Von: mk
Bozen – Der neue Universitätsrat der Freien Universität Bozen ist heute zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten. Der Unternehmer und Ingenieur Federico Giudiceandrea wurde für die kommenden vier Jahre zum Präsidenten der Universität gewählt. Vizepräsidentin ist Irene Cennamo.
In seiner konstituierenden Sitzung wählte der Universitätsrat den Ingenieur und Unternehmer Federico Giudiceandrea zum sechsten Präsidenten der Freien Universität Bozen. Er tritt damit die Nachfolge von Prof.in Ulrike Tappeiner an, die von 2018 bis 2026 in zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten an der Spitze der Universität stand.
„Ich übernehme dieses Amt mit großem Verantwortungsbewusstsein. Die unibz ist eine junge Universität, die sich durch ihre internationale Ausrichtung, ihre starke Verankerung im Land und die hohe Qualität von Forschung und Lehre einen Namen gemacht hat.“ Mit diesen Worten eröffnete der neue Präsident der Freien Universität Bozen, Federico Giudiceandrea, seine Amtszeit. Anschließend skizzierte er die Richtung, in die er die dreisprachige Universität führen möchte: „Zu meinen vorrangigen Zielen zählen die weitere Stärkung der wissenschaftlichen Exzellenz, die Förderung junger Forschender, die Intensivierung des Dialogs mit Wirtschaft und Kultur sowie die Aufwertung unseres mehrsprachigen und interkulturellen Profils. Ich glaube an eine Universität, die hohen wissenschaftlichen Anspruch, Innovationskraft und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet.“
Neben dem Präsidenten Federico Giudiceandrea wurde die Bildungswissenschaftlerin Irene Cennamo vom Universitätsrat zur Vizepräsidentin gewählt. Sie betonte die Bedeutung eines ganzheitlichen Blicks auf die Universität: „Mir ist es ein zentrales Anliegen, die Potenziale und Herausforderungen unserer Universität in ihrer Gesamtheit zu sehen und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Mit meiner bildungswissenschaftlichen Perspektive möchte ich dazu beitragen, die unibz als Ort der Bildung, Weiterbildung und Forschung nachhaltig zu stärken.“ Zugleich hob sie die besondere Rolle der Universität hervor: „Als mehrsprachige Universität in einem Grenzraum kommt der unibz eine besondere Brückenfunktion zwischen Kulturen, Disziplinen und gesellschaftlichen Bereichen zu. Diese Stärke gilt es weiter auszubauen und die Universität gemeinsam lösungsorientiert in die Zukunft zu führen.“
„Die Freie Universität Bozen ist Wissenszentrum, Ausbildungsstätte für hochqualifizierte Fachkräfte und zugleich Motor für Fortschritt in unserem Land. Sie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung Südtirols“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Mit Blick auf die Erweiterung des NOI Techpark sowie den dortigen Standort der Fakultät für Ingenieurwesen betonte er die deutlich gestiegene Nachfrage an studentischem Wohnraum. Zur Deckung dieses zusätzlichen Bedarfs wird die Provinz zeitnah die Errichtung eines Studierendenheims mit über 100 Plätzen durch eine Direktfinanzierung ermöglichen. „Dem neugewählten Universitätsrat wünsche ich viel Erfolg und Weitsicht. Den bisherigen Mitgliedern – allen voran Präsidentin Ulrike Tappeiner – danke ich herzlich für ihren Einsatz und die große Fachkompetenz, mit der sie die Freie Universität Bozen in den vergangenen Jahren geprägt haben“, ergänzte Kompatscher.
