Von: mk
Unser Frau – Am Sonntag fand in Unser Frau in Schnals das Abschlussfest des Projekts „Senales in Movimento” statt, welches im Programm NextGenerationEU finanziert wurde. Die Gemeinde Schnals und die Projektpartner luden zusammen mit der Musikkapelle Schnals und der Freiwilligen Feuerwehr Unser Frau zu einem Fest am Gelände des neuen Museums und Kulturzentrum, campus transhumanza, ein. In dessen Rahmen wurden ein kürzlich am Museumsgelände wiedererrichtetes Flurdenkmal und das restaurierte Mahlwerk der Gorfer Mühle aus Karthaus, welche sich seit 2016 am Gelände befindet, vorgestellt. Das Museum lud anlässlich der Feier zum Tag der offenen Tür ein.
Ende des Monats endet die Laufzeit des PNRR-Projekts der Gemeinde Schnals. Zu diesem Anlass fand am 7. Juni ein Abschlussfest statt, zu welchem die Gemeinde zusammen mit den Projektpartnern, der Musikkapelle Schnals und der Freiwilligen Feuerwehr Unser Frau eingeladen hat. Die Feier ist Teil eines seitens des Kulturverein Schnals koordinierten Projektbausteins. „Wir blicken auf drei intensive und arbeitsreiche Jahre zurück. Ich danke allen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Die Inhalte desselben sind ein wichtiger Baustein für unsere Zukunft“, sagte Peter Grüner, Bürgermeister der Gemeinde Schnals und amtierender Präsident des Museumsvereins. Der Museumsverein führt seit bald einem Jahr neben dem archeoParc auch das neue Museum und Kulturzentrum campus transhumanza für die Gemeinde.
Im Rahmen der Feier mit Beginn um 11.30 Uhr wurde ein Flurdenkmal vorgestellt, welches Stefan Stauder aus Bozen vor zwei Jahren auf einer Bergtour am Gurgler Eisjoch entdeckte. „Es war schnell klar, dass es sich um ein Bildstöckl handelt, das mit der 1962 eingestellten Transhumanz aus Ulten und aus dem mittleren Vinschgau über das Pfossental ins hintere Ötztal in Zusammenhang steht“, erzählt der Präsident des Kulturvereins, Dietmar Rainer, der sich zusammen mit Kollegen des Bergrettungsdienst Schnals um die Bergung des Denkmals gekümmert hat. Rainer ergänzt: „Heute werden die Weiden auf der Großalm und am Krippeleberg in Obergrugl von Psairer Seite bestoßen.“ Zusammen mit Siegfried Gurschler, Chronist der Gemeinde und Gründungsmitglied des Kulturvereins, ist die zeitliche Einordnung der Ereignisse vor 1733 gelungen.
Um die Gestaltung des entsprechenden Ausstellungsbereichs am campus transhumanza kümmern sich Werner Weiss aus Juval, Walter Götsch und Sepp Santer aus Unser Frau. Alle drei kennen die Schaftriebe gut: Weiss ist ein Enkel eines der letzten Hirten, die von der Südtiroler Seite Schafe über das Gurgler Eisjoch begleitet haben, Santer und Götsch waren in den 1970-er bzw. 1980-er Jahren Hirten auf der Niedertalalm und haben viele Jahre Schafe über das Niederjoch (Similaunhütte) begleitet.
Am Areal des campus transhumanza gibt es noch weitere Neuigkeiten: In den vergangenen Monaten wurde das Mahlwerk der Gorfer Mühle restauriert und die Bretter-Säge, die als 1:1-Gebäudemodell im Gelände errichtet wird, hat ihr Wasserrad erhalten. „Schön, dass wir im Rahmen der Feier auch die Gorfer Mühle in Betrieb nehmen können“, sagt Johanna Niederkofler, die für den Museumverein den archeoParc und campus transhumanza leitet. „Vielen Dank an die vielen Menschen, die uns bei den Restaurierungsarbeiten unterstützt haben. Allem voran meinem Team, dem Gorfhof, Thomas Prezel und Klaus Kobler aus Karthaus, Steinmetz Harald Rainer aus Unser Frau, dem Heimatpflegeverein Naturns-Plaus und dem Sagmüllerhof Mölten“, so Niederkofler weiter. „Ich freue mich, dass auch die Säge bald betriebsbereit sein wird“, ergänzt Magdalena Alber, die zusammen mit Maschinenvorführer Stefan Tapeiner die Kulturvermittlung am campus transhumanza gestaltet und die Arbeiten fortlaufend mitverfolgt.
„Die Gestaltung des campus transhumanza war das Herzstück unseres PNRR-Projekts“, erzählt Sonja Santer aus Karthaus, die das Projekt 2022 als Kulturreferentin zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Karl Josef Rainer und Partnern aus Landwirtschaft, Handwerk, Kultur und Tourismus für die Gemeinde Schnals initiiert hat. „Wir konnten mit dem Projekt die Weichen stellen für die Tätigkeit des neuen Museums und Kulturzentrums“, ergänzt ihr Nachfolger Otto Rainer aus Unser Frau.
Zusammen mit allen Verantwortlichen freuen sich Santer und Rainer über die ersten Aktivitäten am Areal, insbesondere dass es hier bald auch ein Gebäude für die bäuerlichen Vereine geben wird. Auf dessen Grundsteinlegung freut sich auch der Museumsverein: „Wenn es um die Schaftriebe geht, vertreten die bäuerlichen Vereine die Wissensträger. Gemeinsam können wir den Auftrag der UNESCO-Anerkennung der Transhumanz als immaterielles Kulturerbe und die Leitideen des PNRR-Projekts in die Zukunft tragen“, sagt Niederkofler abschließend.
Das Fest und die meisten der genannten Aktivitäten sind Teil des über den nationalen Aufbau- und Resilienzplan PNRR (M1C3 Investimento 2.1) im Programm NextGenerationEU finanzierten Projekts „Senales in Movimento”. Die Veranstaltung sowie die gesamte Tätigkeit des Museumsvereins wurde von der Autonomen Provinz Bozen und der Gemeinde Schnals mitfinanziert.




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