Das Erbe von Renato Ippindo in der Eisenbahnwelt Rabland

Ein Stück Meraner Zeitgeschichte kehrt zurück

Mittwoch, 15. April 2026 | 16:16 Uhr

Von: mk

Rabland/Meran – Eine Herzensangelegenheit und ein technisches Meisterwerk: Das historische Diorama des Bahnhofs Meran aus den 1950er Jahren findet seinen Weg zurück in die Heimat. Geschaffen von Renato Ippindo, erzählt das Modell im Maßstab N nicht nur Eisenbahngeschichte, sondern auch eine bewegende Familiengeschichte.

Es ist ein besonderer Moment für Modellbahnfreunde und Lokalhistoriker: Die Eisenbahnwelt in Rabland präsentiert mit Stolz ein neues Highlight – die detailgetreue Nachbildung des Meraner Bahnhofs, wie er in den 1950er Jahren das Stadtbild prägte. Doch hinter den winzigen Schienen und dem akribisch nachgebauten Empfangsgebäude verbirgt sich weit mehr als nur technisches Geschick.

Eine Hommage an den Vater und die Heimat

Der Schöpfer dieses Werks, der 2019 verstorbene Renato Ippindo, trug die Eisenbahn im Blut. Als Sohn von Ivo Ippindo, einem langjährigen Lokführer der Staatsbahnen (FS) in Südtirol, wuchs Renato in Meran mit dem Rhythmus der Züge auf. Obwohl es ihn 1962 nach Pisa verschlug, ließ ihn die Sehnsucht nach seiner Geburtsstadt nie los. Über Jahrzehnte hinweg errichtete er in mühevoller Kleinarbeit dieses Denkmal an seine Kindheit.

„Es war der Traum meines Vaters, dass sein Werk eines Tages dorthin zurückkehrt, wo alles begann“, erklärt sein Sohn Rudy Ippindo, der das Erbe gemeinsam mit seiner Schwester hütet. Mit der Ausstellung in Rabland geht dieser Wunsch nun in Erfüllung.

Detailverliebt bis ins kleinste Element

Das Diorama im Maßstab 1:160 (Spur N) besticht durch seine historische Exaktheit. Renato Ippindo fertigte viele Waggons und Lokomotiven in Handarbeit an oder veredelte bestehende Modelle, um den Flair der 1950-er Jahre perfekt einzufangen. Die Gleiskonfiguration und die Architektur des Bahnhofsgebäudes dienen als Fenster in eine Zeit, in der die Eisenbahn noch das zentrale Lebensader der Kurstadt war.

Von der Statik zur neuen Lebendigkeit

Nachdem das Modell jahrelang sicher in hölzernen Transportkisten verwahrt wurde, soll es nun in der professionellen Umgebung der Eisenbahnwelt Rabland zu neuem Glanz finden. Während das Diorama derzeit noch als statisches Kunstwerk zu bewundern ist, hofft die Familie, dass passionierte Modellbauer es in Zukunft wieder vollständig „zum Leben erwecken“ und die Züge rollen lassen.

Die Ausstellung ist nicht nur eine Bereicherung für die größte Modellbahnanlage Italiens, sondern auch ein Ort des Erinnerns. Besucher sind eingeladen, in die nostalgische Welt der Meraner Eisenbahngeschichte einzutauchen und die Leidenschaft eines Mannes zu bewundern, der seine Heimat nie vergessen hat.

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen