„Mörderische Heimat“

Begegnung: Zeitzeugen berichten über Judenverfolgung in Südtirol

Dienstag, 09. Mai 2017 | 17:42 Uhr

Bozen – Am 15. Mai berichten Angehörige von jüdischen Opfern der NS-Verfolgung von ihren Lebensgeschichten. Der Historiker und Buchautor Doron Rabinovici wird einen eigens für den Abend verfassten Text vorlesen.

Vor zwei Monaten ist das Buch „Mörderische Heimat. Verdrängte Lebensgeschichten jüdischer Familien in Bozen und Meran“ von Sabine Mayr und Joachim Innerhofer vorgestellt worden. Nun folgt im Kulturzentrum Trevi eine Begegnung zwischen Zeitzeugen jener Jahre, beziehungsweise ihrer Nachkommen, und interessierten Bürgern. Die Kontakte waren zustandegekommen, als die beiden Autoren Mayr und Innerhofer ihre Recherchen für ihr dokumentarisch verfasstes Werk (Edition Raetia, 2016) anstellten. Auch der jüdische Intellektuelle und Buchautor, Doron Rabinovici, wird aus einen Text vorlesen. Der antifaschistische Verein ANPI, das Jüdische Museum Meran und die Landesbibliothek „Claudia Augusta“ haben die Begegnung organisiert, um den damaligen Opfern eine späte Anerkennung zuteilwerden zu lassen, und zwar am  Montag, den 15. Mai um 18.00 Uhr im Kulturzentrum Claudio Trevi in Bozen.

Neben Landeshauptmann Arno Kompatscher und dem Landesrat für Italienische Kultur, Christian Tommasini, werden teilnehmen: Ruth Bermann-Halonbrenner, Tochter des letzten Vorsitzenden der jüdischen Gemeinschaft in Südtirol vor der Shoah, Josef Bermann (Familienfoto von 1926 im Anhang); Franca Avataneo, Enkelin des Mantovaner Unternehmers Aldo Castelletti, der von 1933 bis 1939 in Bozen lebte, 1943 in Fondo am Nonsberg festgenommen und über das Meraner Gefängnis ins Lager Reichenau bei Innsbruck deportiert wurde; Elieser und Tamara Kienwald, Enkel des jüdischen Schneiders Oskar Kienwald aus Galizien, der Modesalons in Bozen und Meran führte und dessen Familie den Nazis durch eine abenteuerliche Überquerung der Front entkam; Massimo und Daniele Gronich, Uhrenkel des nach Meran gezogenen Chemikers Wolfgang Gronich aus der Bukowina, der ein Schüler von Robert Koch war; Elisabetta Rossi und Federico Steinhaus, jeweils Präsidentin und ehemaliger Präsident der jüdischen Gemeinde in Meran;

Zudem bei der Begegnung dabei sind: die Autoren Joachim Innerhofer und Sabine Mayr; der in Israel geborene Schriftsteller Doron Rabinovici, der seit 1964 in Wien lebt, der die Romane “Andernorts” (2010), “Ohnehin” (2004) und “Suche nach M.” (1997) verfasste und Initiator und Gestalter des Schoah-Zeitzeugenprojekts “Die letzten Zeugen” im Wiener Burgtheater ist; der Bürgermeister von Bozen, Renzo Caramaschi, und der Stadtrat für Sozialpolitik, Kultur und Vermögen, Sandro Repetto; für den ANPI, dessen Präsident, Orfeo Donatini, und Antonio Testini.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Begegnung: Zeitzeugen berichten über Judenverfolgung in Südtirol"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Tabernakel
15 Tage 18 h

Die Staatsanwaltschaft ist schon gespannt auf die Beiträge.

Tschoegglberger.
15 Tage 16 h

ich warte auch, lange dauert es nicht, und schon sind die ersten Verharmloser da.

Sag mal
Sag mal
Tratscher
15 Tage 3 h

@Tschoegglberger. Verharmlost …und gar nie erwähnt wird…wie viele deutsche Frauen,Kinder,Alte ,geschändet,(vergewaltigt)nach dem 2.Weltkrieg,zu Tode gequält wurden.Ich rate jeden mal ein Buch d a r ü b e r zu lesen!Diese Traumate gehen von Kinder ,Enkel,Urenkel über.Davon hab ich Russland nie sprechen hören!!!!!!!!

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