Einblicke in die kirchliche Jugendarbeit in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Lehrfahrt zum Bodensee

Montag, 30. März 2026 | 11:43 Uhr

Von: luk

Bozen – Kürzlich begab sich eine Gruppe von beruflichen Mitarbeitern der Jugenddienste sowie von Südtirols Katholischer Jugend auf eine dreitägige Lehrfahrt in den Bodenseeraum. Die Reise lud dazu ein, religiösen Austausch aktiv zu erleben, unterschiedliche Formen kirchlicher Jugendarbeit kennenzulernen und neue Impulse für die eigene Praxis mitzunehmen. Auf dem Programm standen Begegnungen mit Einrichtungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Organisiert wurde die Lehrfahrt von der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste (AGJD).

Austausch, Vernetzung und Vielfalt im Mittelpunkt

Im Rahmen der dreitägigen Lehrfahrt im März besuchte die Gruppe von beruflichen Mitarbeitern mehrere katholische sowie eine evangelische Jugendeinrichtung im Bodenseeraum. Jede Station bot eigene Schwerpunkte, Arbeitsweisen und pastorale Zugänge, die wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit in Südtirol lieferten.

Die Junge Kirche Vorarlberg zeigte, wie Jugendarbeit im öffentlichen Raum sichtbar und vielfältig gestaltet werden kann – von kreativen Formaten über spirituelle Angebote bis hin zu inklusiver Regenbogenpastoral. Das katholische Jugendreferat aus Ravensburg bzw. die Dekanatsstelle des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zeigte, wie entscheidend stabile regionale Netzwerke und eine verlässliche Begleitung Ehrenamtlicher für eine nachhaltig verankerte Jugendarbeit im ländlichen Raum sind. Die Fachstelle der kirchlichen Jugendarbeit des Bistums St. Gallen – DAJU bot einen methodisch abwechslungsreichen Austausch zu Firmvorbereitung, zur offenen kirchlichen Jugendarbeit und zu Lebenswelten junger Menschen; zugleich wurde sichtbar, wie spirituelle Orte und unterschiedliche pastorale Bereiche sinnvoll vernetzt werden können. In Lindau vermittelte das luv – Junge Kirche Lindau – wie evangelische Jugendarbeit in einem ökumenischen Umfeld gelingt und wie niederschwellige Angebote wie ein offener Mittagstisch Beziehungen stärken. Den Abschluss bildete der „Impulstag Firmung“ der katholischen Kirche Vorarlberg im Bildungshaus Arbogast, der Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Firmkatechese gab und neue Impulse für Beteiligung, pastorale Innovation und zukünftige Schwerpunkte der Jugendarbeit bot.

Handwerkszeug für eine zukunftsorientierte Jugendarbeit

“Die Lehrfahrt zeigt eindrücklich, wie vielfältig die religiösen Fragen junger Menschen heute sind. Sie suchen Sinn, Orientierung und spirituelle Anknüpfungspunkte – und brauchen eine Jugendarbeit, die ihnen mit Offenheit, Fachwissen und einer ganzheitlichen Haltung begegnet. Die Begegnungen und Einblicke der drei Tage vermitteln den Teilnehmenden praxisnahes Handwerkszeug und machen sichtbar, wie unterschiedlich kirchliche Jugendarbeit in den verschiedenen Regionen gestaltet wird. Zugleich wird deutlich, wie zentral es ist, Jugendliche einzubeziehen und ihre Themen ernst zu nehmen”, so die AGJD.

„Ich habe für meine Arbeit praktisches Wissen und neue Gedankenimpulse mitgenommen“, brachte ein Teilnehmer die Erfahrung auf den Punkt. Mit gestärkten Kompetenzen, fundiertem Wissen und neuer Motivation kehrt die Gruppe zurück.

Grenzüberschreitender Austausch als Motor für Weiterentwicklung

“Die Lehrfahrt zeigt eindrucksvoll, wie bereichernd der Blick über die eigenen Grenzen ist. Der Austausch mit Einrichtungen in drei Ländern stärkt die Vernetzung und fördert eine zukunftsorientierte Jugendarbeit, die junge Menschen in ihrer Lebenswelt ernst nimmt. Die Vielfalt religiöser Jugendarbeit wird sichtbar und inspiriert dazu, neue Wege zu gehen und bestehende Ansätze weiterzuentwickeln”, so die AGJD.

Die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienst (AGJD) ist der Zusammenschluss der 18 Jugenddienste Südtirols, des Nëus Jëuni Gherdëina und des Jugendbüros Passeier: “Unser zentrales Anliegen diese Einrichtungen in ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Wir verbinden die Jugenddienste zu einem landesweiten Netzwerk.”

Die Jugenddienste Südtirols als Fachstellen zur Förderung der Jugendarbeit verstehen sich als Motor von Prozessen in der Regionalentwicklung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Die Jugenddienste fördern (begleiten) die Kinder- und Jugendarbeit subsidiär und partizipativ. Die Jugenddienste sind somit Ansprechpartner für alle Akteure, welche in der soziokulturellen, bildungsmäßigen und freizeitorientierten Jugendarbeit tätig sind. Bei den Akteuren handelt es sich um ehrenamtlich, freiwillig, hauptamtlich oder beruflich tätige Verantwortungsträger.

Bezirk: Bozen

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