Wesentliche Neuerungen

Neue Charta der Schülerinnen und Schüler vorgestellt

Donnerstag, 03. September 2026 | 15:17 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Die Charta der Schülerinnen und Schüler ist die Grundlage der Schulordnung und hält die wichtigsten Rechte und Pflichten der Schülerinnen und Schüler fest. Die derzeit gültige Fassung stammt aus dem Jahr 2003 und wird nun durch eine überarbeitete Charta ersetzt. Diese wurde am 3. September von den drei Bildungslandesräten Philipp Achammer, Marco Galateo und Daniel Alfreider, gemeinsam mit den Vertretungen der Landesbeiräte der Schülerinnen und Schüler Julia Moosburger, Marco Fauni und Jan Paul Promberger vorgestellt.

“Das primäre Ziel der Charta ist es die Qualität des Unterrichts und ein vertrauensvolles Lernumfeld zu garantieren. Denn Schule ist ein Lernumfeld mit Rechten, aber auch mit Pflichten”, hob Landesrat Achammer hervor. Im Mittelpunkt der Schule müssten immer die Schülerinnen und Schüler stehen – dafür stehe auch dieses Dokument, das es nun gelte in den Unterricht einfließen zu lassen. Für Landesrat Galateo schaffe die Schülercharta die Voraussetzung dafür, dass Schule sich weiterentwickeln und mit gesellschaftlichen Entwicklungen Schritt halten könne. “Die Schule ist ein Ort der Wissensvermittlung, aber auch des gesellschaftlichen Lebens mit klaren Regeln. Schule soll ein Ort des respektvollen Miteinanders sein, in dem demokratische Abläufe gelernt und gelebt werden”, hielt dazu Landesrat Alfreider fest.

Die neue Charta bringt klarere Regeln für den Schulalltag und verankert Themen wie Prävention, Gesundheit und Vielfalt stärker im schulischen Leben. Zudem betont sie die Bedeutung einer respektvollen Kommunikation miteinander und einer zeitgemäßen Bildung. Weitere Präzisierungen in der Charta betreffen die Hausaufgaben sowie die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie: So wird festgehalten, dass auch Eltern volljähriger Schülerinnen und Schüler weiterhin die Mitteilungen der Schule erhalten, sofern der/die Schüler/in dies nicht schriftlich untersagt. “Die Schule baut immer auf die kooperative Zusammenarbeit mit dem Elternhaus. Wo notwendig, muss man dies auch verlangen können. Denn Bildung ist immer eine geteilte Verantwortung”, sagte Landesrat Achammer.

Mehr Klarheit gibt es künftig auch im Bereich der Disziplinarmaßnahmen, die in den jeweiligen Schulordnungen festgelegt werden. Zeitlich begrenzte Tätigkeiten sozialer, kultureller oder allgemeiner Art, die der Schulgemeinschaft oder der Allgemeinheit zugutekommen, sollen dabei das Verantwortungsbewusstsein stärken. “Im Mittelpunkt steht die pädagogische Sinnhaftigkeit einer Disziplinarmaßnahme, weil das Ziel ganz klar die Wiedereingliederung oder der Wiedereintritt in die Schule ist”, betonte Landesrat Achammer. Neue Bestimmungen gibt es auch für den Ausschluss vom Unterricht und von der Schulgemeinschaft.

Der Genehmigung durch die Landesregierung am 28. August ging ein mehrstufiger Abstimmungsprozess voraus. Dabei wurden die Landesbeiräte der Schülerinnen und Schüler sowie der Landesbeiräte der Eltern und des Landesschulrates angehört. Zudem flossen Vorgaben von staatlicher Seite, etwa zu Mobbing und Cybermobbing, sowie weitere Anregungen der drei Bildungsdirektionen in die überarbeitete Charta ein. Diesen Weg lobten auch die Vertretungen der Schülerinnen und Schüler: “Wir durften ansprechen, was uns beschäftigt und fanden dafür Gehör sowohl bei der Politik als auch in den Bildungsdirektionen. Die Erarbeitung des Dokuments hat gezeigt, dass Lösungen gefunden werden können, um gemeinsam eine bessere Schule zu schaffen“, unterstrich Schülervertreterin Julia Moosburger. Jan Paul Promberger, Schülervertreter der ladinischen Schulen, sprach sich dafür aus, die Charta kontinuierlich weiterzuentwickeln und rief dazu auf, die Inhalte des Dokuments allen Schülerinnen und Schülern zugänglich zu machen. Auch Marco Fauni appellierte, die Charta nun mit Leben zu füllen.

Die überarbeitete Schülercharta gilt für alle Schulen staatlicher Art (Grund-, Mittel- und Oberschulen) sowie für jene der Berufsbildung aller drei Sprachgruppen und ist bereits im Schuljahr 2026/27 in Kraft.

Bezirk: Bozen

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