Sieben Aufführungen im Stadttheater und im Teatro Cristallo

Tanzsaison „InDanza Bozen“ 2017/18

Freitag, 15. September 2017 | 18:17 Uhr

Bozen – InDanza Bolzano/ Bozen, die diesjährige Spielzeit, ist die dritte Tanzsaison, die regional ausgerichtet ist und Aufführungen sowohl in Bozen – Stadttheater und Teatro Cristallo – als auch am Teatro Sociale in Trient vorsieht. Unter der Leitung des Trientner Kulturzentrum „Servizi Culturali S. Chiara“ steht also an sieben verschiedenen Abenden der Tanz in all seiner Vielfalt im Mittelpunkt, um mit einem möglichst abwechslungsreichen Programm einen Einblick in die Welt des Tanzes zu geben. Diese sieben Aufführungen in Bozen werden mit zwei weiteren aus dem Programm am Teatro Sociale von Trient ergänzt.

Lanfranco Cis, dem künstlerischen Leiter der Tanzsaison, ist es wieder gelungen, bedeutende Kompanien in die Region Trentino-Südtirol einzuladen. Mit einem Klassiker der Ballettgeschichte wird die Aufführungsreihe am Stadttheater Bozen eröffnet. Daniele Cipriani Entertainment präsentiert am 22. November „Der Nussknacker“ – Die im Jahr 1989 entstandene Choreografie von Amedeo Amodio in der prächtigen szenischen Umsetzung von Emanuele Luzzati gehört zweifelsohne zu den gelungensten Darstellungen im italienischen Panorama. Die Handlung ist bekannt: Am Weihnachtsabend spricht ein junges Mädchen im Traum mit ihren Spielsachen und findet sich in einer magischen Welt wieder. Die farbenprächtige, ideenreiche Ausstattung ist ein weiteres Zeugnis von Luzzatis märchenhafter Phantasie.

Vom klassischen Tanz geht es am 17. Januar 2018 zum Flamenco: Mit Patricia Guerrero ist der Shooting-Star des Genres am Theater am Verdiplatz in Bozen zu Gast. Mit nur 27 Jahren ist sie bereits zweimal mit dem Flamenco-Oscar, dem Preis Giraldillo, ausgezeichnet worden: Zuletzt 2016 bei der Bienal de Flamenco in Sevilla für die Choreografie von „Catedral“, die in italienischer Erstaufführung am Stadttheater Bozen gezeigt wird. Den Zuschauer erwartet ein beeindruckend mythisches, sakral anmutendes Setting aus Licht und Schatten, Live-Musik und Tanz. Guerrero, die gemeinsam mit drei weiteren Tänzerinnen selbst auf der Bühne steht und von drei Sängern und zwei Musikern begleitet wird, inszeniert die Bühne als spirituell aufgeladenen Raum.

In eine ganz andere Stilrichtung gehen die BalletBoyz, die am 11. April am Stadttheater Bozen zu sehen sind. Die von Michael Nunn und William Trevitt gegründete, rein männlich besetze Kompanie bringt auf unvergleichbare und originelle Art die Werke renommierter Choreografen einem großen Publikum näher. Die „Jungs“ waren in Vergangenheit schon am Stadttheater Bozen zu sehen – diesmal haben sie ihre neueste Arbeit „14Days“ im Gepäck. Neben vier Choreografien von Javier de Frutos, Ivan Perez, Christopher Wheeldon und Craig Revel Horwood zeigen sie auch „Fallen“ von Russell Maliphant – 2013 mit dem British National Award als beste zeitgenössische Choreografie ausgezeichnet.

Die Tanzreihe im Cristallo-Theater trägt den Stempel „made in Italy“ und ist ein Spiegel der vielseitigen italienischen Tanzszene: Hip Hop und zeitgenössischer Tanz, Tango und Akrobatik stehen an den vier Tanzabenden auf dem Programm.

Was Hip Hop und Oper, zeitgenössischer Tanz und Floorwork gemeinsam haben zeigt zur Saisoneröffnung am 18. Oktober die E.Sperimenti Dance Company in „Hopera“. Die Talentschmiede Junior Balletto di Toscana von Cristina Bozzolini kehrt mit der neuen Inszenierung nach Bozen zurück: Auf dem Programm steht Tschaikowskis „Dornröschen“ mit Choreografie von Diego Tortelli (21. Dezember).  Am 1. Februar sind die Zuschauer in das „Dolores Hotel“ der Compagnia Tango Brujo eingeladen: Dort, an diesem geheimnisvollen, düsteren Ort, entstehen unerwartete Beziehungen und flüchtige Begegnungen im Tangoschritt. Mit Tanz, Theater und zeitgenössischem Zirkus verabschiedet sich am 29. März die Tanzsaison aus dem Cristallo: Aus der Verbindung dieser Disziplinen und fünf junger Künstler entstand 2007 das Kollektiv 320chili – die Zahl ergibt sich aus der Summe ihres Körpergewichtes. In „Ai Migranti“ beschäftigten sich sechs Darsteller mit einem Thema von brennender Aktualität: den Bedingungen der Migranten.

Wie gewohnt stehen verschiedene Abonnements zur Auswahl: Das Bozner Publikum kann alle sieben Aufführungen in Bozen genießen, oder sich für die jeweiligen Tanzreihen am Stadttheater oder am Cristallo abonnieren. Wieder angeboten wird auch das regionale Tanzabonnement, das vier Titel umfasst: Zwei Titel aus dem Programm am Stadttheater – „Der Nussknacker“ und „Catedral“/ Patricia Guerrero – werden mit zwei aus der Tanzsaison am Teatro Sociale in Trient ergänzt:  Zunächst die Hommage der Introdans-Company an Hans van Manen „Hooray for Hans!“ am 27.02. Und Schechter II, die Jugendgruppe die der Israeli Hofesh Shechter gegründet hat. Diese ist am 20. März mit einem zweiteiligen Abend in Trient, darunter des Kultstück „Clowns“ sowie eine neue Kreation. Für die Aufführungen in Trient ist ein Shuttle-Dienst vorgesehen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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