Die "ESC Menüs" nehmen in Wien-Floridsdorf Form an

Caterer kredenzen Käsekrainer, Erdbeerknödel und Co am ESC

Mittwoch, 06. Mai 2026 | 10:02 Uhr

Von: apa

Vom leichten Zander-Ceviche zum schon gehaltvolleren Tafelspitz über die Erdbeerknödel bis zum deftigen Absacker à la Käsekrainer und Burenwurst reicht das Potpourri an Speisen für Acts, Delegationen, VIPs und Co beim Wiener ESC. Man darf durchaus kulinarisch auch spüren, wo man sich befindet, so der Tenor bei einem Probeessen beim “Event Supplier” Impacts Catering in Wien-Floridsdorf. Eins sei klar: “Essen ist aus”, darf es nicht geben, auf die Umwelt achtet man trotzdem.

Gut gefüllt ist die nicht unbedingt innerstädtisch gelegene Schauküche des offiziellen Nahrungslieferanten des 70. Eurovision Song Contest am Dienstagabend bei einem medialen Besuch im Vorfeld der heißen Phase des Großevents, zu dem der Startschuss am Sonntag (10. Mai) fällt. Allzu heiß gekocht – sprich auf offener Flamme zubereitet – darf in der Stadthalle dann auch nicht werden. Das darf man allerdings bei keiner Veranstaltung, erklärte Impacts-Catering-Geschäftsführer Christian Chytil. Trotzdem gelten am ESC in der hermetisch abgeriegelten Stadthalle durchaus andere Regeln als bei anderen Großevents.

Frisch gekocht trotz Bombenkommando

Zum Beispiel sei es mit den Zufahrtswegen so eine Sache, dann gibt es die peniblen Kontrollen, inklusive Untersuchung des Angelieferten durch Bombenkommandos, und geliefert darf prinzipiell nur zwei Mal am Tag werden, erklärte man die etwas verschärften Umstände. Gekocht wird aber trotzdem möglichst frisch und möglichst vor dem Gast. So ist man gerade dabei, mehrere Kleinküchenstationen final einzurichten, für die Vorspeisen gibt es eine größere Station. Gekocht, angerichtet und serviert wird vor Ort, das dann zu rund 60 Prozent in Bio-Qualität und am Finaltag (16. Mai) zum Beispiel mit 170 bis 200 Mitarbeitern in etwa von 12.00 Uhr mittags bis inklusive der um circa 2.00 Uhr beginnenden Party.

Um überhaupt in den Genuss zu kommen, sich in einem durchaus “skurrilen” und manchmal von alkoholischen Erfrischungsgetränken unterstützten Prozess an die Grobplanung des logistisch herausfordernden Caterings zu machen, musste man sich zuerst gegen fünf Mitbewerber durchsetzen, erzählten Chytil und Küchenchef Domenic Steinböck den ob der laufenden Zubereitung der Speisen kulinarisch eingestimmten Journalistinnen und Journalisten. Durchgesetzt habe man sich davor mit einem Konzept, mit dem man “Österreich repräsentieren und das budgetäre Gefüge einhalten” kann, sagte Chytil.

Finaltag als “größte Herausforderung”

Sehr viel überlegt habe man sich bezüglich CO2-Fußabdruck und nachhaltiger Lebensmittelnutzung: So wird ein starker Fokus auf österreichischen Süßwasserfisch, regionale Bio-Lebensmittel und die Protokollierung des CO2-Verbrauchs im gesamten Prozess gelegt. Vor Ort lagern die Lebensmittel in Kühlboxen bei drei Grad Celsius. Wird etwas nicht rasch verarbeitet, kommt es dort wieder hinein bzw. wird gar nicht entnommen. Am Folgetag holt der Arbeiter-Samariter-Bund dann den Rest vom ESC-Fest.

Dieses dauert nämlich länger, als vielen bewusst ist: Insgesamt neun Shows laufen von 11. bis 16. Mai, dazu kommen jede Menge Proben und Durchläufe. “Der Finaltag ist aber die größte Herausforderung”, so der Geschäftsführer. 1.200 Leute wird man im VIP-Bereich verköstigen. Da helfe es, dass man die Stadthalle als Location kenne und auch schon beim letzten Wiener ESC 2015 mit an Bord war. Insgesamt werde man um die 7.000 Leute bekochen – traditionell mit Fisch und Fleisch, vegetarisch, vegan und auch ohne alkoholische Zutaten.

Viel Österreich, aber ohne Schnitzel

Inhaltlich habe man auch überlegt, die 35 Teilnehmerländer ein Stück weit kulinarisch abzubilden, habe dann aber mehr in Richtung österreichische Küche mit Einsprengseln aus ganz Europa tendiert. Wobei: “Schnitzel frisch herausbacken geht nicht”, schließt Chytil den Wiener Klassiker schlechthin aus. Die Geruchsbelastung in den Räumen wäre dann zu groß.

Auch optisch hält man an die Wiener Tradition: So wird standesgemäß im Frack serviert – und das auch im an ein Wiener Kaffeehaus erinnernden “Green Room”. Das ist jener Ort im hinteren Teil der Haupthalle, an dem die Künstlerinnen und Künstler nach getaner Bühnenarbeit öffentlich abhängen und auch die Votingergebnisse verdauen. Servieren darf das Team dort während der Shows aber nur auf Regieanweisung in 45-Sekunden- bzw. höchstens Drei-Minuten-Slots, sonst crasht man sozusagen die TV-Show.

Freund werden mit dem Erdbeerknödel

Die insgesamt herausfordernde und mit vielen Vorgaben seitens Behörden und Veranstalter verbundene Aufgabe habe man jedenfalls “mit viel Freude” angenommen, betonte Steinböck. Mehrere Monate der Planung, des Testkochens und des Feinschleifens der für Chytil absolut zentralen Erdbeerknödel habe man nun hinter sich – und sei bei letzterem Süßspeisen-Klassiker immer noch nicht ganz am Ziel, wie man augenzwinkernd anmerkte. Und überhaupt: Die Gäste aus ganz Europa und darüber hinaus “sollen sich auch mit den Erdbeerknödeln anfreunden”, so der Impacts-Chef. Schließlich wolle man ja in Italien auch nicht unbedingt Schnitzel, sondern eher Pasta – also die dortige Kernkompetenz. Den Journalistinnen und Journalisten musste man die erdbeerigen Rundlinge jedenfalls nicht nachtragen.

(S E R V I C E – https://www.impacts.at )

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