Von: apa
Lando Norris hat McLaren beim 40-Jahr-Jubiläum des Grand Prix von Ungarn den ersten Saisonsieg beschert. Der Weltmeister setzte sich am Sonntag vor Red-Bull-Star Max Verstappen und WM-Leader Kimi Antonelli durch. Die hoch eingeschätzten Ferraris von Charles Leclerc und Lewis Hamilton verpassten als Vierter bzw. Fünfter das Podest. Antonelli baute seine WM-Führung aus. Der Mercedes-Jungstar liegt nun 50 Punkte vor Hamilton und 59 vor seinem Teamkollegen George Russell.
Norris, am Samstag als erster Nicht-Mercedes-Mann in dieser Saison auf die Pole Position gefahren, wiederholte in Mogyorod bei Budapest seinen Vorjahressieg. “Ich bin glücklich, endlich wieder ganz oben zu stehen”, sagte der 26-jährige Engländer. “Ich habe alles aus dem Auto herausgeholt. Es war vielleicht die beste Pace, die ich je gehabt habe.” Dabei hatte Norris die Führung nach dem Start in Kurve zwei weit außen an seinen von Platz drei gestarteten Teamkollegen Oscar Piastri verloren.
Hamilton kam mit einem frühen Boxenstopp am vorerst drittplatzierten Verstappen vorbei. Der Niederländer presste sich mit einem sehenswerten Überholmanöver innen aber wieder am Rekordweltmeister vorbei. Endrang zwei übertraf die eigenen Erwartungen mit einem schwierig zu fahrenden Auto, über das sich Verstappen am Wochenende mehrfach beklagt hatte. “Es ist unglaublich, dass ich hier Zweiter bin. Ich habe es nicht erwartet, auf dem Podest zu stehen. Aber wir haben hart gearbeitet.”
Getriebeschaden bei Piastri
Hamilton stoppte nach 30 von 70 Runden bereits zum zweiten Mal – und machte damit auch auf McLaren Druck. Norris jammerte auf dem Teamfunk, dass er deutlich schneller fahren könnte als Piastri. Sein Team holte Piastri in der Folge ohne große Not unerwartet früh zum zweiten Stopp. Der Australier hatte Pech, dass ihm danach bei einem Überrundungsvorgang der unachtsame Carlos Sainz im Williams ins Auto fuhr. “Geh aus dem Weg, du Idiot”, fluchte Piastri am Boxenfunk. “Ich habe so etwas noch nie in meinem Leben gesehen.”
Norris profitierte, blieb nach seinem späteren Stopp vor seinem Teamkollegen, schnappte sich in Runde 46 auch den zu diesem Zeitpunkt noch führenden Antonelli auf der Strecke und fuhr auf und davon. Bei Piastri streikte danach das Getriebe. Sein Ausfall sorgte für ein virtuelles Safety Car, das die Karten im Finish noch einmal neu mischte.
Norris und die Ferraris holten sich neue Reifen. Hamilton kam damit aber nicht mehr an Antonelli vorbei und kassierte wegen erhöhter Geschwindigkeit in der Box sogar noch eine Fünf-Sekunden-Strafe. Platz vier ging dadurch an Leclerc. “Die Pace war gut, aber das Ende war nicht ideal”, meinte Hamilton, der am Vortag wegen Behinderung von Piastri im Qualifying bereits um drei Positionen auf Startplatz fünf zurückversetzt worden war.
Russells Pechsträhne hält an
Für Russell, eine Woche zuvor in Spa in der ersten Runde von Hamilton aus dem Rennen bugsiert, setzte sich eine Pechserie fort. Der Mercedes-Mann, zu Saisonstart noch WM-Anwärter Nummer eins, blieb beim Start wegen eines technischen Problems fast stehen und fiel ans Ende des Feldes zurück. Mehr als Platz sieben knapp hinter Isack Hadjar im zweiten Red Bull war für den Engländer nicht mehr drinnen. “Wir haben George in den Start hineingepfuscht”, sagte Teamchef Toto Wolff im ORF. Die Drehzahlen hätten nicht gestimmt. “Da kann der Fahrer gar nichts dafür.”
Wolff war trotz der ausgebauten Führung in der Fahrer-WM alles andere als glücklich mit dem Wochenende. “Wir haben alles falsch gemacht von Freitag an”, meinte der Wiener. “Wir haben die Punkte nicht maximiert.” Die Plätze zwei und drei wären im Rennen trotz schwächerer Startplätze noch möglich gewesen. Antonelli war nicht unzufrieden. “Es ist natürlich das Beste, in dieser Position in die Sommerpause zu gehen”, sagte der 19-Jährige über sein nun 50 Punkte großes Polster in der WM. “Aber wir müssen weiter achtsam sein und pushen.”
Vier Wochen macht die Formel 1 nun Pause. Das nächste Rennen steht erst am 23. August in Zandvoort in den Niederlanden auf dem Programm. Auf dem seit 1986 jährlich von der Königsklasse befahrenen Hungaroring sorgten 310.000 Zuschauer am gesamten Wochenende für einen Rekordbesuch. Norris gewann das Traditionsrennen auf einer seiner Lieblingsstrecken als erster Pilot seit Landsmann und Rekordsieger Hamilton 2020 aus der Pole Position.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen