Leichnam nicht in Heimat überführt

Corona: Erstes muslimisches Begräbnis in St. Ulrich

Mittwoch, 13. Mai 2020 | 11:32 Uhr

St. Ulrich – Vor Kurzem hat in St. Ulrich das erste muslimische Begräbnis stattgefunden. Wie die Tageszeitung Alto Adige berichtet, handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen 77-jährigen Marokkaner. Der Mann ist mit seinem Sohn bereits seit geraumer Zeit in Gröden ansässig. Grund für die Ausnahme ist die Corona-Pandemie.

In der Regel wird der Leichnam eines Verstorbenen aus dem muslimischen Kulturkreis in die Heimat geflogen, wo eine traditionelle Bestattungszeremonie stattfindet. Derzeit sind sämtliche Flüge jedoch gestrichen.

Bei dem Begräbnis in St. Ulrich waren nur wenige Personen anwesend, die dem 77-Jährigen nahestanden. Der Mann ist nach einer Phase der Krankheit verstorben.

Damit die Zeremonie durchgeführt werden konnte, ist es auch zu Verhandlungen mit der marokkanischen Botschaft gekommen. Viele Moslems, die außerhalb ihrer Heimat leben, schließen zu Lebzeiten ein Abkommen ab, das dafür sorgen soll, dass ihr Leichnam in ihr Herkunftsland überführt wird.

In diesem Fall war das jedoch nicht möglich. Der Sohn des Mannes hatte sich deshalb an die Botschaft gewandt, die wiederum den Kontakt zu Bürgermeister Tobia Moroder und Dekan Vijo Pitscheider suchte. Der Dekan, der auch mit dem Pfarrgemeinderat gesprochen hat, fand schließlich einen geeigneten Platz auf dem Friedhof. Auch der Bürgermeister gab grünes Licht.

Per Video-Konferenz waren bei der Zeremonie auch einige Angehörige des Verstorbenen aus Marokko zugeschaltet. Laut Ritus musste der Leichnam vor der Bestattung gewaschen werden. Anschließend wurde ein muslimisches Gebet zur Vergebung der Sünden gesprochen. Der leblose Körper wird in der Regel ohne Sarg in den Boden versenkt und mit Erde bedeckt. In St. Ulrich wurde trotzdem ein Sarg benutzt. Der Erdhaufen bleibt auf der Ruhestätte liegen.

Für Familienangehörige gilt in muslimischen Kulturkreisen eine traditionelle Trauerzeit von drei Tagen, in denen Freunde sie besuchen dürfen, um ihr Beileid zu bekunden. In dieser Zeit dürfen die Angehörigen keinen Schmuck und keine auffällige Kleidung tragen. Für Witwen gilt eine Trauerzeit von vier Monaten und zehn Tagen, in der sie das Haus nicht verlassen und auch nicht wieder heiraten dürfen.

Von: mk

Bezirk: Salten/Schlern

Kommentare

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34 Kommentare auf "Corona: Erstes muslimisches Begräbnis in St. Ulrich"


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PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
16 Tage 9 h

Warum wird der Mann in einem christlichen Friedhof beerdigt?
Was soll das?
Sollte man nicht zuerst die „Friedhofsbewohner“ oder die Hinterbliebenden zuerst fragen ob das in Ordnung geht?
Langsam hörts auf, egal ob Corona oder nicht.

einesie
einesie
Tratscher
16 Tage 9 h

jedo muss in friedhof begrobn werdn egal welcha religion. isch is gsetz aso.

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
16 Tage 9 h

Ok jetzt benötigt es anscheinend schon beim Friedhofseingang Pass- und Religionszugehörigkeitskontrollen, wird ja immer interessanter …
Mal gerne in den Zentralfriedhof Wien fahren. Dort gibt es Bereiche für jede Religion. SKANDAL !!!!!

Missx
Missx
Universalgelehrter
16 Tage 8 h

@pugganagga
Meinst du, der Friedhof ist jetzt entweiht weil ein Moslem drin liegt?

Targa
Targa
Superredner
16 Tage 6 h

Ich verstehe Sie nicht. Ein Toter muss beerdigt werden! Die Angehörigen konnten ihn nicht in sei. Heimatland überführen lassen und nun hat er seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof von St. Ulrich bekommen! Wo ist das Problem? Die Angehörigen hätten ihn vielleicht bis auf Weitetes in die Kühlzelle des Bozner Friedhofes geben können oder vielleicht gibt es auch eine in St. Ulrich. Meines Wissens ist momentan eine Ausnahmesituation, wo die meisten Leichenkapellen gar nicht mehr wissen wohin Sie die Toten geben können! Die letzte Woche war es ein bisschen ruhiger als in den Wochen zuvor!

genau
genau
Kinig
16 Tage 6 h

Also ich denke das sich seine neuen Nachbarn nicht beschweren werden!😄😄

genau
genau
Kinig
16 Tage 6 h

@Missx

Aber man hätte doch die anderen Mitbewohner fragen können.
Vieleicht fühlen sich nun einige beim Tot sein gestört. 😄😄😄

amme
amme
Universalgelehrter
16 Tage 3 h

@genau wos isch do zu Lochen? gestört?

Goggi
Goggi
Tratscher
16 Tage 10 h

Kurze Zwischenfrage: hoben nit olle in der Zeit verbrennt werden MÜSSEN?!

info
info
Tratscher
16 Tage 10 h

@Goggi
Nur die Corona-Toten.

toeeuni
toeeuni
Tratscher
16 Tage 10 h

tjaaaaa, mit den christen kann mans ja machen, aber andere religionen haben striktere regeln☝️

traurig
traurig
Tratscher
16 Tage 9 h

Na i glab lei de wos Corona kop hobm.

genau
genau
Kinig
16 Tage 8 h

@info

Nein!
Auch nicht die Corona-Toten!
Das war immer freiwillig!

Neumi
Neumi
Kinig
16 Tage 8 h

Ich weiß nur davon, dass Corona-Tote verbrannt wurden. Über alles andere kann ich keine auf Fakten basierenden Aussagen treffen. Aber veielleicht kann ja jemand auf die entsprechende Verordnung verlinken?

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
16 Tage 7 h

Die muslimische Religion verbietet die Einäscherung.

genau
genau
Kinig
16 Tage 6 h

@Neumi

Es gab mehr Verbrennungen weil viele die Beisetzung auf einen Späteren Zeitpunkt verschieben wollten.

Und eine Leiche Sarg kann man wohl schwer 4 Monate lang im Keller aufbewahren.

genau
genau
Kinig
16 Tage 6 h

@Gredner

Stimmt.
Die Muslimische und Jüdische verbietet das.
In anderen Kulturen ist die Feuerbestattung sogar expliziet gewünscht.

info
info
Tratscher
16 Tage 6 h

Das wurde mir von einem Bestatter so gesagt, sollte es nicht stimmen bitte ich um Entschuldigung.

sunshine
sunshine
Grünschnabel
16 Tage 5 h

info Nein, auch nicht die Corona-Toten. Bitte informieren!

@
@
Superredner
15 Tage 13 h

@toeeuni
Bist du Christ? Dann kennst du sicher den Jabobusbrief, dessen Kernaussage ist:”Vor Gott sind alle Menschen gleich”
Jeder weitere Kommentar erübrigt sich somit.

Johannes
Johannes
Grünschnabel
16 Tage 10 h

Wie im Krieg. Die Menschen werden einfach dort begraben wo sie sterben! Fuchtbar was Corona alles einschränkt! أنـا أسفه لخُسارتكِ.

genau
genau
Kinig
16 Tage 6 h

Dort begraben wo sie sterben?
Er ist wohl nicht auf dem Friedhof gestorben.😄

orango
orango
Neuling
16 Tage 10 h

i sig des net richtig!!!

@
@
Superredner
16 Tage 4 h

Was soll daran falsch sein?

nightrider
nightrider
Superredner
15 Tage 13 h

Dann musst du zum Optiker wenn du nicht richtig siehst.

Gustl64
Gustl64
Neuling
16 Tage 10 h

Wie kann der
Tote gewaschen werden,wenn in dieser Zeit verstorbene nicht einmal angzogen werden?

genau
genau
Kinig
16 Tage 6 h

Das gilt nur für Menschen die an Covid-19 gestorben sind…

nuisnix
nuisnix
Superredner
15 Tage 14 h

@genau
Nein, das gilt für alle. Kein Bestatter weiß nämlich, welcher Tote infiziert oder nicht infiziert ist. Bei allen müssen dieselben Sicherheitsbestimmungen angewandt werden.

abenteuerlustig
16 Tage 7 h

Dr Toat mocht olle gleich, nor isch jo grod Wurscht wer do unter dr Erd ligg. Nit amol wenn sie toat sein, sein des für viele Südtiroler Leit… 

genau
genau
Kinig
16 Tage 6 h

Und was ist wenn er auf dem Friedhof unruhe stiftet?

Zu laute Musik oder Partys bis tief in die nacht????????

marher
marher
Superredner
16 Tage 9 h

Soll er ruhen in Frieden. Aber so wie viele anderen hätte sie ihn auch verbrennen können. War wirklich eine Ausnahme. Wer das Buch Gomorra gelesen hat weiss wie die Chinesen, die ja nie sterben u.s.w in
ihre Heimat rückgeführt werden. Glaube kaum dass sich da etwas geändert hat.

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
16 Tage 5 h

Grundsätzlich gibt es im italienischen Recht sowohl einen Friedhofszwang als auch eine Bestattungspflicht der Gemeinde, d.h. die*der Verstorbene muss in der Gemeinde bestattet werden, in der sie*er verstorben ist. Es gibt einige Ausnahmen, die aber beantragt werden müssen, wie Überführung ins Ausland oder verstreuen der gesamten Asche (Teilung nicht erlaubt) etc. Das ist das formale Vorgehen. Was hier teilweise kommentiert wird, ist an Menschenverachtung nicht zu überbieten und eine Schande

Nichname
Nichname
Tratscher
16 Tage 3 h

Wer stirbt, muss bestattet werden, entweder durch Erd- oder Feuerbestattung. Auch in diesen Corona-Zeiten hat es bei uns viele Erdbestattungen gegeben. Manche Hinterbliebene haben sich für die Feuerbestattung entschieden, weil sie dann mit der Urne die Zeremonie zu einem späteren Zeitpunkt nachholen können. Die Religion die Verstorbenen hat rechtlich überhaupt keine Bedeutung, sie beeinflusst nur eventuell die Beerdigungszeremonie. Es werden bei uns Atheisten, Katholiken, Protestanten, Juden, Zeugen Jehovas, Moslems und auch Angehörige anderer Religionen beerdigt. Im Tod sind alle gleich. Es ist schändlich, den Toten nicht die Ruhe zu gönnen.

Sonnenstrahl2020
16 Tage 37 Min

Eigentlich sehr traurig so einen Diskussion um ein Friedhofsplatzl. R.I.P.

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