Von: mk
Bozen – „Heute ist mein Lieblingstag!“, mit dieser motivierenden Aussage eröffnete die geistliche Assistentin im Katholischen Familienverband (KFS), Manuela Unterthiner Mitterrutzner, nach der Begrüßung von KFS-Präsidentin Sieglinde Aberham die Landesversammlung am Samstag. In ihrer Rede betonte die Präsidentin, dass Familie zwar herausfordernd, zugleich aber ein Ort der Geborgenheit sei und dass der KFS Lust auf Familie und Zukunft mache.
Familien seien ein wert- und kraftvolles Geschenk. „Familien zu entlasten, muss ein politisches Ziel sein – und darf nicht länger eine private Dauerleistung von Eltern bleiben“, sagte Aberham. Die Folgen seien längst bekannt: Erschöpfung, Überforderung, Kinderlosigkeit aus Angst vor Überlastung und Altersarmut für Frauen, die über Jahre unbezahlte Care-Arbeit leisten. „Als Katholischer Familienverband wollen wir Familien nicht sagen, wie sie sein müssen. Wir wollen sie begleiten. Wir wollen zuhören, stärken und ermutigen. Und wir wollen daran erinnern, dass niemand alles allein schaffen muss!“, so Aberham, die auch an die KFS-Grundwerte Nächstenliebe, Respekt, Solidarität und die Überzeugung erinnerte, dass jeder Mensch wertvoll ist. „Diese Werte tragen unseren Verband seit 60 Jahren und ich glaube, sie sind heute wichtiger denn je“.
Im Rahmen der Landesversammlung wurde Rückblick gehalten und Ausblick gegeben. Präsentiert wurden die Tätigkeiten der einzelnen Fachausschüsse, die Sozialbilanz sowie die zahlreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr. Die Landesversammlung wurde zugleich zu einem Ehrentag für den gesamten Verband. Die ehemaligen Präsidentinnen und Präsidenten und der langjährige geistliche Assistent Toni Fiung haben die Ehrenmitgliedschaft erhalten. Langjährigen, ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde das Goldene (für über 20-jährige Mitarbeit im Ausschuss) bzw. Silberne Abzeichen (für über zwölf Jahre Mitarbeit im Ausschuss) verliehen.
Festredner war Landeshauptmann Arno Kompatscher, der den Wert der Familie, die Wichtigkeit des KFS und insbesondere des Ehrenamtes betonte. Zudem kündigte er unter anderem Steuererleichterungen für Südtirols Familien ab 2027 an. Seine Stellvertreterin Familienlandesrätin Rosmarie Pamer unterstrich in ihren Grußworten: „Der KFS ist eine starke, laute Stimme. Gleichzeitig gibt es auch die leisen Stimmen draußen in den Bezirken und Zweigstellen, die mit ihren zahlreichen Ehrenamtlichen wichtige Grundpfeiler des Verbandes sind. Familie darf nicht leise werden, denn auf die Familie bauen wir – das ist unser Auftrag!“
Poetry-Slammerin Lene Morgenstern begeisterte mit ihren thematisch pointierten Texten, die inhaltlich fokussierten, dass Familie vor allem Raum und Zeit braucht und Vorstandsmitglied Norbert Kofler setzte den Schlusspunkt dieser inhaltlich dichten, aber durchwegs abwechslungsreichen, auch humorvollen Veranstaltung mit seiner Bitte: „Nehmt die Familie in eure Mitte!“




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