “Das ist schon etwas sehr, sehr Besonderes, man genießt das natürlich. Das bedeutet mir sehr viel, das war ein Ziel, ich habe es erreicht und bin natürlich megafroh. Die Ziele werden natürlich immer höher”, sagte Tagger.
Ihre nächste Hürde ist die ungesetzte Potapova. Die 25-Jährige war 2023, als sie das Turnier in Linz noch als Russin gewann, schon einmal Nummer 21 der Welt, derzeit liegt sie auf Rang 97. Gegen Korpatsch gab sie sich keine Blöße. “Ich bin sehr, sehr glücklich, dass ich hier wieder im Viertelfinale stehe”, sagte Potapova. Das Match gegen Tagger werde sehr speziell. “Es ist unglaublich und einfach schön, dass hier in Österreich zwei Österreicherinnen im Viertelfinale spielen, ich bin sehr stolz auf uns.”




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