Auch Landesrat Philipp Achammer, zuständig für Innovation und Forschung, unterstrich die Bedeutung der Universität für Südtirol: „Die Freie Universität Bozen spielt eine zentrale Rolle für die wissenschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung unseres Landes. Mit dem neuen Universitätsrat setzen wir ein wichtiges Zeichen für Innovation und Verantwortung. Ich danke allen Mitgliedern für ihre Bereitschaft, dieses Amt zu übernehmen, und wünsche ihnen für die kommenden Jahre viel Erfolg.“
Zusammensetzung des Universitätsrats
Der Universitätsrat der Freien Universität Bozen setzt sich aus acht Mitgliedern zusammen und ist gemäß Statut für eine Amtszeit von vier Jahren bestellt. Dem Gremium gehören der Rektor sowie vier von der Autonomen Provinz Bozen ernannte Mitglieder aus Wissenschaft, Kultur, Technik, Wirtschaft, Gesundheits- und Sozialwesen oder aus dem öffentlichen Leben an – darunter jeweils mindestens eine Person der deutschen, eine der italienischen und eine der ladinischen Sprachgruppe. Hinzu kommen ein vom Akademischen Senat entsandtes Mitglied, eine Vertretung der Studierenden sowie der Generaldirektor der Universität mit beratender Stimme. Der Universitätsrat wählt aus seiner Mitte den Präsidenten oder die Präsidentin sowie den Vizepräsidenten oder die Vizepräsidentin (zwingend aus einer anderen Sprachgruppe).
Die Lebensläufe der Mitglieder des Universitätsrats der unibz
Der in Brixen geborene Federico Giudiceandrea ist Ingenieur (Studium der Elektrotechnik an der Universität Padua) und als Unternehmer und Manager im Hightech-Sektor tätig. Er ist Gründer und Präsident von Microtec, wo er den Bereich Forschung und Entwicklung leitet. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit übernahm er verschiedene Funktionen in Institutionen und Verbänden: Von 2009 bis 2015 war er Präsident von EOS (Export Organisation Südtirol), von 2017 bis 2021 Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol und von 2021 bis 2025 Präsident des SWREA (Südtiroler Wirtschaftsring – Economia Alto Adige). Derzeit ist er Mitglied des Kammerausschusses der Handelskammer Bozen sowie des Tech Board des NOI Techpark. Darüber hinaus war er Vizepräsident des Verwaltungsrats des Museion und zählt zu den weltweit bedeutendsten Sammlern, Kuratoren und Experten für das Werk des niederländischen Künstlers und Grafikers Maurits Cornelis Escher.
Alex Weissensteiner – Rektor
Der gebürtige Bozner ist Professor für Quantitative Finanzwirtschaft und seit 2024 Rektor der Freien Universität Bozen. Er promovierte an der Universität Innsbruck und war in den Folgejahren in Forschung und Lehre an den Universitäten Innsbruck und Liechtenstein tätig. 2013 nahm er einen Ruf an die Technische Universität Dänemark an, wo er als Professor für Financial Engineering lehrte. An der Freien Universität Bozen war er Koordinator des Qualitätspräsidiums (2016–2020), Prodekan für Lehre (2018–2020), Studiengangsleiter für Wirtschaft und Management (2015–2020) sowie Prorektor für Lehre (2020–2024). Er unterrichtet unter anderem Finanzmathematik, Management von Finanzkrisen und Quantitative Finance. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Asset Allocation sowie theoretisches und empirisches Asset Pricing. Er hat in führenden Fachzeitschriften seines Bereichs publiziert.
Irene Cennamo – Vizepräsidentin
Irene Cennamo wurde in Bozen geboren und ist in einem zweisprachigen Umfeld aufgewachsen. Sie ist Forscherin und habilitierte Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Klagenfurt. Ihr Doktorat in Allgemeiner Pädagogik, Sozialpädagogik und Allgemeiner Didaktik erwarb sie an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen. Cennamo engagiert sich als Dozentin in der Lehrkräfteausbildung und Sprachdidaktik an den Universitäten Bozen und Trient sowie in der Weiterbildung an allen drei Landesämtern der Autonomen Provinz Bozen: dem Amt für Weiterbildung und Sprachen der Abteilung Deutsche Kultur, dem Amt für Zweisprachigkeit und Fremdsprachen der Abteilung Italienische Kultur und der Abteilung Ladinische Bildungs- und Kulturverwaltung. Seit über zehn Jahren ist sie am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung an der Fakultät für Kultur- und Bildungswissenschaften der Universität Klagenfurt im Arbeitsbereich Erwachsenenbildung und berufliche Bildung tätig, wo sie lehrt und forscht.
Giovanni Mastrobuoni
Giovanni Mastrobuoni ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Turin und bekleidet bedeutende nationale und internationale Funktionen. Derzeit ist er stellvertretender Direktor des Collegio Carlo Alberto in Turin und Inhaber der Intesa-Sanpaolo-Chair. Zudem ist er Research Fellow renommierter internationaler Forschungseinrichtungen. Er promovierte in Volkswirtschaftslehre an der Princeton University und war in Forschung und Lehre an zahlreichen führenden Universitäten und Forschungszentren in Europa und den USA tätig. Mastrobuoni ist Experte für öffentliche Wirtschaft, Ökonomie der Kriminalität, Arbeitsökonomie und angewandte Ökonometrie. Seine Forschungsergebnisse sind in international führenden Fachzeitschriften veröffentlicht. Darüber hinaus verfügt er über umfassende Erfahrung im akademischen Management und in der Evaluation von Forschung.
Karl Zeller
Rechtsanwalt Karl Zeller ist Südtiroler Politiker und Bezirksobmann für das Burggrafenamt der Südtiroler Volkspartei. Er studierte Betriebswirtschaft und Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck. Im Laufe seiner politischen Karriere bekleidete er führende Positionen auf nationaler Ebene und blickt auf eine langjährige parlamentarische Tätigkeit in Abgeordnetenkammer und Senat zurück. Seit 1994 ist er Mitglied der paritätischen Sechser- und Zwölferkommissionen, die für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Autonomiestatuts der Region Trentino-Südtirol und der Autonomen Provinz Bozen zuständig sind.
André Comploi
Der aus Al Plan de Mareo/San Vigilio di Marebbe stammende André Comploi studierte Theaterwissenschaft und Musikwissenschaft an der Universität Wien. Derzeit ist er Direktor des Ressorts für Ladinische Bildung und Kultur der Autonomen Provinz Bozen sowie künstlerischer Direktor der Stiftung Haydn von Bozen und Trient. Von 2010 bis 2020 leitete er die Pressestelle der Wiener Staatsoper und war von 2020 bis 2025 künstlerischer Koordinator der Mailänder Scala. Er lehrte an der Universität Wien und an der Freien Universität Bozen, hält international Masterclasses im Bereich Kulturmanagement und ist Mitglied in wissenschaftlichen Gremien zahlreicher Kultureinrichtungen im In- und Ausland. Als Förderer der ladinischen Musikkultur gab er mehrere Publikationen ladinischer Lieder – auch für Kinder – heraus und veröffentlichte wissenschaftliche Beiträge zu Theater und ladinischer Musik. Seit 2022 ist er Mitglied des künstlerisch-wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Ferruccio Busoni – Gustav Mahler sowie Mitglied des Universitätsrats der Freien Universität Bozen.
Günther Mathà – Generaldirektor
Günther Mathà war bereits Mitglied des Gründerkreises der Freien Universität Bozen. Seit 2012 ist er Generaldirektor und beratendes Mitglied des Universitätsrats. Der ausgebildete Journalist mit einem Abschluss in Philosophie absolvierte Weiterbildungen im Hochschulmanagement an der Universität Freiburg (Schweiz) und an der London Business School sowie das IDM-C-Programm in Global Management am INSEAD in Fontainebleau.
Elisa Bortolotti
Seit Juni 2024 vertritt die Südtirolerin Elisa Bortolotti, Studentin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, die Studierenden im Universitätsrat.




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen