Von: apa
Das Belvedere bleibt unter weiblicher Führung: Die gebürtige Münchner Kunsthistorikerin Nina Zimmer wird im Jänner 2027 auf Stella Rollig in der Funktion als Generaldirektorin folgen, die sich nach zehn Jahren an der Spitze des Hauses nicht mehr beworben hatte. Zimmer ist seit 2016 Direktorin des Kunstmuseum Bern und des Zentrums Paul Klee und war von der Findungskommission zur bestgeeigneten Kandidatin gekürt worden.
“Nina Zimmer vereint langjährige Führungserfahrung im Museumsbereich mit großer Souveränität im Umgang mit komplexen Strukturen und unterschiedlichsten Stakeholdern”, zollte Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) bei der Präsentation der Auserwählten seinen Respekt als “Star des Tages”. Im persönlichen Gespräch habe sie sehr glaubhaft ihre große Lust auf die Position vermittelt, machte der Minister deutlich.
“Museen als Räume der Auseinandersetzung”
“Ich trete diese Aufgabe in großem Respekt vor der beeindruckenden Arbeit von Stella Rollig an”, gab die am 20. März 1973 geborene Zimmer die verbal verteilten Rosen in Richtung ihrer Vorgängerin weiter, an deren Stärken sie anknüpfen wolle: “Ich bin nicht angetreten, um alles auf den Kopf zu stellen.” Ihr Grundkonzept sei dabei klar: “Das Belvedere mit seinen verschiedenen Häusern verstehe ich als offene Wissenslandschaft – und als einen Ort des Vertrauens.” Museen käme gerade in Zeiten des Umbruchs eine zentrale Rolle zu, seien sie doch “Räume, wo wir uns auseinandersetzen können über unsere Werte, der Vielstimmigkeit und damit auch Orte der Demokratie”.
Die Demokratie gelte angesichts aktueller Debatten um toxische Führungskulturen an der Spitze von Kultureinrichtungen auch für ihren eigenen Führungsstil. “Es ist mir ein Anliegen, dass es eine gute Arbeitskultur gibt”, so Zimmer. Deshalb brauche es im Haus entsprechende Institutionen und Instrumente – “und eine offene Feedback-Kultur, die ich leben möchte.”
Die gebürtige Münchnerin Zimmer ist deutsch-schweizerische Doppelstaatsbürgerin. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte, Romanistik und Medienwissenschaft in Göttingen und Bordeaux war sie von 2006 bis 2014 im Kunstmuseum Basel für die Abteilung Kunst des 19. Jahrhunderts und Moderne verantwortlich, bevor sie für zwei Jahre zu dessen Vizedirektorin aufstieg. Seit 2016 steht sie nun in Bern dem Kunstmuseum und dem Zentrum Paul Klee vor.
Wolfgang Bergmann bleibt für weitere fünf Jahre
An Zimmers Seite verbleibt für weitere fünf Jahre Wolfgang Bergmann auf seinem Posten des kaufmännischen Geschäftsführers und wird hier seine dritte Amtszeit antreten. Er soll somit federführend auch in Zukunft die anstehenden Umbauarbeiten im Oberen Belvedere verantworten.
“Wolfgang Bergmann ist ein Kenner des Hauses”, freute sich Minister Babler über die Kontinuität im Belvedere. “Es wird Sie nicht überraschen, dass ich meine Wiederbestellung für richtig halte”, übte sich Bergmann nicht in falscher Bescheidenheit: “Im Belvedere haben wir im letzten Jahrzehnt gezeigt, wie eine Kultureinrichtung Innovationsstärke mit Wachstum verbinden kann.”
Diesen Weg wolle man mit der finalen Umsetzung der beiden Großprojekte Belvedere Salzburg und dem neuen Besucherzentrum im Oberen Belvedere fortführen. “Wir können davon ausgehen, dass wir Herbst/Winter 2027 die Eröffnung in Salzburg haben”, zeigte sich Bergmann zuversichtlich. Und bezüglich des Visitor Centers werde man alsbald mit dem Ministerium über die Finanzierung weiter sprechen. “Uns ist völlig klar, dass das nächste Doppelbudget eines der leeren Kassen ist. Wir haben deshalb ein Finanzierungsmodell entwickelt, das diesen Zeitraum umschifft”, so Bergmann: “Wir sind ein Haus mit großer Finanzkraft.” Zentral sei, dass man mit der Planung und dem Bau nahtlos fortsetzen könne.
(S E R V I C E – www.belvedere.at)




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