Von: mk
Bozen – Die Jury hat ihre Entscheidung getroffen: Im Rahmen des Kunstwettbewerbs “Ert x Merit Ladin”, ausgelobt vom Südtiroler Künstlerbund in Zusammenarbeit mit der Ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion, wurden Werke von elf ladinischen Künstlerinnen und Künstlern eingereicht. Die Jury mit Aron Demetz (Vorsitzender von La Vëta), Raimund Gross (Südtiroler Künstlerbund), Wilma Kammerer (Künstlerin), Katharina Moling (Direktorin des Museum Ladin) und Iaco Rigo (Vorsitzender von EPL – Ert por i Ladins) zeichnete das Projekt “Deventé” der Künstlerin Christine Runggaldier aus.
Die Besonderheit dieses Werks liegt in seinem Charakter als “Werk im Werden”: Es handelt sich nicht um eine bereits abgeschlossene Schöpfung, sondern um ein noch zu realisierendes künstlerisches Projekt, das anhand einer grafischen Darstellung der Jury präsentiert wird. In dieser Ausschreibung war es erstmalig möglich, an der Auswahl nicht nur mit realisierten Arbeiten, sondern auch mit Projekten teilzunehmen, die sich noch in der Entwicklungsphase befinden.
Die Preisträgerin Christine Runggaldier, geboren 1988, lebt und arbeitet in Wolkenstein in Gröden. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Venedig und an der Universität für angewandte Kunst in Wien, wodurch sie sowohl ihre malerischen als auch ihre bildhauerischen Fähigkeiten vertiefen konnte. Derzeit setzt sie ihre künstlerische Arbeit fort, indem sie sich auf die Bildhauerei konzentriert und an Ausstellungen sowie interdisziplinären Projekten teilnimmt.
“Es ist eine große Freude, eine ladinische Künstlerin auszeichnen zu können, die ausgehend von ihrer Heimat eine bedeutende künstlerische Ausbildung in Venedig und Wien absolviert hat, um anschließend die auf internationaler Ebene gewonnenen Erfahrungen, Kompetenzen und Sensibilitäten in ihre Heimat zurückzubringen”, betont Landesrat Daniel Alfreider.
“Ich freue mich sehr, dass mit Christine Runggaldier eine ladinische Künstlerin der jüngeren Generation ausgewählt wurde – und dies mit einem spannenden Projekt, das bewusst für den Merit Ladin und dessen Preisträger 2026 konzipiert wurde”, unterstreicht der Direktor der ladinischen Bildungs-und Kulturdirektion André Comploi: “Die Entscheidung der Jury ist ein schönes Signal der Offenheit gegenüber zeitgenössischen künstlerischen Ausdrucksformen sowie für die Förderung junger ladinischer Kunstschaffender.”
“Ladinische Kunst entwickelt sich heute selbstverständlich zwischen lokaler Identität und internationalem Austausch, Tradition und Entwicklung. Genau für diese Haltung und Zukunftsorientierung steht der Ert x Merit Ladin”, hebt der Präsident des Südtiroler Künstlerbundes Alexander Zoeggeler hervor.
Das siegreiche Kunstwerk wird im Rahmen der Verleihungszeremonie des Merit Ladin während des Di dla Cultura Ladina am 19. September vorgestellt und übergeben.
Mit dem Preis “Merit Ladin” wird eine herausragende Persönlichkeit geehrt, deren Wirken nachhaltig zur Stärkung der ladinischen Identität beigetragen hat und deren Einfluss weit über die ladinische Sprachgemeinschaft hinausreicht. Der Merit Ladin 2026 wurde dem ehemaligen ladinischen Schulamtsleiter Franz Vittur zugesprochen für seine Verdienste dafür, in einer entscheidenden Phase die Grundlagen für das heutige ladinische Schulwesen geschaffen und weiterentwickelt sowie sich in vielfältiger Weise für die Stärkung der ladinischen Sprache und Kultur eingesetzt zu haben.




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