Vernissage

„Die Werke Wilhelm Senoners sind Denkbilder“

Mittwoch, 29. August 2018 | 11:32 Uhr

St. Ulrich – Kunstliebhaber, Freunde und Bekannte des Grödner Künstlers Wilhelm Senoner haben am vergangenen Wochenende in St. Ulrich die Eröffnung der Ausstellung „Der Rhythmus des Seins“ gefeiert.

„Die Werke Wilhelm Senoners sind Denkbilder, denen es gelingt das auszudrücken, was nur schwer in Worte zu fassen ist“, eröffnete Kuratorin Elena Filippi am vergangenen Samstag die bisher umfangreichste Sonderausstellung des Grödner Künstlers, die unter dem Thema „Der Rhythmus des Seins“ steht.

Der Südtiroler Landesrat für ladinische Kultur Florian Mussner unterstrich bei dieser Gelegenheit die Bedeutung des kreativen Schaffens von Wilhelm Senoner insbesondere für das Grödnertal, „zumal er sich dem grundlegenden Thema des Verhältnisses zwischen Mensch und Natur widmet.“ Mussner betonte dabei, dass in seinen Augen „Mensch, Natur und Kultur eine Einheit bilden, die als solche gelebt werden muss, wie Senoner es uns selbst Tag für Tag authentisch vorlebt.“ Der Landesrat erzählte zudem, dass ihn die Werke des Grödner Künstlers seit Jahren begleiten würden, insbesondere die Figurengruppe „Im Dialog“.

Der Titel der Ausstellung „Der Rhythmus des Seins“ lehnt sich hingegen an das gleichnamige Werk aus dem Jahr 2013 an. „Das Bild der Skulptur ist im Moment gefangen und wirkt fast wie eine Momentaufnahme, die in ihrem Rhythmus gleichzeitig einen Balanceakt zeigt“, interpretierte August Herbst in seinen Grußworten der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte die Menschenbilder von Wilhelm Senoner. „Ist der Rhythmus des Seins nicht das Zusammengesetzte vieler Rhythmen des Seienden, der Seienden?“, warf Herbst in den Raum. Im Namen der Kueser Akademie drückte August Herbst den Wunsch aus, mit dem Künstler auch in Zukunft einen fruchtbaren Austausch zu pflegen, zumal Senoner jene Themen anspreche, die auch dem großen Humanisten, Bischof und Kardinal von Brixen Nikolaus Cusanus am Herzen lagen.

Neben einer Reihe von bekannten und auf internationaler Ebene bereits ausgestellten Hauptwerken des Künstlers, können Kunstliebhaber in St. Ulrich eine neue Darstellung des Werkes „Der Kuss“ von einem überwältigenden Ausmaß sehen. „Wilhelm Senoner hat sich in Vergangenheit bereits öfters mit dem Thema beschäftigt“, erinnerte Kuratorin Filippi. „Der Augenblick unmittelbar vor dem Entgegennehmen des Kusses ist auch der Augenblick, in dem der Empfangende eine hohe Erwartung entwickelt. So ist dieser Augenblick auch im Menschen, der den Kuss entgegennehmen darf, ein Augenblick, in dem alles Übrige seines Lebens verblasst, verschwimmt und sich relativiert“, zitiert Filippi im Ausstellungskatalog den Südtiroler Theologen Ewald Volgger und ergänzt: „So können wir den Lauf dieses wundervollen Rhythmus vom selbstlosen Geben und Nehmen verstehen: Eines wäre sinnlos ohne das Andere. Hier bedingen sich Form und Inhalt tatsächlich gegenseitig nach dem uralten Konzept der Harmonie, die ja selbst Rhythmus in seiner höchsten Form ist.“

Kuratorin Elena Filippi hat im Rahmen der Vernissage zudem die Veröffentlichung des Buches „MURFRËIT! Kunst – Lebendige Spur“ angekündigt. Die Neuerscheinung erinnert mit vielen Fotos, Eindrücken und Zitaten an die Ausstellung von Wilhelm Senoner am Grödnerjoch unter dem Sellastock im Jahr 2016. Abschließend erwähnte Filippi die laufende Ausstellung des „Mann mit Schild/Papierdrachen“ in der bekannten Kaiservilla in Bad Ischl, die noch bis zum 17. September 2018 läuft. Diese ist ein Teil der Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges am Pasubio, an der sich Wilhelm Senoner als Ehrenmitglied der „Fondazione VIA ASBURGO“ bereits mit einer Ausstellung im historischen Fogazzaro-Palast von Schio beteiligt hat.

Die Ausstellung „Der Rhythmus des Seins“ ist bis zum 20. Oktober von Montag bis Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 19.00 Uhr sowie auf Anfrage (Tel. 338 5076384) geöffnet.

 

 

 

 

 

 

Von: bba

Bezirk: Salten/Schlern

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