Selbstbewusst und umweltverträglich in die Zukunft

Lungiarü: das ladinische Bergsteigerdorf in den Dolomiten

Sonntag, 05. August 2018 | 20:51 Uhr

Lungiarü – Am heutigen Sonntag, 5. August, feierte die ganze Dorfgemeinschaft im Rahmen der Roda dles Viles den offiziellen Beitritt von Lungiarü in das alpenweite Netzwerk der Bergsteigerdörfer. Die Bergsteigerdörfer fördern einen umweltverträglichen Tourismus in Südtirol. Gefeiert wurden zugleich auch 40 Jahre Naturpark Puez-Geisler.

Anna Pichler

Der Alpenverein Südtirol (AVS) hat heute zur offiziellen Beitrittsfeier des zweiten Südtiroler Bergsteigerdorfes nach Lungiarü geladen. Vertreter aus den AVS-Sektionen und Ortsstellen, der alpinen Partnervereine, der Projektpartner und aus der Politik waren der Einladung gefolgt. Bergsteigerdörfer sind eine gemeinsame Initiative der Alpenvereine in Österreich, Deutschland, Slowenien, Italien (CAI) und Südtirol (AVS).

Anna Pichler

Projekt Bergsteigerdörfer – Selbstbewusst und umweltverträglich in die Zukunft

Nach der Roda dles Viles – der Rundwanderung über die typischen Weiler mit lokalen Spezialitäten und traditionellem Handwerk – und dem Festumzug begleitet von der Musikkapelle St. Martin in Thurn wurde am Festplatz von Lungiarü die Beitrittsfeier abgehalten. Georg Simeoni, AVS-Präsident, präsentierte mit großer Freude das zweite Südtiroler Bergsteigerdorf. „Lungiarü zeichnet sich durch seine hochwertige alpine Natur- und Kulturlandschaft, die ladinische Sprache und Kultur sowie durch seine Lage am Fuße der Dolomiten am Eingang zum Naturpark Puez-Geisler aus,“ erklärte Simeoni. „Lungiarü bietet bereits viele Möglichkeiten für Natur- und Kulturbegeisterte, ohne dass groß investiert werden muss. Die Dorfbevölkerung trägt diese Philosophie mit und sieht darin eine Chance, die Zukunft von Lungiarü selbstbewusst und umweltverträglich zu gestalten.“

„Die Bergsteigerdörfer sind eine wertvolle Stärkung für den Tourismus in Südtirol. Der Alpenverein Südtirol gibt mit der Initiative zudem einen wichtigen Impuls für die Regionalentwicklung“, unterstrich Landesrat Richard Theiner. Giorgio Costabiei, Bürgermeister der Gemeinde St. Martin, sieht im Attribut „Bergsteigerdorf“ auch ein Zeichen der Anerkennung für den achtsamen Umgang der Dorfgemeinschaft mit der Natur, der Landschaft und den Kulturzeugnissen. Einen besonderen Dank sprach der Bürgermeister der lokalen Arbeitsgruppe aus, die sich ehrenamtlich für das Bergsteigerdorf engagiert. Robert Messner sprach über 40 Jahre Naturpark Puez-Geisler, die gemeinsam mit der Roda dles Viles und der Bergsteigerdörfer-Beitrittsfeier gebührend gefeiert wurden.

Anna Pichler

Bekenntnis zur Nachhaltigkeit

Der AVS und die Gemeinde St. Martin in Thurn besiegelten die Aufnahme von Lungiarü in den Kreis der nun 26 Bergsteigerdörfer mit der Unterzeichnung der Bergsteigerdorf-Deklaration. Die Gemeinde verpflichtete sich zu einer nachhaltigen Politik auf Gemeinde- und Fraktionsebene ganz im Sinne der Alpenkonvention und ihrer Protokolle.

Projektpartner und Partnerbetriebe

Das Projekt wird neben AVS und Gemeinde auch von der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen finanziell unterstützt. Wichtige lokale Partner sind neben der AVS-Ortsstelle St. Martin in Thurn der Tourismusverein San Vigilio-San Martin und die DME Ost-IDM Südtirol.

Anna Pichler

Im Rahmen des Festaktes wurden 23 Bergsteigerdorf-Partnerbetriebe von Lungiarü ausgezeichnet. Sie bieten entweder eine Unterkunfts- oder Verpflegungsmöglichkeit an, üben ein traditionelles Handwerk aus, leisten einen wichtigen Beitrag zur Nahversorgung oder eine wichtige Dienstleistung für Bergsteiger, Wanderer und Skitourengeher. Die Partnerbetriebe sind durch eine Plakette mit der Aufschrift „Bergsteigerdörfer-Partner“ gekennzeichnet.

Bergsteigerdorf-Broschüre

Abschließend wurde von Vertretern der lokalen Arbeitsgruppe die Einzelbroschüre für Lungiarü vorgestellt. Der Inhalt wurde ehrenamtlich von der Arbeitsgruppe erstellt und vom AVS herausgegeben und verschafft einen Überblick über die Dorf- und Alpingeschichte, landschaftliche und kulturelle Besonderheiten sowie Tourenmöglichkeiten in Lungiarü. Auch die Partnerbetriebe werden in der Broschüre gelistet. Die Broschüre ist kostenlos in deutscher und italienischer Sprache beim AVS und den Projektpartnern erhältlich.

Tourismusverein San Vigilio-San Martin

Neben Lungiarü sind 2018 bereits Kreuth am Tegernsee und Jezersko als erstes slowenisches Bergsteigerdorf in den Kreis der Bergsteigerdörfer aufgenommen worden. Im Oktober wird das Val di Zoldo im Belluno folgen. Matsch im Vinschgau ist 2017 als erstes Südtiroler Bergsteigerdorf ausgezeichnet worden.

Nähere Informationen zum Projekt, zu den Kriterien der Bergsteigerdörfer, die Einzelbroschüre zum Herunterladen, eine Liste aller Bergsteigerdorf-Partnerbetriebe in Lungiarü sowie Tourenvorschläge auf der Webseite:

http://www.bergsteigerdoerfer.org/lungiarue

Von: ka

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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2 Kommentare auf "Lungiarü: das ladinische Bergsteigerdorf in den Dolomiten"


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Loewe
Loewe
Superredner
9 Tage 19 h

Dann wünsche ich dem Kreis der Bergsteigerdörfer alles beste, und super Geschäfte, aber vor allem viel Freude!!

amme
amme
Superredner
9 Tage 9 h

hoffe dass nicht ein Megahotel hineingebaut wird.Da wird alles verschlandelt

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