Ab sofort wird die Stadthalle besiedelt

Stadthalle an ESC-Veranstalter ORF übergeben

Montag, 30. März 2026 | 12:33 Uhr

Von: apa

Die Wiener Stadthalle ist am Montag offiziell an den Veranstalter des 70. Eurovision Song Contests, den ORF, übergeben worden. Der Einzug wurde mit Schlüsselübergabe und dem Durchschneiden eines roten Bandes zelebriert. “Es geht jetzt wirklich los”, freute sich Chefproducer Michael Krön. Tatsächlich fuhren nach dem kurzen Festakt bereits die ersten Lastwagen vor die “Main Venue” der größten Musikshow der Welt, die im kommenden Mai wieder in der Stadthalle über die Bühne geht.

Die traditionsreiche Veranstaltungsstätte, die bereits 2015 als ESC-Austragungsstätte diente, wird sukzessive besiedelt. Zunächst wird das Zentrum des Geschehens, also die große Halle D in Beschlag genommen. In der benachbarten Halle F finden zunächst noch andere Veranstaltungen statt. Erst am 26. April wird der gesamte Komplex übernommen.

“Es geht mit Vollgas los”

Chefproducer Krön schwärmte von der Stadthalle als einer “würdigen Heimat” für den Song Contest – und versprach: “Es geht mit Vollgas los.” Man beginne nun sofort mit dem Aufbau. “Das ist ein sehr aufregender Tag für uns. Wir fangen jetzt an, die Dinge, die wir theoretisch geplant haben, die wir entworfen haben, die wir uns überlegt haben, physisch in die Tat umzusetzen”, sagte er im Gespräch mit der APA.

“Wir bringen sehr viel Material. Denn wir bespielen ja nicht nur die Halle D, sondern jeden Zentimeter der Stadthalle und haben keine Zeit zu verlieren”, hielt er fest. Es sei wichtig, die Bühne rasch fertigzustellen, damit es genug Probenzeit gebe. Laut Krön greift man durchaus auf Erfahrungen aus dem Jahr 2015 zurück. Viele aus seinem Team seien damals bereits dabei gewesen, berichtete er.

“Das hilft, weil natürlich Abläufe bekannt sind.” Zudem kenne man auch die Partner, also etwa aufseiten der European Broadcasting Union (EBU) oder der Stadt, betonte der Chefproducer. “Alle wissen um die Besonderheit des Projekts, den Druck, der entsteht, die Geschwindigkeit, die notwendig ist.”

Stadthalle für Großevent gerüstet

Den Schlüssel für die altehrwürdige Location wurde dem ORF von Stadthallen-Chef Thomas Waldner überreicht. Auch er bekräftigte im APA-Interview, dass man auf die Erkenntnisse aus dem Jahr 2015 zurückgreife. Allerdings hätte sich in elf Jahren im Produktionsbereich auch viel weiterentwickelt, gab er zu bedenken. Das betreffe zum Beispiel den Medien- und Pressebereich, wo man auf die Bedürfnisse von Influencern und Streamern eingehen werde.

Die Stadthalle selbst sei für das Großereignis jedenfalls gerüstet, versicherte Waldner. “Sie wurde 1958 errichtet, und trotz alledem können wir den Song Contest de facto problemlos ermöglichen.” Es sei möglich sämtliche auch schwere Einbauten – etwa an der Decke – einzubringen. Das Raumangebot sei ebenfalls sehr vielfältig.

Zudem sei in den vergangenen Jahren im technischen Bereich viel geschehen, erläuterte er. Er verwies auf die Photovoltaikanlagen am Dach oder die Umrüstung auf LED-Leuchten. Auch Sanitäranlagen seien erneuert worden.

3.500 Tonnen Material

In den kommenden Tagen und Wochen wird im und rund um die Stadthalle Hochbetrieb herrschen. Hunderte Fahrzeuge werden insgesamt etwa 3.500 Tonnen Material anliefern. Insgesamt 35 Firmen sind am Aufbau beteiligt, einige davon arbeiten laut ORF im Schichtbetrieb rund um die Uhr. In der zweiten Aprilhälfte ist dann ein großes “Stage-Opening” geplant, zudem beginnen die ersten Stellproben.

Das Thema Sicherheit wird ebenfalls großgeschrieben. Kontrollen gibt es schon bei den Aufbauarbeiten. Ende April folgt dann ein umfassender Sicherheitslockdown des gesamten Areals. Ab diesem Zeitpunkt gibt es beim Betreten der Stadthalle Flughafensicherheitschecks.

Restkontingent an Karten

Wer das Spektakel live miterleben möchte und noch keine Tickets hat, hat nun eine weitere Chance, in die Halle zu kommen. Denn es gibt noch ein Restkontingent. Wie Krön gegenüber der APA ausführte, handelt es sich um rund zwei bis drei Prozent der Tickets für die Shows von Montag bis Mittwoch.

Am Montagnachmittag startet hier der Verkauf. Das Besondere daran ist nun, dass die Karten in den freien Verkauf gehen. Sie werden also auch an Personen vergeben, die sich nicht schon im vergangenen Jahr registriert haben. Nötig ist lediglich ein Öticket-Account.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen