Galerist Lui Wienerroither vor Arnulf Rainers "Die Brücke" auf der TEFAF

Kunstmesse TEFAF mit Rainers “Brücke” als Highlight aus Wien

Samstag, 14. März 2026 | 13:08 Uhr

Von: apa

276 Aussteller aus 24 Ländern und fünf Kontinenten präsentieren bei der 39. Ausgabe der Maastrichter Kunstmesse TEFAF noch bis 19. März ausgewählte Werke aus über 7.000 Jahren Kunstgeschichte. Highlights der TEFAF sind eine Version des “Salvator Mundi” oder ein Miró um 25 Millionen Euro. Aus Österreich ist wieder die Wiener Galerie W&K dabei. Zu ihren besten Stücken zählt “Die Brücke” von Arnulf Rainer, für die es laut Galerist Lui Wienerroither bereits Interessenten gibt.

Wienerroither, der gemeinsam mit Ebi Kohlbacher die Galerie W&K gegründet hat, betonte im Gespräch mit der APA, jede Galerie hier habe “einige tolle Stücke”. Es sei Aufgabe der Händler, “dass sie hier das Besondere bringen”. Deshalb hat für ihn die TEFAF auch “diese Qualität, weil sich jeder Händler bemüht”. Jeder müsse sich jedes Jahr aufs Neue für die Teilnahme bewerben: Deshalb “strengt sich jeder an, dass er eine gute Performance macht”. Er ist bereits das 17. Mal dabei – und das ohne Unterbrechung.

Zweistellige Millionenbeträge werden verhandelt

Nicht nur die Galeristinnen und Galeristen, auch die Kunstbegeisterten kommen aus aller Welt nach Maastricht, um eine der renommiertesten Kunstmessen der Welt zu erleben. Die TEFAF weist auch eine sehr hohe Dichte an professionellen Einkäuferinnen und Einkäufern auf, sei es für Museen oder für private Sammler, die in unsicheren Zeiten besonders gerne in Kunst investieren. In allen Sprachen sind Verkaufsgespräche zu hören, die meist sehr diskret abgehalten werden, da es um bis zu zweistellige Millionenbeträge gehen kann.

Zu den Highlights zählt in diesem Jahr eine Version des berühmten “Salvator Mundi”-Gemäldes, das Leonardo da Vinci zugeschrieben wurde. Dieses hat eine jahrhundertelange bewegte Geschichte hinter sich und war schließlich 2017 um 450 Millionen Dollar versteigert worden, obwohl nie eindeutig geklärt werden konnte, ob es tatsächlich eigenhändig vom italienischen Maler und Bildhauer oder einem seiner Schüler gefertigt wurde. Die in Maastricht von der Londoner Galerie Agnews gezeigte “Ganay”-Version der Christus-Darstellung dürfte unter der Aufsicht da Vincis entstanden sein.

Auch zahlreiche Künstlerinnen vertreten

Mit rund 25 Millionen Euro ist das Gemälde “Femme rêvant de l’évasion” (Frau die von der Flucht träumt) des spanisch-katalanischen Malers und Bildhauers Joan Miró eines der teuersten heuer. Auf nur rund eine Million Euro geschätzt, aber mit einer interessanten Geschichte, ist das viele Jahre verschollene Gemälde “Rückkehr der Heiligen Familie von der Flucht nach Ägypten” des flämischen Malers Jacob Jordaens: Nachdem es in der Nazizeit gestohlen wurde, konnte es im Vorjahr nach der Bestätigung seiner Echtheit den rechtmäßigen belgischen Besitzern zurückgegeben werden.

“Die Brücke” von Arnulf Rainer bei W&K ist für rund 700.000 Euro zu erwerben, das Werk habe “wirklich internationales Niveau”, so Wienerroither. Weitere Schwerpunkte seines Standes sind Werke des Wieners Franz West und des slowenischen Malers und Grafikers Zoran Mušič, und natürlich Klimt und Schiele. Spaziert man durch die Gänge, ist wirklich alles vertreten. Viele namhafte Künstler werden gezeigt – und mit etwa der französischen Impressionistin Berthe Morisot, Picassos Muse Dora Maar oder der britischen Bildhauerin Barbara Hepworth findet man auch die Werke bedeutender Künstlerinnen.

Heuer sehr viel Publikumsinteresse

Auch für vergleichsweise schmälere Geldbörsen werden schöne Kunstwerke angeboten; ab 3.000 Euro soll es laut den Veranstaltern möglich sein, bei der TEFAF etwas zu erstehen. Viele Besucherinnen und Besucher haben dies aber gar nicht vor: Ein Besuch bei der Messe ersetzt für viele mehrere Museumsbesuche. Die Messe ist an diesen ersten Tagen im Vergleich zum Vorjahr auffallend stark besucht. Diesen Eindruck teilt auch Wienerroither: “Letztes und vorletztes Jahr waren schwierige Jahre”, sagt er. Jetzt sei “wieder eine gute Stimmung”.

Neben Gemälden und Skulpturen sind in Maastricht auch in diesem Jahr wieder wunderschöne Schmuckstücke zu bewundern: Die Gänge der Juweliere und Schmuckaussteller sind auch heuer wieder besonders streng von diskreten Securitys bewacht. Immer noch in Erinnerung ist vielen TEFAF-Stammgästen der spektakuläre Überfall von 2022, als vier schwerbewaffnete Männer während der Messe und in Anwesenheit zahlreicher geschockter Besucherinnen und Besuchern Vitrinen gewaltsam aufbrachen und Diamanten raubten.

Zum zweiten Mal dabei ist heuer der Londoner Juwelier Santi, gegründet von Krishna Choudhary, der aus einer traditionsreichen indischen Juweliersfamilie stammt. Er hat seine aus je einem großen und 555 kleinen Diamanten eigengefertigten “Lotusohrringe” mitgebracht. Ganz ein anderer Stil, aber ebenso eindrucksvoll, ist das “Bloem”-Collier der australischen Schmuckdesignerin Margot McKinney, auf dem sieben Turmaline und 27 große australische Südseeperlen sowie Saphire und Diamanten in zartblau und zartrosa glänzen und die an den australischen Ozean erinnern sollen. Die TEFAF lädt wirklich zu einer Weltreise ein.

(S E R V I C E – https://www.tefaf.com/fairs/tefaf-maastricht )

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