Von: importer
Die Bregenzer Festspiele haben sich am Freitag zufrieden mit ihrer am Sonntag ablaufenden 80. Festivalsaison gezeigt. Der Donnerstag brachte die erste Regenabsage der Saison. So keine weitere dazu kommt, steuert das Festival mit dann 273.000 Besuchern bis Sonntagabend auf einen neuen Rekord zu. Im kommenden Jahr wird die Subventionskürzung spürbar: “2027 wird es kein Schauspiel geben”, so Intendantin Lilli Paasikivi.
Bund, Land und Stadt hatten kurzfristig die Förderungen um 30 Prozent für 2025 und 2026 gekürzt, ein Minus von 2,1 Millionen Euro pro Jahr. “Wir wissen noch nicht, was 2027 sein wird”, so der kaufmännische Direktor Michael Diem dazu. Darum müsse man sich nächstes Jahr auf das Wesentliche konzentrieren. Man wolle aber jedenfalls das Niveau halten, werde auch wieder ein Opernstudio anbieten. “Ein bisschen” werde man zudem die Preise anheben, “aber im Schnitt unter der Inflation”. Mit den Fördergebern sei man derzeit “in guten Gesprächen”.
193.500 sahen “La traviata”
Insgesamt standen heuer 80 Veranstaltungen am Programm, in 28 ausverkauften Vorstellungen – drei stehen noch aus – werden am Sonntagabend 193.500 Personen “La traviata” gesehen haben. Festspielpräsident Hans-Peter Metzler sprach von einer “erfolgreichen Saison in jeder Hinsicht”. Intendantin Paasikivi lobte Leidenschaft und Hingabe der Mitwirkenden und des Publikums. Als ein Highlight nannte sie den “Singalong”, bei dem über 6.500 Menschen zusammen im Chor sangen. “Den Geburtstag der Festspiele zu feiern mit allen Musikliebhabern war ein besonderer Moment”, betonte sie. Man habe zudem heuer drei Uraufführungen ermöglicht. Es sei wichtig, als Festival solche Möglichkeiten zu bieten.
“Selten war das Programm so vielseitig und die Auslastung so einseitig, nämlich nahezu bei hundert Prozent”, so Diem. Allein die Führungen und Einführungen besuchten rund 43.000 Personen. Er hob die Leistung der Teams hervor, denn die Hitze sei beim Probieren auf der Seebühne “nicht wirklich lustig” gewesen. Die drei Aufführungen der Hausoper “Die Ausflüge des Herrn Brouček” von Leoš Janáček waren mit knapp 4.500 Gästen zu 98 Prozent ausgelastet. Die Schauspielproduktionen sahen heuer rund 2.000 Besucher. “Die Besucher sind gekommen, wir haben geliefert. Jetzt hoffen wir, dass andere auch liefern werden”, schloss Diem.
Vorverkauf 2027 startet am Sonntagabend
Der Vorverkauf für die Saison 2027 beginnt bereits um 21.00 Uhr am letzten Spielabend im Webshop. Premiere ist am 22. Juli. Als Oper im Festspielhaus wird ab 21. Juli Othmar Schoecks “Penthesilea” anlässlich des 250. Geburtstags von Heinrich von Kleist gezeigt. “Ein sehr starkes, hochdramatisches Werk”, so Paasikivi über die selten gespielte Oper. Mehr zum Programm kündigte sie für November an.
(S E R V I C E – Bregenzer Festspiele – https://bregenzerfestspiele.com)




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