Abfahrt in Crans-Montana

Von Allmen gewinnt Olympia-Generalprobe vor Paris

Sonntag, 01. Februar 2026 | 14:48 Uhr

Von: apa

Auch die Männer-Abfahrt der Alpinen in Crans-Montana hat einen Schweizer Heimsieg gebracht. Bei den Frauen hatte sich etwas überraschend Malorie Blanc im Super-G durchgesetzt, am Sonntag zündete Weltmeister Franjo von Allmen ein Feuerwerk. Der Vorjahressieger gewann am WM-Schauplatz von 2027 mit einem waghalsigen Ritt klar vor Dominik Paris aus Südtirol und Ryan Cochran-Siegle.

Paris demonstrierte, dass er am Samstag bei der Olympia-Abfahrt in Bormio zu den Anwärtern auf eine Medaille zählen wird.

Weitere drei „Azzurri“ fuhren in Crans-Montana in die Top-Ten: Benjamin Jacques Alliod kam überraschend als Fünfter (sein bestes Ergebnis der Karriere) ins Ziel, Mattia Casse als Siebter und Florian Schieder als Neunter.

Die ohne Vincent Kriechmayr angereisten Österreicher waren in den Kampf um die Spitzenplätze nicht involviert.

0,65 Sekunden Vorsprung

Von Allmen fuhr auf dem Weg zu seinem fünften Weltcup-Sieg brutal am Anschlag, war in allen Sektoren bei den Schnellsten und schwang am Ende bei 1:55,00 Minuten ab. Den Südtiroler Paris distanzierte er damit auf der Piste Nationale um 0,65 Sekunden, der US-Amerikaner Cochran-Siegle lag 0,70 zurück. Weltcup-Gesamtleader Marco Odermatt musste sich mit dem vierten Platz begnügen. Bemerkenswert war, dass unter den ersten zehn fünf Schweizer und vier Italiener vertreten waren. Keiner davon war Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni, der 23. wurde.

Er sei “mit Spaß Ski gefahren”, meinte Strahlemann Von Allmen im ORF-Interview. “Es ist immer schwierig einzuschätzen während dem Fahren. Auf so Schleicher-Passagen kannst du schnell sein oder langsam sein, das Gefühl kann gleich sein, aber der Zeitunterschied kann massiv sein. Heute hatte ich ein gutes Gefühl, von dem her war ich ein bisschen misstrauisch: Ist das jetzt wirklich schnell oder ist es doch langsam?” In Hinblick auf die Olympia-Abfahrt sei so ein Erfolgserlebnis “sicherlich nicht ganz unwichtig”, ergänzte der 24-Jährige.

Schweigeminute vor dem Rennen

Etwas ratlos wirkte Hemetsberger, der sich wohl mehr erwartet hatte. “Ich bin es eigentlich so gefahren, wie ich es fahren wollte, prinzipiell hätte es passen müssen”, sagte der Oberösterreicher. “Ich habe einfach im vierten Sektor zu viel gekriegt, da habe ich vier Zehntel verloren. Woher weiß ich eigentlich nicht genau.” Jeder Rutscher werde hier gnadenlos bestraft, meinte Hemetsberger. Babinsky haderte vor allem mit der Linkskurve nach dem ersten Sprung. “Das habe ich komplett versäumt und bin dann die nächsten Tore nur hinterhergefahren”, erklärte der Steirer. Er befand aber: “Der Speed passt gut. Ich muss einfach dranbleiben und hart an mir arbeiten, dass ich es in der Abfahrt von ganz oben bis ins Ziel zusammenbaue.”

Das Rennen war für das gesamte Schweizer Team ein spezieller Anlass. Vor dem Start der Abfahrt hielten Zuschauerinnen und Zuschauer im Zielbereich eine Schweigeminute für die Opfer der Brandkatastrophe in der Silvesternacht ab. Odermatt, Teamkollegen und andere Athleten legten auf einem schwarzen Herz im Schnee weiße Rosen nieder. Vor einem Monat waren bei dem Brand in einer Bar in Crans-Montana 40 Menschen ums Leben gekommen und 116 verletzt worden.

Im nächsten Rennen geht es bereits um Gold, Silber und Bronze. Die Abfahrt der Männer in Bormio ist der erste Bewerb der Alpinen bei den Olympischen Spielen 2026, sie findet am kommenden Samstag statt. Das erste Training dafür bestreiten die Speed-Asse am Mittwoch.

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