Von: apa
Das Abfahrtstraining der Frauen bei den Olympischen Spielen auf der Tofana ist am Freitag nach langen Verzögerungen über die Bühne gebracht worden. Nach der Donnerstag-Absage wurde das erste von nur zwei Trainings vor dem Rennen am Sonntag (11.30 Uhr/live ORF 1) nach vier Läuferinnen abgebrochen und dann rund eine Stunde später fortgesetzt. Schnellste war die US-Amerikanerin Jacqueline Wiles, ihre Landsfrau Lindsey Vonn absolvierte verletzt einen soliden Lauf (+1,39 Sek.).
Beste Österreicherinnen waren ex aequo auf Platz vier Nina Ortlieb und Ariane Rädler mit je 1,02 Sekunden Rückstand. Sie beide waren noch vor der großen Unterbrechung auf der Tofana unterwegs. Cornelia Hütter lag 1,28, Mirjam Puchner 2,27 zurück. Die mit gerissenem Kreuzband und Schiene fahrende Vonn stand für keine Interviews zur Verfügung, ihr Trainer Aksel Lund Svindal war aber zufrieden. “Ich glaube, das war ein guter Test.”
Ortlieb: “Gewartet, dass da wer mit gelber Fahne steht”
Das Training hatte bei grenzwertigen Bedingungen begonnen. Nach einer Verzögerung wegen Entschärfung des Zielsprungs stürzte mit Ilka Stuhec (SLO) gleich die erste Athletin und Federica Brignone (ITA) mit der Startnummer zwei wurde kurz vor dem Start gestoppt. Erst nach Schneeräumungsarbeiten durfte sie nach rund 20 Minuten doch aus dem Starthaus. Brignone hat übrigens noch nicht entschieden, ob sie im Rennen dabeisein kann. Für Nina Ortlieb, nach deren Lauf mit Startnummer 5 abgebrochen wurde, war der Trainingslauf schon am Limit. “Im oberen Teil habe ich alles gesehen, ab der Hälfte fast nichts mehr. Ich habe gewartet, dass mal wer mit einer gelben Fahne wo steht. Ich weiß aber nicht, ob ich den gesehen hätte. Es war über der Grenze, ich habe für mich entschieden, Tempo rauszunehmen, bin aufrechter gefahren”, erklärte die Vorarlbergerin. Das Risiko wollte sie nicht nehmen. “In einem Rennen wäre es nicht mehr fahrbar gewesen. Man sieht weder Wellen, noch die Tore.” Von den Sprüngen her könnte es bei härteren Bedingungen ans Limit gehen, meinte sie. “Vielleicht muss man den einen oder anderen noch ein bisserl abgraben.”
Rädler kam zeitgleich mit Ortlieb nach 1:39,96 Minuten ins Ziel. “Die Wellen auf der Strecke sind aggressiver, auch die Sprünge gehen weiter und höher”, meinte sie im Vergleich zu den Weltcuperfahrungen auf der Tofana trotz der noch weichen Bedingungen. “Die Sicht im Mittelteil war nicht so super.” Sie habe noch nicht alles riskieren können und müssen. “Ich hoffe, dass wir morgen noch ein gutes Training haben.”
Hütter: “Mit Renntempo wird es knackig”
Weit später kamen u.a. die weiteren beiden Österreicherinnen ins Ziel. Die nötige Grundspannung war da nicht mehr bei allen vorhanden, wie auch Puchner bestätigte: “Spannung war da keine mehr dabei. Es geht jedem gleich, gegen Nebel kann man nichts machen, aber wir haben über eine Stunde gewartet. Das war schon zach, aber Gott sei Dank sind wir mal gefahren.” Vom Skifahrerischen her könne sie nicht viel mitnehmen, aber: “Ich weiß wie die Wellen gehen, das sind deutlich mehr als in den letzten Jahren.”
Für Cornelia Hütter waren unterkühlte Zehen das Hauptproblem. “Ich habe meine Zehen nicht gespürt, wir mussten so lange warten in den engen Skischuhen.” Der Lauf sei ganz solide gewesen. “Cortina ist immer tricky, da sind heuer Wellen, die ich hier noch nie gesehen habe. Aber wir haben keine Laborbedingungen, sind ein Freiluftsport.” Auch sie wünscht sich, dass man vor allem am Zielsprung noch ein bisschen arbeitet. “Es schiebt schon ziemlich an, der Zielsprung hat schon ein bisserl eine Nase. Aber sonst ist es voll cool zum Fahren, mit Renntempo wird es sicher knackig werden.”




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