Von: APA/AFP
Mit durchwegs um oder über 1,5 Millionen Seherinnen und Sehern war die Übertragung des 70. Eurovision Song Contest für den ORF durchaus ein Quotenerfolg. Der im Durchschnitt stärkste Teil der rund vierstündigen Show aus der Wiener Stadthalle am Samstagabend war jener gegen 22.00 Uhr in ORF 1, als sich fast 1,6 Mio. Menschen vor den Endgeräten versammelten. Das entsprach einem Marktanteil von rund 55 Prozent. Auch bei der späten Entscheidung gingen die Quoten kaum zurück.
Das spannende Jury- und Publikumsvoting, das am Ende überraschend Bulgariens Dara mit ihrem “Bangaranga” zur klaren Siegerin kürte, sahen immer noch um die 1,45 Mio. Personen. Zu dieser Zeit stieg der Marktanteil in lichte Höhen von knapp 80 Prozent. Bei der “Aftershow” zum ESC waren dann noch knapp 400.000 Nachteulen mit an Bord, wie die Teletest-Daten ausweisen. Bei der Vorberichterstattung – dem “Countdown” – bereiteten sich zur Hauptabendzeit annähernd 900.000 Zuseherinnen und Zuseher auf die dann folgende Hauptshow vor. Laut ORF-Angaben mobilisierte der ESC in den jungen Bevölkerungsgruppen besonders stark: “69 Prozent der Zwölf- bis 49-Jährigen und 78 Prozent der Zwölf- bis 29-Jährigen, die gestern Abend fernsahen, verfolgten die Auftritte in ORF 1.” Dazu kamen noch rund 100.000 Menschen, die den Wettbewerb im Livestream mitverfolgt haben, was einem Rekordwert in Bezug auf ESC-Übertragungen im Netz entsprach.
ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher freute sich am Sonntag in einer Aussendung darüber, dass man “ein internationales Großereignis realisiert” habe, “das von Millionen Menschen weltweit verfolgt wurde”. Der ESC zeige auch, “wie bedeutend und international erfolgreich öffentlich-rechtliche Programmangebote sind”. Für ORF-Fernsehdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz ist durch den Wiener ESC “eine einzigartige Verbindung zwischen der Vielfalt des Eurovision Song Contest und der musikalischen Identität Österreichs” entstanden. Michael Krön, ESC-Executiveproducer des ORF, zog eine “äußerst positive Gesamtbilanz des Eurovision Song Contest 2026”.
Wiener ESC zog stärker als JJs Erfolg in Basel
Zum Vergleich: Im Vorjahr waren bis zu 1,3 Mio. Zuseherinnen und Zuseher kurz vor 22.00 Uhr auf ORF 1 mit dabei, als JJ sein späteres Siegerlied “Wasted Love” zum Besten gab. Bei der Entscheidung für Österreichs Beitrag in Basel waren nach Mitternacht noch durchschnittlich 787.000 Menschen vor den Geräten.
Dass das Event auch bei Schlechtwetter zieht, offenbarte sich beim Blick auf diverse Public-Viewing-Locations im gesamten Land am Samstagabend. So versammelten sich durchwegs erstaunlich viele ESC-Fans in Indoor-, aber auch Freiluft-Locations, wie der größten Fanmeile des Landes am Wiener Rathausplatz – dem “Eurovision Village”. Wer dort heute noch einmal die gesamte Übertragung kollektiv nachschauen möchte, kann das am Nachmittag tun.
Für den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat die Bundeshauptstadt “ein klares Zeichen in die Welt hinaus gesendet: Für Miteinander, Zusammenhalt und Frieden. Wir haben einen Song Contest veranstaltet, der das historisch größte Programm an Side-Events hatte”. Es seien viele kostenlose Veranstaltungen geboten worden, die auch Leuten mit weniger Geld ermöglicht haben, am ESC teilzunehmen. Der Contest sei auch eine “globale Positionierungschance” für die Stadt gewesen, so Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner in einer Aussendung. In diesem Sinne habe man es geschafft, sich als “weltoffene internationale Event- und Kulturmetropole” zu präsentieren, wird Vizebürgermeisterin Barbara Novak (SPÖ) zitiert.
Fast neun Millionen in Deutschland dabei
Auch in Deutschland hat das Finale des Eurovision Song Contest der ARD hohe Einschaltquoten beschert: Insgesamt rund 8,9 Millionen Menschen verfolgten die Übertragung der Show aus Wien, wie sich aus den Zahlen der AGF-Videoforschung ergibt. Im Vergleich zum ESC-Finale vor einem Jahr bedeutete dies zwar einen kleinen Rückgang, die Sendung war aber mit Abstand die erfolgreichste des Samstags in Deutschland.
Herausragend war die Einschaltquote in der für die Werbung relevanten Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen mit einem Marktanteil von insgesamt 64,5 Prozent. Vor einem Jahr schaffte das ESC-Finale in dieser Altersgruppe allerdings sogar einen Marktanteil von fast 80 Prozent und holte damals damit einen neuen deutschen Allzeitrekord bei den Einschaltquoten.




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