"Kabale und Liebe" von 5. bis 30. November

Freies Theater Bozen auf Südtirol-Tournee

Freitag, 03. November 2017 | 10:13 Uhr

Bozen – Das Freie Theater Bozen feiert am Sonntag in Auer die Premiere von Schillers “Kabale und Liebe”. Start der Südtirol-Tournee ist im Unterland. Das Drama von Friedrich Schiller dreht sich im Kern um die Zerstörung des Lebens zweier junger Menschen durch die Welt der Erwachsenen. Falsches Ehrbewußtsein, Standesdünkel und politischer Ehrgeiz einerseits, übertriebene Religiosität und enge Moralvorstellungen andererseits triumphieren über individuelles Glück und Freiheit und führen in eine Katastrophe.

Das ursprünglich nach der Hauptfigur „Luise Millerin“ benannte „bürgerliche Trauerspiel“ von Schiller, der neben Johann Wolfgang Goethe der zweite große deutsche „Klassiker“ ist, kam publikumswirksam als Kabale und Liebe zur Aufführung und wird unter diesem Titel auch im heutigen Theater-Repertoire gespielt. Es handelt von einer niederträchtigen Intrige (Kabale) gegen die Sehnsucht von zwei Jugendlichen (Liebe), die von den Erwachsenen aus jeweils höchst egoistischen Motiven angezettelt und durchgeführt wird und mit Tod und Gefängnis endet.

Das Stück, das ursprünglich Ende des 18. Jahrhunderts in einer kleinen süddeutschen Residenzstadt spielt, ist einfach und präzise in seinem Aufbau und beherzigt die Prinzipien der damaligen Dramentheorie. Der schwärmerische junge Adelige Ferdinand von Walter und die tugendhafte Bürgertochter Luise Miller haben sich in einander verliebt, obwohl sie unterschiedlichen Ständen angehören. Das Klein- und Großbürgertum (Adel) realisieren in dieser Zeit sehr divergierende Wert- und Moralvorstellungen, es kommt zu großen gesellschaftlichen Verwerfungen (Auf- und Abstiege). Diese Beziehung stößt somit von mehreren Seiten auf Widerstand (insbesondere von den väterlichen Seiten), es handelt sich also um „eine unmögliche Liebe in einer unsteten Zeit“. Am Ende zerbricht die Liebe einerseits an individuellen Gründen, besonders der eifersüchtigen Egozentrik Ferdinands, sowie an den patriarchalischen Strukturen andererseits.

Was macht das Stück so modern? Es lehrt, wie leicht ein so komplexes Gebilde wie die auf Zuneigung aufgebaute Beziehung zerstört werden kann, und es zeigt, das allzu festgefahrene und rigide Haltungen (die ein „Zurückstecken“ bzw. Toleranz nicht kennen) zum Scheitern führen müssen. Dies ist es, das dem Stück seinen hohen und vielgerühmten aufklärerischen Rang verleiht.

Die Termine der Aufführungen sind folgende:

05.11. – 18.00 Uhr – Auer, Aula Magna | PREMIERE
07.11. – 20.00 Uhr – Meran, Stadttheater Puccini
09.11. – 20.00 Uhr – Bruneck, Michael-Pacher-Haus
12.11. – 18.00 Uhr – Mals, Kulturhaus
19.11. – 18.00 Uhr – Kaltern, Kulturhaus
26.11. – 18.00 Uhr – Bozen, Stadttheater Gries (Telser-Galerie)
28.11. – 20.00 Uhr – Bozen, Stadttheater Gries (Telser-Galerie)
30.11. – 20.00 Uhr – Sterzing, Stadttheater

Informationen und Kartenreservierung: info@ftb.bz.it – Tel. 347 6819754

Von: ao

Bezirk: Bozen

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