Von: APA/dpa
Schon am ersten Drehtag von “Der Astronaut”, der am Freitag ins Kino kommt, war Hollywoodstar Ryan Gosling beeindruckt von seiner deutschen Kollegin Sandra Hüller. “Die erste Szene, die wir gedreht haben, war ein Gang über den Parkplatz”, erzählt Gosling der dpa in London. “Jeder andere wäre einfach über den Parkplatz gegangen.” Doch Hüller habe ihn überrascht.
“Kurz bevor “Action” gerufen wurde, meinte sie zu mir: “Ich wette, ich bin schneller als du.” Ich dachte nur: “Was?” Plötzlich liefern wir uns ein Rennen – und es hat einfach Spaß gemacht”, schwärmt der 45-Jährige. “Sie ist wirklich lustig.”
Romanvorlage von Andy Weir
“Der Astronaut – Project Hail Mary” (Originaltitel nur “Project Hail Mary”) basiert auf dem gleichnamigen Roman von Andy Weir (“Der Marsianer”). Ryan Gosling spielt den Wissenschafter Ryland Grace, der in einem Raumschiff aufwacht – Lichtjahre von der Erde entfernt. Nach jahrelangem Tiefschlaf hat er sein Gedächtnis verloren. Nach und nach setzt sich für Grace zusammen, wie er in diese Lage geraten ist.
In Rückblenden erinnert er sich daran, wie ihn die deutsche Projektleiterin Eva Stratt (Sandra Hüller) für eine internationale Mission zur Rettung der Menschheit rekrutierte. Denn die Sonne wird von sogenannten Astrophagen, außerirdischen Mikroorganismen, geschwächt. Dadurch droht der Erde eine dramatische Abkühlung, die die Menschheit bedroht.
Grace soll ein fernes Sternsystem untersuchen, das offenbar nicht von den Astrophagen betroffen ist. Auf seiner Reise durchs All begegnet er einem steinartigen Außerirdischen, den er auf den Namen Rocky tauft. Rockys Heimatwelt ist von derselben Bedrohung betroffen wie die Erde. Nach anfänglichen Kommunikationsproblemen arbeiten die beiden zusammen.
Science-Fiction, aber auch Science-Facts
“Das Großartige an Andy Weirs Buch und generell an seinem Schreibstil ist, dass alles so stark in echter Wissenschaft verankert ist”, sagt Regisseur Christopher Miller im dpa-Interview. “Die Idee von Rocky basiert auf der Annahme, wie die Bedingungen auf diesem Planeten wären und wie eine Spezies aussehen müsste, die unter solchen Bedingungen überleben kann.” Science-Fiction trifft auf Science-Facts.
Miller führte zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Phil Lord Regie. Zusammen waren sie bisher vor allem für Komödien und Animationsfilme (“21 Jump Street”, “The LEGO Movie”) bekannt. Doch auch Weltraumabenteuer liegen dem Duo. “Der Astronaut” verbindet intelligente Science-Fiction mit Familienunterhaltung.
Erinnerungen an Spielberg-Klassiker
Als Zuschauer kommen einem unwillkürlich Steven Spielbergs Klassiker “E.T. – Der Außerirdische” und “Unheimliche Begegnung der dritten Art” in den Sinn. Auf letzteren wird in einer Szene sogar eindeutig angespielt – mit John Williams’ berühmter Erkennungsmelodie. Auch zu “Lautlos im Weltall” oder “Passengers” gibt es Parallelen.
“Wir sind mit vielen dieser großartigen Filme aufgewachsen, und sie stecken in unserem Blut und in unserer DNA”, sagt Miller. “Aber wir versuchen, alles zu vermeiden, was sich zu sehr nach etwas anderem anfühlt, weil wir dem Publikum ein neues Erlebnis bieten wollen.” Das gelingt auch deshalb, weil “Der Astronaut” nicht auf Action, sondern auf originelle Ideen und wissenschaftliche Rätsel setzt. Der menschliche Aspekt steht im Mittelpunkt: die Einsamkeit, die Emotionen und die Freundschaft. Obwohl er ein wenig abstrakt aussieht und nicht mal ein Gesicht hat, schließt man Rocky nach kurzer Zeit ins Herz.
Sandra Hüller singt Harry Styles
Sandra Hüllers Figur Eva Stratt ist eine scheinbar humorlose, kalte Person, die angesichts der Schwere ihrer Mission nicht viel Zeit für persönliche Befindlichkeiten hat. Aber man ahnt, dass unter der harten Schale ein weicher Kern sitzt. “Sie hat eine Wärme und Natürlichkeit hineingebracht”, lobt Miller.
Wenn Stratt beim Karaoke-Abend widerwillig den Harry-Styles-Hit “Sign Of The Times” singt, ist das vielleicht ihr stärkster Moment. Die Reaktion des Publikums im Film ist echt. “Bis kurz vor dem Dreh der Szene wusste keiner, dass sie überhaupt singen wird”, so Miller. “Wenn man sieht, wie dem Publikum die Kinnlade runterfällt – so ging es uns allen.”
Ryan Gosling lange als Alleinunterhalter
Vor allem lebt “Der Astronaut” natürlich von Ryan Gosling, der den herzerwärmenden Film mit seinem charmant-ironischen Spiel über lange Strecken im Alleingang trägt. Der 45-Jährige ist – wie zuvor in “Drive”, “Blade Runner 2049” und anderen Filmen – grandios darin, auch ohne Worte viel zu sagen. Das hilft bei der Laufzeit von zweieinhalb Stunden über manche Länge hinweg. “Ich mag Schauspielen, wenn es nicht nur um die Story oder den Dialog geht, wenn die Dinge auch auf einer anderen Ebene ablaufen”, erklärt Gosling.
(Von Philip Dethlefs/dpa)
(S E R V I C E – www.sonypictures.at/filme/der-astronaut-project-hail-mary )




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