Auf der Insel ist auch diesmal viel los

Donauinselfest-Start mit Sonne, Staub und SPÖ-Stars

Freitag, 03. Juli 2026 | 18:13 Uhr

Von: apa

Bei angenehmen Temperaturen, aber stürmischen Böen ist am Freitag das Donauinselfest in seine 43. Ausgabe gestartet. Am Auftakttag stehen etwa My Ugly Clementine, Zartmann, Avatar, Andy Borg und Reinhold Bilgeri zur Wahl. Einer inzwischen jahrelangen Tradition folgend, stattete ein Tross roter Politpromis dem Treiben am Nachmittag einen Besuch ab.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und die sozialdemokratischen Mitglieder der Stadtregierung nahmen bei der Arbeitsinsel am östlichen Zipfel des Partygeländes einmal mehr Aufstellung vor einem großen Festplakat, um in die diversen Kameras und Handys zu strahlen. Mit dabei für einen schnellen Handshake war auch Vizekanzler und Bundesparteichef Andreas Babler, der allerdings schnell wieder seiner eigenen Wege ging.

Ludwig: Fest hätte wegen Hitze nicht abgesagt werden müssen

Ludwig selbst zeigte sich durchaus happy, dass die Hitzewelle dem Fest erspart geblieben ist. Abgesagt werden hätte es aber bei 40 Grad Höchsttemperaturen trotzdem nicht müssen, meinte er. Man sei immer für alle Situationen gerüstet und habe die Veranstaltung schon bei allen möglichen Wetterbedingungen durchgeführt, sagte er im APA-Gespräch: “Eigentlich ist Sturm das Gefährlichste.” Zumindest stürmische Böen hatte der Auftakttag durchaus zu bieten, weshalb den Besucherinnen und Besuchern dank des komplett trockenen Bodens ordentlich der Staub um die Ohren wirbelte. An eine künftige Verlegung des DIF-Termins auf einen möglicherweise kühleren Termin denkt der Bürgermeister derzeit offenbar nicht. Man werde beobachten und zeige sich sowieso immer “flexibel”.

Finanziell das Donauinselfest zu stemmen, wird wegen des allgemeinen Spardrucks auch nicht leichter. “Die SPÖ Wien zahlt da durchaus ein”, die Stadtroten sind Veranstalter, wobei die Open-Air-Sause mit öffentlichen Mitteln – heuer 1,8 Mio. Euro – gefördert wird. Die Kosten für Energie, Sicherheit, aber auch die auftretenden Acts seien deutlich gestiegen. “Es wird auch nicht leichter, finanzkräftige Sponsoren anzusprechen”, so Ludwig. Trotz der “großen Herausforderungen” wolle man aber dem Ursprungsgedanken treu bleiben und “Kultur für alle” bieten.

Tatsächlich werden bis zum Abend hin Hunderttausende Besucherinnen und Besucher erwartet. Davon war man am Nachmittag noch weit entfernt, aber das 4,5 Kilometer lange Festivalgelände füllte sich langsam. Der Auftrittsreigen kommt sowieso erst in den frühen Abendstunden so richtig in Schwung.

My Ugly Clementine, Giant Rooks und Zartmann auf der Hauptbühne

Die Mainstage ist heute fest in der Hand von FM4. Dort greifen vorerst Sophie Lindinger, Mira Lu Kovacs und Nastasja Ronck vulgo My Ugly Clementine in die Saiten, um ihren Gitarren feinsten Indie-Rock zu entlocken. Erste Kostproben des Anfang September erscheinenden dritten Albums “Apply Autonomy” werden wohl auch dabei sein. Danach lassen es Giant Rooks aus Deutschland krachen, sind die fünf Indie-Popper doch vor allem für ihre energiegeladenen Livesets bekannt. Den Headliner von Tag 1 gibt dann der Berliner Zartmann, dem mit “Tau mich auf” ein Riesenhit gelang.

Insgesamt gibt es auf dem Partyareal zwischen Nord- und Reichsbrücke heuer 14 Bühnen, wobei die Organisatoren einmal mehr darum bemüht sind, die Geschmackspalette möglichst breit zu halten. So gibt es auf der Rockbühne etwa die Wiener Punk-Schock-Rocker Bloodsucking Zombies from Outer Space zu sehen, während Andy Borg oder Sassy – vormals Stimme der Seer – auf der Schlagerbühne für Schmeichelei und Geborgenheit zuständig sind. Der aus Tirol stammende Ely Oaks – bereits als Remixer für Taylor Swift tätig gewesen – legt bei der Electronic Music Bühne verlässlich Tanzbares auf, während Freunde gesitteterer Moves beim Linedance im Kulturzelt auf ihre Kosten kommen.

“Sommer an!” mit rund 200 Acts an drei Tagen

Vielfältig ist das Programm auch für Samstag und Sonntag angelegt. Pop von Katrina – vormals Sängerin der Waves (“Walking On Sunshine”) -, Ex-STS-ler Gert Steinbäcker oder Nico Santos, harte Kost von Airbourne oder der Mittelalter-Metall-Truppe Feuerschwanz, regionale Qualitätsware von Sodl, Endless Wellness oder Kollegium Kalksburg, Austroschlager von den Jungen Zillertalern bis Jazz Gitti oder Kabaretteinlagen von Michael Bauer alias Heidelbeerhugo bis “Tagespresse”-Chef Fritz Jergitsch sind nur einige der Acts, zwischen denen die Insulaner die Qual der Wahl haben.

Insgesamt werden rund 200 Acts und 700 Stunden Programm an allen drei Festtagen, die heuer unter dem Motto “Sommer an!” stehen, geboten. Für die Megaparty wurden 120 Zelte errichtet, 450 Kilometer Stromkabel verlegt und 14 Kilometer Absperrungen angebracht. 250 Rettungs- und Notfallsanitäter und 350 Securitys sind im Einsatz. Die Polizei stellt noch einmal mehrere Hundert Beamtinnen und Beamte, die erstmals mit einem blauen Licht im Schulterbereich der Uniform ausgestattet werden und so leichter erkennbar sein sollen, und setzt beim Thema Sicherheit außerdem auf den Einsatz von Drohnen und Videokameras.

Eine An- und Abreise zum bzw. vom Fest mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen. Vorsicht gilt für alle, die mit der S-Bahn kommen. Denn die Stammstrecke ist ab Samstag im betreffenden Bereich wegen Bauarbeiten gesperrt. Ab Samstag fahren U6, S45 (Handelskai-Hütteldorf via Heiligenstadt) und die Straßenbahnlinie 31 in dichteren Intervallen, die Taktverdichtung der S45 schafft zusätzliche Kapazitäten am Knoten Heiligenstadt (Anschluss U4). Ein Schienenersatzverkehr fährt zudem rund um die Uhr zwischen Floridsdorf – Handelskai – Traisengasse – Praterstern.

(S E R V I C E – https://donauinselfest.at/ )

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