Von: apa
Zwar trägt das finnische Oulu seit 1. Jänner neben Trenčín in der Slowakei den Titel Europas Kulturhauptstadt 2026. Doch erst am Freitag startet man wirklich in das Feierjahr, für das sich über 500 Kulturorganisationen und Kreative engagieren. Eine Samen-Oper gehört zu den kulturellen Paukenschlägen, mit denen der Festmarathon unter dem Motto “Kultureller Klimawandel” über drei Tage hinweg eingeläutet wird. Ziel ist die Mischung aus nordischem und internationalem Flair.
Über 20 Veranstaltungsorte im Zentrum der Stadt sind ins Auftaktfestival involviert, das bis einschließlich Sonntag andauern wird. Geboten werden nicht nur Konzerte und Akrobatik, sondern regionstypisch auch Events mit Eishockey und Autotuning. Es gibt Konzerte mit Instrumenten aus Eis, Diskussionen über verschiedene Aspekte der EU samt Pubquiz, wobei auch der Bürgermeister der Partnerstadt Trenčín vorbeischaut. Und Marionettencomedy reiht sich an Chorabende, Volksmusikgruppen aus Trenčín an die Kunst der Samen.
Vor allem soll aber die Uraufführung der Oper “Ovllá” für Aufmerksamkeit sorgen. Der Sami-Autor Juho-Sire/Siri Broch Johansen und die Komponistin Cecilia Damström erzählen darin die Geschichte eines Kindes der indigenen Gemeinschaft, das in eine finnische Schule geschickt wird und die Wurzeln seiner Vergangenheit kappen muss.
Am Bottnischen Meerbusen soll es brodeln
Dank ähnlicher Themen und Formate soll es am Bottnischen Meerbusen brodeln in den kommenden Monaten. Bisher war im breiteren Kontext das in der Mitte Finnlands gelegene Oulu vor allem für zwei Dinge bekannt: mit seinen rund 220.000 Einwohnern als nördlichste Großstadt der EU zu gelten. Und für die alljährliche Luftgitarren-WM. Das soll sich heuer ändern. Dafür soll auch der Chor der brüllenden Männer, Mieskuoro Huutajat, sorgen, der in Oulu beheimatet und dort der letzte Schrei ist.
Allerdings beschränkt sich die Stadt gemäß dem Vorbild Salzkammergut 2024 nicht auf einen Austragungsort, sondern kooperiert mit gleich 39 Partnergemeinden in Nordfinnland. Entsprechend breit ist das Angebot im Kulturhauptstadtjahr, das Tausende Punkte umfasst – von Fotoschauen über Kunstausstellungen, von kulinarischen Erlebnisparcours bis zu eisigen Erlebnissen. Denn das kalte Klima nutzt man in Oulu auch für kulturelle Konzepte. Zu den winterlichen Beiträgen zählen Schneeskulpturen, Eisschwimmen und Lichtinstallationen auf gefrorenen Seen.
Kulturhauptstadt-Idee gibt es seit 40 Jahren
Den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt tragen jährlich zwei oder drei Städte aus unterschiedlichen Ländern der EU oder ihr nahestehenden Staaten wie beispielsweise Norwegen. Die EU-Initiative soll Europas kulturelle Vielfalt herausstellen und die für jede Region charakteristische Kultur und Kunst würdigen. Erste Kulturhauptstadt war vor 40 Jahren Athen. Seitdem trugen auch drei österreichische Städte bzw. Regionen den Titel: Graz 2003, Linz 2009 sowie 23 steirische und oberösterreichische Gemeinden, die gemeinsam “Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024” bildeten. Auf Oulu und Trenčín folgen 2027 Liepaja in Lettland sowie das portugiesische Évora.
(S E R V I C E – https://oulu2026.eu/en/programme/)




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