Von: luk
Brixen – Wenn sich mehr als 300 Männer in der Nacht auf den Weg machen, entsteht eine besondere Form von Gemeinschaft. Am Mittwoch dieser Woche, 13. Mai 2026, sind Männer aus ganz Südtirol von Neustift nach Brixen aufgebrochen. Die Katholische Männerbewegung Südtirols hatte zur Nachtwallfahrt eingeladen. Start war um 21 Uhr beim Kloster Neustift, Ziel der Festgottesdienst im Brixner Dom mit Dialogpredigt von Don Paolo Renner und Georg Oberrauch, dem geistlichen Assistenten der kmb. Die Männer suchten Gemeinschaft, Orientierung und eine Form von Spiritualität, die ihrem Leben entspricht.
Hunderte Männer haben sich am gestrigen Abend in Neustift versammelt und sind als geschlossene Gruppe rund drei Kilometer hinunter nach Brixen gegangen. Sie bewegten sich ruhig und konzentriert im eigenen Rhythmus. Ihr Gebet wechselte sich mit Gesang und stillen Abschnitten ab, während die Laternen eine leuchtende Spur durch die Dunkelheit zogen.
Die Nachtwallfahrt trifft ein Bedürfnis, das in der Männerarbeit seit Jahren beschrieben wird: Viele Männer suchen nach Formen von Spiritualität, die neben Worten besonders Erfahrung, Bewegung und gemeinsames Tun in sich tragen. Angebote in der Natur und in strukturierten Abläufen sprechen Männer besonders an, weil sie einen Zugang eröffnen, der ohne große Erklärungen auskommt und dennoch Tiefe ermöglicht.
Der gemeinsame Weg schafft einen Raum unter Männern, in dem kein Erklären und kein Rechtfertigen nötig sind und in dem Erwartungen von außen in den Hintergrund treten. Die Männer sind nebeneinander gegangen und einander nicht gegenüber gestanden, was viele als entlastend und wohltuend erleben. In dieser Form entstehen Vertrauen und Verbundenheit. Bewegung, Rhythmus und Wiederholung geben Struktur, während das gemeinsame Gehen mehr ausdrückt als viele Worte.
Im Brixner Dom angekommen, füllten die Männer die Kirche bis auf den letzten Platz. Der Raum blieb geprägt von der Atmosphäre des gemeinsamen Weges. Domdekan Ulrich Fistill hieß die Gemeinschaft herzlich im Dom willkommen. In der Dialogpredigt griffen Georg Oberrauch und Don Paolo Renner griff das Leitwort des Abends „In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ auf. Gott lade die Männer ein: „Komm und richte dein Leben neu aus.“ Allzu oft seien diese aber überzeugt, dass sie alles allein schaffen müssten. „Dabei hat Gott hat uns einen Freund geschickt, der uns zeigt, dass wir nicht alleine unterwegs sind: Jesus Christus! Keine Philosophie – sondern ein Auferstandener, lebendig unter uns und durch uns!“ so Don Paolo.
Edl Huber, Diözesanvorsitzender der Katholischen Männerbewegung Südtirols (kmb), betonte: „Die große Teilnahme an dieser Wallfahrt zeigt, dass Männer sehr wohl nach Spiritualität suchen, wenn sie eine Form finden, die zu ihrem Leben passt.“ Hannes Rechenmacher, pädagogischer Mitarbeiter der kmb, ergänzte: „Viele Männer kommen, weil sie hier gemeinsam unterwegs sein können und dabei etwas erleben, das sie im Alltag so nicht finden.“




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