Von: mk
Meran – Mehr als fünfzig Personen besuchten am 21. März in Meran an der Vorführung des Dokumentarfilms „TiAN – Generation Farmfluencer“. Das Publikum ließ sich von den direkten Erfahrungsberichten und den im Film erzählten Geschichten inspirieren. Die Veranstaltung, einschließlich der Diskussion mit dem Biolandwirt Daniele Piscopiello, wurde vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz in Zusammenarbeit mit AmUm MeranO und der Freiwilligengruppe Stop Pesticidi Alto Adige/Südtirol organisiert.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Aktionswoche für Alternativen zu Pestiziden (20.–30. März 2026) statt, einer internationalen Initiative zur Förderung innovativer und nachhaltiger Landwirtschaftsmodelle. Der Titel „TiAN“ steht im Dialekt für konkretes Handeln. Nach der Weltpremiere in Bozen (29. April 2025) war die Vorführung in Meran eine der ersten mit italienischen Untertiteln. Der Dokumentarfilm wurde von den „Farmfluencers of South Tyrol“ produziert, einem Netzwerk von über 25 innovativen landwirtschaftlichen Betrieben.
Für Elisabeth Ladinser, Präsidentin des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz, ist es der richtige Weg, regionale Produkte auf den Tisch zu bringen. Sie betont die Notwendigkeit einer engeren Verbindung zwischen Gastronomie und lokaler Landwirtschaft sowie der Zusammenarbeit zwischen Köchinnen und Köchen und kleineren Produzenten und die Bedeutung der Bauernmärkte.
„Der Film zeigt eine Landwirtschaft abseits von Monokulturen und intensiver Produktion. Er vermittelt Leidenschaft, die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Tradition, wirtschaftlichem Druck und Klimawandel – und vor allem Respekt für die Natur, aber auch viel Lebensfreude“, fasste Luigi Mariotti von der Gruppe Stop Pesticidi Alto Adige/Südtirol zusammen.
Daniele Piscopiello berichtete über den Weg gemeinsam mit seiner Frau Anna zum Aufbau ihres landwirtschaftlichen Betriebs DA Genussgarten. „Der direkte und authentische Kontakt zu den Menschen ist entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und eine stabile wirtschaftliche Grundlage zu schaffen“, betonte der Biolandwirt. Es wurde diskutiert, wie die Gemeinschaft den Übergang von einer noch stark chemieabhängigen Landwirtschaft hin zu umwelt- und gesundheitsverträglicheren Praktiken unterstützen kann. Dabei ging es auch um Fragen zum Wert und Geschmack von Lebensmitteln ebenso wie deren Preis und die zentrale Rolle der biologischen Zertifizierung. Abschließend wurde das Publikum angeregt, das eigene Verhältnis zu Lebensmitteln und deren Erzeugung zu überdenken.
Ingrid Karlegger von AmUm MeranO erinnerte an die Unterstützung der Organisation für das Projekt „Monitoring von Pestizidrückständen in Privatgärten“, das vom Dachverband initiiert wurde. „Gesundheit und Transparenz sind für alle zentral. Wir fordern von der Gemeinde Meran regelmäßige, unabhängige und transparente Kontrollen in Bereichen, die der Perstizidabdrift ausgesetzt sind und in denen ein erhöhtes Kontaminationsrisiko besteht. Der Schutz von Spielplätzen, Sportanlagen, Schulen und Krankenhäusern muss gewährleistet werden.“ Diese Forderung verfolgt die Umweltorganisation in Meran bereits seit Jahren.
Die Veranstaltung hat verdeutlicht, dass neue Wege in der Landwirtschaft auch in Südtirol möglich sind, und dass die täglichen Entscheidungen der Konsumentinnen und Konsumenten einen konkreten Beitrag zum Wandel leisten können. Die Organisatoren hoffen, dass der Abend neue Impulse für den eigenen Konsum und den Umgang mit dem Lebensraum gegeben hat.




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