Birke Gorm hat das Museumsobergeschoss in einen Dachboden verwandelt

Österreich-Pavillon der Gwangju Biennale vor Eröffnung

Donnerstag, 03. September 2026 | 12:44 Uhr

Von: importer

Am Samstag wird in Südkorea die 16. Gwangju Biennale eröffnet. Die Hauptausstellung wurde heuer von Kurator, Medienkünstler und Filmemacher Ho Tzu Nyen unter den Titel “You Must Change Your Life” gestellt. Bei den nationalen Pavillons, die dezentral seit 2018 die Schau ergänzen, ist Österreich nach 2024 zum zweiten Mal dabei. Birke Gorm hat für ihren Beitrag “the evening and the morning and the night” das Obergeschoss des Eunam Museum of Art in einen Dachboden verwandelt.

“Er beherbergt Dinge mit Vergangenheit, die aber aus dem Alltag verbannt sind, Materialien am Ende ihres Lebenszyklus, an der Schwelle zum Abfall”, hatte die 1986 in Hamburg geborene und seit 2012 in Wien lebende dänisch-deutsche Künstlerin im Vorfeld im APA-Interview ihr Konzept erklärt. Mit ihm hat sie sich in einem von Phileas – The Austrian Office for Contemporary Art durchgeführten zweistufigen Verfahren gemeinsam mit Kuratorin Attilia Fattori Franchini unter insgesamt 35 Einreichungen für die Gestaltung des Österreich-Beitrags durchgesetzt.

“Zeltartige Konstruktion aus mehreren Stofflagen”

“Eine zeltartige Konstruktion aus mehreren Stofflagen schafft eine Landschaft aus unregelmäßigen Räumen, niedrigen Decken und verborgenen Winkeln. Das aus wiederverwendeten Textilien gefertigte Zelt lässt die Besucher:innen in eine eindrucksvolle Umgebung eintauchen, die an einen Ort erinnert, an dem alte, vergessene oder verborgene Gegenstände aufbewahrt werden; an dem die Dinge statisch oder schlafend wirken – und doch, wenn unbeobachtet, ein Eigenleben entfalten”, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag.

Figurative Skulpturen aus Gorms Werkserien “loaf of meat”, “huswif”, “sit-up” und “you, you, you, you, you, you, you” stehen im Mittelpunkt der Rauminstallation: “Diese vieldeutigen Körper – erschöpft, entschlossen, träge, stur, entspannt, schützend, abwehrend, in einer Pause oder im Streik – bestehen vorrangig aus weggeworfenen und wiederverwerteten Materialien, die in Wien und Gwangju gesammelt wurden. Sie werden platziert, gestapelt oder zueinander arrangiert und koexistieren zufällig, aus eigenem Willen oder unter Zwang. So entsteht eine komplexe Topografie, die dazu einlädt, zu beobachten, zu verweilen und zu entdecken.” Eine sich stetig wandelnde Lichtchoreografie und eine “subtile Klanglandschaft aus synthetischen und alltäglichen Klängen” des Musikers Christian Ingemann versetzen Zeit und Raum in einen ungewissen, traumhaften Schwebezustand.

Lyon Biennale als nächste Station für Birke Gorm

Das Eunam Museum of Art bietet auch der Schweiz Heimstatt für deren nationalen Beitrag. Einen Stock unter Birke Gorm beschäftigt sich die Künstlerin Denise Bertschi unter dem Titel “State Fictions. Beyond Blossoms and Borders” mit der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Für Birke Gorm geht es nach den Eröffnungstagen in Gwangju nach Frankreich: Bei der am 19. September startenden Lyon Biennale beschäftigt sie sich in einer Installation mit der Geschichte der örtlichen Textilproduktion.

(S E R V I C E – 16. Gwangju Biennale von 5. September bis 15. November, www.austrianpaviliongwangju.com; www.gwangjubiennale.org )

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