Lutz und Girkinger präsentierten Zahlen und das aktuelle Programm

Tiroler Landestheater 2026/27 mit vielen Klassikern

Dienstag, 14. April 2026 | 15:13 Uhr

Von: apa

Die Spielsaison 2026/27 am Tiroler Landestheater bringt neben Zeitgenössischem vor allem Theater- und Opernklassiker. Die Besucher erwartet beispielsweise “Don Giovanni” von Wolfgang Amadeus Mozart oder “Lohengrin” von Richard Wagner sowie “Maria Stuart” von Friedrich Schiller oder “Das weite Land” von Arthur Schnitzler. Landestheater-Intendantin Irene Girkinger ließ indes bei der Pressekonferenz am Dienstag in Innsbruck anklingen, dass sie eine Vertragsverlängerung anstrebt.

Sie habe “riesige Lust weiterzumachen”, sagte die geschäftsführende Intendantin auf Nachfrage bei der Programmpräsentation und spielte damit auf eine mögliche Vertragsverlängerung an. Ihr fünfjähriger Vertrag läuft nämlich im August 2028 aus. Aktuell gebe es dazu bereits “konstruktive Gespräche mit den Gesellschaftern”. Ebenjene würden “wohl demnächst einen positiven Abschluss finden”, gab sie sich optimistisch. Weiterhin wolle sie jedenfalls “das beste Theater für die Region” verantworten, erklärte die Intendantin.

Unabhängig von der Vertragsverlängerung zeichnet Girkinger in der aktuellen Spielsaison für 39 Produktionen unter dem Motto “Wozu das Theater?” verantwortlich. Man wolle damit in Zeiten, in denen “die Grundfeste der Demokratie erschüttert werden”, mit dem Theater “einen Ort der Freiheit und Diversität schaffen”, führte sie aus. Auch sei der Titel als ein klarer Gegenwurf zu der gegenwärtig grassierenden “Empörungskultur” zu verstehen, betonte sie. Damit führe sie letzten Endes auch in der kommenden Spielzeit das fort, für das sie angetreten sei: “Wir setzen einen Schwerpunkt auf gesellschaftspolitisch relevante Themen.”

Zeitgenössisches und Politisches neben Klassikern

Im Zentrum dieser Bestrebungen steht 2026/27 beispielsweise “Unter Tieren” von Elfriede Jelinek. In diesem hochpolitischen Text würden Menschen kurzerhand zu “Tauben, Schweinen und Kühen”, ließ Elisabeth Schack, Co-Direktorin in der Sparte Schauspiel, wissen. Weiters habe auch “Die Dreigroschenoper” von Bertolt Brecht nach wie vor politische Sprengkraft. Brecht habe damals versucht, “ganz andere Schichten auf die Bühne zu bringen”, erklärte Bettina Bruinier, ebenfalls Co-Direktorin in der Schauspielsparte.

Dem zur Seite steht etwa “Don Giovanni”, mit dem ein “neuer Blick auf den notorischen Frauenverschlinger” geworfen werden soll, ließ Julia Spinola, Co-Direktorin der Sparte Musiktheater, wissen. Noch ein weiterer Allzeit-Favorit kommt übrigens auf die Bühne, nämlich “Carmen” von Georges Bizet. Bei diesem weltberühmten Musiktheater wolle man “das revolutionäre Potenzial der Protagonisten offenlegen”.

Auslastung 2025/26 bei 84 Prozent

Mit dieser Mischung aus Zeitgenössischem, Politischem und Altbewährtem will man in der aktuellen Spielzeit die guten Zahlen der vorherigen Spielsaison “zumindest halten”, ließen Girkinger und der kaufmännische Direktor des Landestheaters, Markus Lutz, unisono wissen. “Ich bin sehr zufrieden”, ließ Lutz im Rückblick auf die Spielzeit 2025/26 wissen: “Wir sind auf einem sehr guten Weg”. Man könne auf eine “Steigerung der Auslastung über alle Häuser auf 84 Prozent” verweisen, so der kaufmännische Direktor. Noch signifikanter sei die Steigerung im “Großen Haus” ausgefallen, welche von 71 auf 81 Prozent gestiegen sei.

Auch auf einer weiteren Ebene läuft es im Tiroler Landestheater offenbar zunehmend besser. “Wir haben gut zusammengearbeitet”, sagte Irene Girkinger und nahm damit auf den Konflikt zwischen ihr und Lutz Bezug, der erst nach einem Mediationsprozess sein Ende gefunden hatte. Nach Druck von Land und Stadt hatten die beiden schließlich ein Arbeitsübereinkommen unterzeichnet. “Ich bin sehr gerne hier und habe noch viele Ideen”, strich Girkinger heraus.

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