Neue Lebensgefährtin an der Seite des 75-Jährigen

Reinhold Messner feiert auf Schloss Sigmundskron seinen Geburtstag

Dienstag, 17. September 2019 | 15:57 Uhr

Bozen – Die Südtiroler Bergsteigerlegende Reinhold Messner wird 75 Jahre alt.

Zu diesem Anlass gab es heute eine kleine Feier mit den engsten Mitarbeitern im Messner Mountain Museum, MMM Firmian auf Schloss Sigmundskron.

Die neue Lebensgefährtin Diane Schumacher, eine Luxemburgerin, die in Deutschland lebt, steht dem König der Achttausender strahlend zur Seite und genießt mit ihm und anderen Gästen ein Glas Schaumwein. Schumacher ist um einige Jahrzehnte jünger als Reinhold Messner.

E.T.-MEDIA/Erwin Tscholl

“Bei ihr spüre ich große Neugier an dem, was ich mache. Sie ist mein Resonanzboden.“ Er sei immer gerne zu zweit gereist und möge es, wenn er ihr Buchmanuskripte zum ersten Lesen geben könne. „Ich kann mit ihr auch sehr gut wandern und bergsteigen“, so der Südtiroler Ende August zu “Bunte”.

E.T.-MEDIA/Erwin Tscholl

Offenbar ist Reinhold Messner ein Whisky-Liebhaber: Auf dem Tisch steht zumindest eine Flasche Shackleton-Whisky, den es wohl als Geschenk gab.

Messner erklomm als erster Mensch die Gipfel aller 14 Berge auf der Erde, die höher als 8.000 Meter sind. Zudem bestieg er 1978 – gemeinsam mit Peter Habeler – als erster den Mount Everest ohne Sauerstoff. Reinhold Messner hat aber noch mehr gemacht als Bergsteigen. Er hat fast 50 Bücher zum Thema Bergsteigen geschrieben. Außerdem baute er sechs Museen über Bergsteigen und das Leben am Berg. Zuletzt drehte er einige Filme über die Berge.

Reinhold Messner plant weitere Filme

Der frühere Extrembergsteiger Reinhold Messner arbeitet derzeit an einem Film über Patagonien und die mythenumwobene Erstbesteigung des Cerro Torre. In den nächsten Monaten solle der Film im Fernsehen laufen, sagte Messner, der am 17. September 75 geworden ist.

Messner, der oft und ausführlich eigene Abenteuer beschrieb, widmet sich in Büchern und Filmen nun verstärkt anderen Bergsteigern und deren Geschichten. “Mich interessiert die menschliche Dimension”, sagt er. “Ich spreche nicht von Wahrheit – dann müsste ich ja immer dabei gewesen sein. Aber ich bleibe so nah wie möglich an den Tatsachen – weil das Leben die besten Geschichten erzählt.”

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Mit seinem Sohn Simon gründete er die Firma Messner Mountain Movie. “Wir sind immer noch beim Lernen, aber wir fangen an, größere Projekte zu denken, die wir selbstständig in Eigenregie umsetzen.” Für den Patagonienfilm, bei dem Messner Regie führte, sei der Titel noch offen – sein Vorschlag: “Verloren in Patagonien”. Im Mittelpunkt stehe die später angezweifelte Erstbesteigung 1959 des Cerro Torre.

Als ein nächstes Projekte denkt Messner an einen Film, in dem es um zwei Bergführer in den Dolomiten zur Zeit des Ersten Weltkriegs geht.

Messner will dabei den Bogen zur Geschichte des Alpinismus schlagen. “Das Know-how zur Historie, zur Philosophie des Alpinismus ist mir heute gleich wichtig wie die Tat, die eigene oder die eines anderen. Das Narrativ – alles, was dazu erzählt wird – lebendig zu halten, mit meinen Museen, mit den Filmen, mit den Büchern: Das ist heute ein Erbe, das ich weitergeben kann. Nicht nur an meine Kinder, sondern auch an die jungen Bergsteiger.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

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